Es ist das Jahr des Heinz Mack. Im März wurde sein 95. Geburtstag gefeiert. Seine Objekte, Installationen und Malereien werden weltweit ausgestellt, zu seinem Werk finden Vorträge und Symposien statt, bei denen er bis heute selbst referiert und engagiert diskutiert. Die ZERO foundation, die von Mack und seinen Weggefährten der ZERO-Gruppe Otto Piene und Günther Uecker mitgegründet wurde, hat die jährlich wiederkehrenden „Mack Lectures“ initiiert; das erste Gespräch unter diesem Label fand kürzlich in der Heinrich-Heine-Universität statt. In der ZERO foundation selbst wird jetzt Mack mit einem weniger bekannten Aspekt vorgestellt, mit seiner Fotografie. Er selbst versteht das Medium primär zur Dokumentation – aber das schließt weder den Blick als Künstler noch die Fokussierung der für ihn signifikanten Themen und Sujets aus. Mack hat bereits 1944 mit der Kamera seines Vaters die Lichter der Bombenangriffe am nächtlichen Himmel fotografiert und in den Jahren danach die Strukturen etwa von Baumrinde oder Scheunen fotografisch aufgenommen und dabei noch das Wechselspiel von Licht und Schatten betont. Damit hat er bereits vor ZERO, das sich ab Ende der 1950er Jahre zunächst als Ateliergemeinschaft konstituierte, zu den für die Gruppe maßgeblichen Parametern gefunden: zu Licht, Struktur, Bewegung und zur Rolle der Natur dabei.
Die Ausstellung führt mitten ins Zentrum des Oeuvres von Heinz Mack. Sie berücksichtigt frühe Zeichnungen und Fotografien, darunter auch solche, die seine Land Art-Projekte in der Sahara dokumentieren und mittels Montage verfremden, abstrahieren. Die Aufnahmen evozieren die Atmosphäre extraterrestrischer Ereignisse. Der Aufbruch in die menschenleeren Landschaftsräume als Dialog mit der Natur und den klimatischen Verhältnissen und die in diesen Jahren allgegenwärtige Raumfahrt gehören mit zum Kanon der ZERO-Künstler. Sensationell sind in der Ausstellung die großen farbigen Abzüge hinter Diasec. In einem von ihnen erglüht im rötlichen Licht eine Stele in der ortlosen Weite und vermittelt wie eine Fata Morgana zwischen Himmel und Erde. Andere Aufnahmen zoomen Rasterstrukturen und die Spektralfarben näher, umfangen von tiefer Dunkelheit.
In der ZERO foundation sind diese Fotografien zusammen mit einigen von Macks „klassischen“ Licht-Kuben und -Stelen zu sehen, bei denen Helligkeit von Innen unter geriffelten Plexiglasflächen leuchtet. Ohne Licht läuft bei ZERO nichts: als Reflexion von metallischen Strukturen, physikalische Energie und spirituelle Qualität, im übertragenen Sinne auch als Ausdruck von Reinheit und Leuchten der Sterne in der Ferne. Als Grundlage allen Lebens. Natürlich ist Fotografie das Medium des Lichts – auch das demonstriert der Weltkünstler Heinz Mack eindrucksvoll. Gratulation und Glückwunsch!
Licht im Blick – Fotografie im Werk von Heinz Mack
verlängert bis 4. Juli in der ZERO foundation, Hüttenstraße 104 in 40215 Düsseldorf, jeden Samstag 12.30-17.30 Uhr
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