„Annette Pöllmann: Die Kunst des Unvorhergesehenen“, heißt die neue Wechselausstellung, die vom 28. Juni bis zum 15. November im Haus der Seidenkultur (HdS) gezeigt wird. Die Ausstellung widmet sich dem Lebenswerk der Krefelder Künstlerin und Pädagogin Prof. Annette Pöllmann, die – 2022 verstorben – in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Als Absolventin der Textilkunstschule an der Textilingenieurschule (TIS) – der heutigen Hochschule Niederrhein – kehrte sie nach vielen Stationen in Europa wieder in die Samt- und Seidenstadt zurück. Hier bereicherte sie mit ihrem kreativen Tun maßgeblich das Haus der Seidenkultur (HdS), dass ihr mehrfach eine Ausstellung widmete.
„Tauchen Sie ein in die kreative Welt von Annette Pöllmann, deren Werk von großer Experimentierfreudigkeit und steter Weiterentwicklung zeugt“, lädt Kuratorin Dr. Ulrike Denter ins Museum an der Luisenstraße 15 ein.
Schon in der Abiturzeitung wurde auf das künstlerische Talent von Annette Pöllmann mit folgendem Vers hingewiesen: „Geschickt bringt sie auf das Papier: Köpfe, Blumen, Fabeltier.“ Eine Freundin riet ihr schließlich: „In Krefeld gibt’s was mit Zeichnen, das passt zu dir.“ So wurde Annette Pöllmann auf die TIS in Krefeld aufmerksam. Noch heute erinnert sie sich an ihren ersten Kontakt: „In einer alten Fabrik an der Lewerentzstraße hing im Unterrichtsraum ein Bild, das mir Rätsel aufgab – ein blaues Pferd. Ich wurde neugierig. Ich war fasziniert. Und so fremd mir auch die Unterrichtsmethode war, ich wusste sofort: Hier bin ich richtig!“
Nach bestandener Aufnahmeprüfung im Jahr 1948 begann Annette Pöllmann ihr Studium an der TIS in der Klasse für Druckgestaltung bei Elisabeth Kadow. Auf Anraten von Elisabeth Kadow setzte Annette Pöllmann nach dem Examen im Jahr 1950 ihr Studium in der Meisterklasse bei Georg Muche fort. Georg Muche war 1939 auf Veranlassung von Johannes Itten nach Krefeld gekommen und hatte die Meisterklasse für Textilkunst gegründet.
„Der wilde Picasso“ aus Krefeld
Nach vielen Stationen ihres kontrastreichen künstlerischen Schaffens kehrte Pöllmann im März 1962 nach Krefeld zurück, um an der TIS die Druckgestaltungsklasse zu übernehmen. Als erste Dozentin mit Berufserfahrung unterrichtete sie von nun an die Fächer Zeichnen, Malen, Entwurf und Farbgebung in der am Frankenring gelegenen modernen Schule mit großen Fensterelementen. Viele ihrer Entwürfe waren dem Zeitgeist weit voraus, weshalb sie oft auch als „der wilde Picasso aus der Seidenstadt“ bezeichnet wurde.
Die Vielfalt ihrer künstlerischen Fähigkeiten – so entwickelte sie eine Farbkunst, Aquarelle auf Seide zu übertragen – finden sich in der Ausstellung „Die Kunst des Unvorhergesehenen“ im Haus der Seidenkultur wieder.
„Annette Pöllmann: Die Kunst des Unvorhergesehenen“
Bis zum 15. November im Haus der Seidenkultur (HdS)
Luisenstraße 15, 47799 Krefeld | www.seidenkultur.de
Öffnungszeiten: Mi-Fr von 15 bis 18 Uhr und So von 13 bis 17 Uhr
Individuelle Führungen: 0251-9345355 oder besucherdienst@seidenkultur.de

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