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Frau Liese wünscht

einen knallbunten Mai, viel Schwung und Aufbruch, Vielfalt und Zusammenhalt.

Und gelegentliches Weglegen der Mängelliste.
Frau Liese wünscht sich eine dicke Portion Freude und Begeisterung über erkämpfte Fortschritte.

Warum bimmelten nicht Glocken durchs Land, als am 15./16. April die letzten Atommeiler vom Netz gingen?! „Söder wünscht sich ein AKW!“ WHAT? Frau Liese wünscht sich KEINS, aber gern ein gutes, sicheres Atommüllendlager in Bayern.
In meiner Freude auf den 1. Mai stehe ich (oft allein), aber vielleicht in diesem Jahr nicht, weil viele Menschen zusammenkommen werden. Brannte uns nicht das Herz, angesichts der sozialen Schieflage im letzten Jahr? Warum eigentlich immer meckern über Streiks? Ich freue mich über 83.000 NEUE Gewerkschaftsmitglieder und die Kooperation mit FRIDAYS FOR FUTURE. Den Staub abschütteln und viele Aufbrüche wagen. Passt das nicht fabelhaft zum Frühling? Es flattern bestimmt blaue Bänder und Tücher, Fahnen in allen Farben. BUNT eben.

Welche Kräfte und Energien freigesetzt werden können, sollten wir in der hinreißenden Ausstellung im K20 (bis zum Sommer) auf uns wirken lassen. Ganz ehrlich: Selten hat mich eine Kunst so angeregt zum Schauen, Entdecken und Ausprobieren. Philipp Holstein schrieb in der Rheinischen Post: „Etel Adnans Tanz mit dem roten Viereck“ – und weiter: „ Die Kunstsammlung zeigt eine Werkschau der Malerin. Die in Farbe schwelgende Ausstellung ist ein Plädoyer für Weltoffenheit.“ Bei uns wurde die Poetin, Philosophin, Schriftstellerin und Kosmopolitin als Malerin erst nach ihren Beiträgen zur Documenta 2012 bekannt. Mit 80 Jahren.

Diese Künstlerin wird mich noch länger beschäftigen. Ich lese gerade ihr Buch: „Sturm ohne Wind“ (Nautilus) und werde dazu noch mal was schreiben. Zum Ausflug nach Oberbilk hat mich die in Beirut Aufgewachsene animiert. Nach dem Schauen bekam ich Hunger auf Hummus, Baklava und Lust auf frischen Minztee. Wohlig ließ ich mich treiben in der summenden Geschäftigkeit einkaufender Männer und Frauen und spielender Kinder. Ich dachte, dass die Vorbereitungen für das „Zuckerfest“ (festlicher Abschluss der muslimischen Fastenzeit) genau so emsig betrieben werden, wie sich die anderen Gläubigen für Pessach oder Ostern genau so ins Zeug legen. Gemeinsam feiern und essen, ein Urbild für Frieden.

Neugierig und heiter bummelte ich durch die Ellerstraße. Die mit dem neuen arabisch geschriebenen Schild. Japanische, türkische und andere dürfen folgen. VIELFALT eben.

Zum Schluss noch mein Kino-Tipp für Mai: „Der Illusionist“ Ein großartig gemachter Doku- Film von Birgit Schulz über den Aufstieg und Fall des Helge Achenbach. Ich habe viel gelernt über Kunsthandel, über Hinfallen und Krönchenrichten, viel gelacht UND es unendlich genossen: das gemeinsame ERLEBEN im rappelvollen Cinema. Daran könnte ich mich gewöhnen. Auf eine lichte Kinozukunft!

Ingrid Liese

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Frau Liese wünscht.

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