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Ausstellungsansicht „Das fünfte Element“, Kunstpalast Düsseldorf: v.l.n.r. Werke von Hans Salentin, Siegfried Cremer, Otto Piene, © Künstler
VG Bild-Kunst, Bonn

Erde, Wasser, Luft und Feuer

„Das fünfte Element“ im Kunstpalast

Von Zeit zu Zeit erinnert der Kunstpalast in separaten Ausstellungen an einen seiner bedeutendsten Förderer, an den Steuerberater, Sammler und Kunst­spezialisten Willi Kemp (1927-2020), der in Düsseldorf gelebt hat. Kemp hat über viele Jahrzehnte freundschaftliche Verbindungen zu einzelnen Künstlern und Künstlerinnen gepflegt und sich dabei auf bestimmte Strömungen spezialisiert. Sinnvollerweise ist dies die Kunst seiner Generation, die Avantgarde der 1960er bis 1980er Jahre, überwiegend aus Deutschland, vor allem aus dem Rheinland, daneben aber auch aus den USA. Noch vor seinem Tod hat er die Sammlung dem Kunstpalast vermacht.

Unter dem Titel „Das fünfte Element“ ist nun eine vorzügliche, konzentrierte Aus­wahl an überwiegend abstrakten, gegenstandsfreien Werken zu sehen, die um einzelne Exponate aus dem Museumsbestand ergänzt und thematisch so­zusagen abgerundet ist. Inhaltlich geht die Ausstellung von den vier Ele­men­­ten aus, die die Welt und ihre Schöpfung zusammenhalten und tatsächlich unmittelbar oder im übertragenen Sinne in den Werken vorkommen. Licht ge­hört in der Präsentation dazu, genauso wie Maschinen als aktive Kraft unserer Epoche. Die Düsseldorfer Gruppe ZERO aber auch die informelle Malerei sind Taktgeber der Ausstellung; Otto Piene und Gerhard Hoehme sind mit gleich mehreren Werken an verschiedenen Stellen vertreten. ZERO bedeutete mit seinen industriellen Materialien, Lichtstelen, Metallreliefs und kinetischen Objek­ten einen neuen, mithin idealistischen und utopischen Wieder­einstieg der Kunst in die Zivilisation nach dem Weltkrieg. Farbe gibt es kaum, und wenn dann in so zartem Blau und so sanft gestischer Struktur wie bei Raimund Girke, der hier mit Werken von Heinz Mack und Hans Haacke korrespondiert und diese doch überragt.

Manches Werk und manche Zuordnung in der Ausstellung bleiben spekulativ, aber es überzeugen doch die Qualität der Werke und die Idee ihrer Zusam­menstellung. Wunderbar ist, dass einzelne Exponate überhaupt wieder gezeigt werden. Und dann entstehen so passende Dialoge wie zwischen der kleinen Maschinenplastik von Detlef Birgfeld und einem Gemälde von Konrad Klapheck oder von einem Ensemble kleinformatiger Malereien, die in ihrem expressiven Duktus Feuer symbolisieren, mit der streng geschnittenen Eisenplastik von David Rabinowitch auf dem Boden davor. Sehr gut auch, dass mit den Ergän­zun­gen der Museumssammlung auch ein erweitertes Verständnis der Schöp­fung in unserer Gegenwart exemplarisch angesprochen ist, etwa mit dem gro­ßen Bronzekopf von Hede Bühl oder der feinen geheimnisvollen Foto­ar­beit von Natascha Borowsky. Wie schön, dass man all diese Werke nun in einem neuen, den Horizont erweiternden Kosmos sehen kann.

Das fünfte Element. Werke aus der Sammlung Kemp,
bis 22. März im Kunstpalast im Ehrenhof, Di-So 11-18 Uhr, Do bis 21 Uhr.

TH

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