Rudolf Thome gilt als einer der stilistisch eigenständigsten Regisseure des deutschen Kinos, dessen Werk stilistisch zwischen Nouvelle Vague, US-amerikanischem Independent-Kino und einer spezifisch deutschen Erzählweise oszilliert. Sein Stil ist geprägt von einer scheinbaren Leichtigkeit, hinter der sich oft eine tiefgehende Reflexion über Liebe, Kunst und das Wesen des Erzählens verbirgt.
Thome begann seine Karriere in den späten 1960er-Jahren im Umfeld des Neuen Deutschen Films. Frühe Werke wie DETEKTIVE (1969) oder ROTE SONNE (1970) zeigten bereits seine Affinität zur französischen Nouvelle Vague, insbesondere zu Jean-Luc Godard und Éric Rohmer. Dennoch zeichnen sich seine Filme durch reduzierte Dialoge, eine oft fragmentierte Erzählweise und eine fast spielerische Inszenierung des Alltags aus.
In den 1980er- und 1990er-Jahren entwickelte Thome seinen Stil weiter und fand zu einer klareren, fast literarischen Filmsprache. Werke wie BERLIN CHAMISSOPLATZ (1980) verdeutlichen seine Vorliebe für eine minimalistische Dramaturgie, sorgfältig komponierte Bildgestaltung und eine besondere Aufmerksamkeit in Hinblick auf die Beziehungen zwischen seinen Figuren. Seine Filme wirken oft wie Versuchsanordnungen von zwischenmenschlichen Konstellationen, in denen die Figuren auf subtile Weise miteinander agieren und philosophische Fragen verhandeln. In den 2000er-Jahren perfektionierte Thome seinen Stil weiter, wobei er eine betont zurückhaltende, fast asketische Filmsprache pflegte. Filme wie DAS ROTE ZIMMER (2010) oder INS BLAUE (2012) zeigen ihn als Meister der Reduktion, der die Essenz des Erzählens auf einfache, aber wirkungsvolle Momente konzentriert. Sein Kino blieb stets poetisch, intellektuell herausfordernd und dennoch von einer einzigartigen Leichtigkeit geprägt.
Thomes Werk nimm durch seinen eigenwilligen Stil und seine kontinuierliche Weiterentwicklung als Regisseur eine besondere Stellung im deutschen Film ein. Als stiller Auteur, der sich nie dem Mainstream anpasst, prägt er das Kino mit einer einzigartigen Handschrift.
Das Filmmuseum zeigt in Kooperation mit dem Filmclub 813 e.V. (Köln) eine Auswahl seiner Filme in restaurierter Fassung. Am 11. Oktober wird Rudolf Thome zu einem Publikumsgespräch in der Black Box zu Gast sein.
SO 7.9. 12 Uhr | FR 12.9. 19 Uhr
ROTE SONNE
BRD 1970 · 87 min · digitalDCP · FSK 12 · R: Rudolf Thome · B: Max Zihlmann · K: Bernd Fiedler, Anna Harnisch, Wolf Huber, Klaus Müller · D: Marquard Bohm, Uschi Obermaier, Diana Körner, Sylvia Kekulé, Henry van Lyck, Peter Berling, Hark Bohm u.a.
FR 19.9. 19 Uhr | SO 28.9. 17 Uhr
FREMDE STADT
BRD 1972 · 107 min · digitalDCP · ab 18 · R: Rudolf Thome · B: Max Zihlmann · K: Martin Schäfer · D: Roger Fritz, Karin Thome, Peter Moland, Christian Friedel, Werner Umberg u.a.
FR 3.10. 18 Uhr | SO 12.10. 17 Uhr
BERLIN CHAMISSOPLATZ
BRD 1980 · 112 min · digitalDCP · FSK 12 · R: Rudolf Thome · B: Jochen Brunow, Rudolf Thome · K: Martin Schäfer · D: Hanns Zischler, Sabine Bach, Wolfgang Kinder, Gisela Freudenberg, Alexander Malkowsky u.a.
SA 11.10. 19.30 Uhr
DETEKTIVE
BRD 1969 · 91 min · digitalDCP · FSK 16 R: Rudolf Thome
B: Max Zihlmann · K: Hubertus Hagen, Niklaus Schilling · D: Ulli Lommel, Marquard Bohm, Uschi Obermaier, Elke Haltaufderheide, Iris Berben u.a.
