Für viele Menschen ist es wichtig, ein Auto zu haben – ob für’s Pendeln, für soziale Kontakte, Besorgungen oder als Statussymbol. Gewisse Lebensstile macht ein Auto überhaupt erst möglich. Spätestens, wenn man im Grünen wohnen und in der Stadt arbeiten will, wird das Auto zum Dreh- und Angelpunkt der Fortbewegung. Für das Klima dagegen ist der Autoverkehr schon lange ein Problem. Mobilitätsforscher Andreas Knie widmet sich in seinem neuen Buch der titelgebenden Frage: „Wo kommen bloß die vielen Autos her und wie werden wir sie wieder los?“. Darin analysiert er, wie wichtig das Auto für das Leben in Deutschland ist und wie groß der politische Wille war, ein „autofreundliches“ Land zu sein. Am FFT Düsseldorf ist Andreas Knie im Rahmen der Programmreihe „Die Argonause“ am Mittwoch, 29. Oktober für ein Gespräch zu Gast. Wir haben ihm vorab drei Fragen gestellt.
Mögen die Deutschen ihre Autos immer noch so gerne wie vor 30 Jahren?
Klare Antwort: Nein. Das Auto ist heute mehr eine Commodity wie Gas, Wasser, Strom: Es wird gebraucht, aber es wird nicht mehr geliebt. Das liegt auch an der schieren Masse. Wir haben in Deutschland über 70 Mio. Kraftfahrzeuge, aber nur 54 Mio. Menschen, die eine Fahrerlaubnis besitzen. Mittlerweile verliert der entfernungsintensive Arbeits- und Lebensstil messbar an Bedeutung. Aus der Freiheit überall hinfahren zu können, ist der Zwang entstanden überall hinfahren zu müssen. Spätestens seit der Pandemie wissen wir: Es geht auch anders.
Wie können Einzelne dazu beitragen, dass wir die Autos wieder loswerden?
Jede*r sollte sich kritisch fragen: Kann ich mein Leben auch so organisieren, dass ich den Bedarf an einem Auto reduzieren kann? Denn jedem einzelnen ist durchaus die Gabe gegeben, sein Leben auch ohne ein Auto im Hintergrund in den Griff zu bekommen.
Welche Rolle sollten Autos in einer Stadt der Zukunft spielen?
Das Auto wird nur noch ein Teil einer vielfältigen Verkehrslandschaft sein. Es wird nicht verschwinden, aber es wird anders verwendet: Man besitzt es nicht mehr, sondern nutzt es nur noch. Alle Fahrzeuge sind elektrisch und viele fahren automatisiert. Das heißt, das Robotaxi wird den Verkehrsalltag prägen.
Mi., 29.10. 19.00 Uhr, Eintritt frei
Autos zu Schiffen - Gespräch mit Mobilitätsforscher Andreas Knie
FFT Düsseldorf im Kap1
Konrad-Adenauer-Platz 1, 40210 Düsseldorf
www.fft-duesseldorf.de

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