FR 17.10. 19 Uhr
JUST MARRIED
D 1998 · 80 min · digitalDCP · FSK 12 · R/B: Rudolf Thome · K: Carsten Thiele · D: Herbert Fritsch, Laura Tonke, Marquard Bohm, Johannes Herschmann, Valeska Hanel u.a.
MI 29.10. 20 Uhr
DAS ROTE ZIMMER
D 2010 · 101 min · digitalDCP · FSK 12 · R/B: Rudolf Thome · K: Ute Freund · D: Katharina Lorenz, Seyneb Saleh, Peter Knaack, Max Wagner, Hanns Zischler u
BLACK BOX – Kino im Filmmuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf
Schulstraße 4
40213 Düsseldorf
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Telefon 0211 8 99 22 32
filmmuseum@duesseldorf.de
www.duesseldorf.de/filmmuseum
JOHN WILLIAMS – DER KLANG VON HOLLYWOOD
Filmreihe 6.9. – 26.10. im Filmmuseum Düsseldorf
Black Box BRD – Gespräche zum deutschen Gegenwartskino
Am 3.9. in der Black Box zu Gast: Helge Schneider
IN MEMORIAM BERNHARD MARSCH (1962 - 2025)
Am Mittwoch, den 17.9. um 20:00 Uhr im Filmmuseum Düsseldorf
HELMUT-KÄUTNER-PREIS FÜR MONIKA TREUT
Filmreihe 31.5. – 29.6. im Filmmuseum Düsseldorf
EARLY EASTWOOD
Filmreihe 7. – 28.6. im Filmmuseum Düsseldorf
FISHING IN GREEN, LIVING IN YELLOW
Kurzfilmabend am 18.6 im Filmmuseum Düsseldorf
3. Kubanische Filmtage
Filmreihe 9.5. – 4.6. im Filmmuseum Düsseldorf
BLACK BOX BRD – Gespräche zum deutschen Gegenwartskino
Mittwoch, 7.5. im Filmmuseum Düsseldorf
Star Trek Event mit Visual Effects Producer Dan Curry
Mittwoch, 28.5. im Filmmuseum Düsseldorf
EINMAL BULLE, IMMER BULLE
Filmreihe zum Tod von Gene Hackman im Metropol Kino (März/April 2025)
Wojciech Jerzy Has zum 100. Geburtstag
MI 2.4. im Filmmuseum Düsseldorf
Gesichter des Kapitalismus: Die Dardenne-Perspektive Filmreihe, Publikumsgespräch und Masterclass (Teil II)
Filmreihe 12.3. – 27.4. im Filmmuseum Düsseldorf
Marlene Dietrich – Becoming a Legend (Teil II)
Filmreihe 14.3. – 25.4. im Filmmuseum Düsseldorf
ELKE JONIGKEIT | HARTMUT KAMINSKI – EINE ZEITHISTORISCHE SPURENSUCHE
FR 18.4. im FIlmmuseum Düsseldorf
Gesichter des Kapitalismus: Die Dardenne-Perspektive Filmreihe, Publikumsgespräch und Masterclass
Filmreihe 12.3. – 27.4. im Filmmuseum Düsseldorf
Marlene Dietrich – Becoming a Legend
Filmreihe 14.3. – 25.4. im Filmmuseum Düsseldorf
Archive Cinema Nrw #7: Dietrich Schubert – Filmkünstler
31.3. in der Benzenbergstraße 43, Treffpunkt im Hinterhof
Düsseldorf im Film
5.3. im Filmmuseum Düsseldorf
BANNED IN HOLLYWOOD – ROBERT ALTMAN ZUM 100. GEBURTSTAG
Filmreihe 1. – 28.2. im Filmmuseum Düsseldorf
IM BAHNHOFSKINO UM DIE WELT XI
42nd-Street-Düsseldorf-35mm-Weekender 14. – 16.2. im Filmmuseum Düsseldorf
5. KINDERMUSEUMSNACHT
FR 7.2. 17:00 – 22:00 im Filmmuseum Düsseldorf
Stummfilm + Musik
25.1. im Filmmuseum Düsseldorf
WE COULD BE HEROES - Part II
Fortsetzung der im November begonnenen Filmreihe 6.11. – 29.12. im Filmmuseum Düsseldorf
WE COULD BE HEROES
Filmreihe 6.11. – 29.12. im Filmmuseum Düsseldorf
Filmfest Venedig 2023
Ein Vorbericht von Kalle Somnitz