Familienzusammenführung in der Tonhalle: Die Sternzeichen-Konzerte am 10., 12. und 13. Oktober versprechen eine musikalische Begegnung der Extraklasse. Daniel Téllez Gutiérrez, Solo-Posaunist der Düsseldorfer Symphoniker, trifft auf den schwedischen Posaunisten Christian Lindberg. Gemeinsam bringen sie mit den Düsseldorfer Symphonikern unter der Leitung von Alpesh Chauhan das neue Doppelkonzert »Memoria« zur Uraufführung. Geschrieben hat es die Komponistin und Grammy-Awards-Gewinnerin Andrea Tarrodi, die Lindbergs Tochter ist und bei der Premiere selbstverständlich anwesend sein wird – schöner kann man die Familie wohl kaum zusammenführen!
Christian Lindbergs Verdienste um die Posaune lassen sich in etwa damit vergleichen, was Paganini für die Violine oder Liszt für das Klavier geleistet hat. Mit Uraufführungen von über 300 Werken für Posaune und Einspielungen von über 70 Solo-CDs, dem International Classical Music Award »Artist of the Year 2016«, einem nach ihm benannten internationalen Solistenwettbewerb sowie der Wahl zum größten Blechbläser aller Zeiten – noch vor Berühmtheiten wie Wynton Marsalis, Dennis Brain und Maurice André –, ist Christian Lindberg eine lebende Legende.
Neben Tarrodis Konzert für zwei Posaunen und Orchester ist im zweiten Sternzeichen der noch jungen Saison auch die Orchestersuite »Vorspiel und Liebestod« aus Wagners Oper »Tristan und Isolde« zu hören. Gekrönt wird das Programm von Anton Bruckners monumentaler 7. Symphonie. Sie zählt zu den beliebtesten Werken des Komponisten und begeistert durch eine majestätische Klangsprache, tief empfundene Spiritualität und große emotionale Spannweite. Zudem schlägt die Symphonie den Bogen zum ersten Stück des Konzertabends: Mit seiner Siebten setzte Bruckner seinem großen Vorbild Richard Wagner ein musikalisches Denkmal, unter anderem durch den Einsatz eines ganz besonderen, seltenen Instruments aus der Familie der Waldhörner: der Wagnertuba. Das Publikum darf in diesen Symphoniekonzerten also nicht weniger als einen Traum aus Blech erwarten.
Wer sich vor oder nach dem Konzertbesuch noch eingehender und sehr unterhaltsam mit Bruckners 7. Symphonie auseinandersetzen möchte, sollte sich das »Quartett der Kritiker« am 13. Oktober um 18 Uhr im Kalender rot anstreichen. In der Rotunde der Tonhalle nehmen sich drei bekannte Musikkritiker, die alle der Jury zum Preis der deutschen Schallplattenkritik angehören, die wichtigsten Plattenaufnahmen des Werkes vor. Auf dem Podium diskutieren Wolfram Goertz (Rheinische Post), Joachim Mischke (Hamburger Abendblatt) und Jörg Lengersdorf (WDR) gemeinsam mit Principal Guest Conductor Alpesh Chauhan über ausgewählte Einspielungen von Bruckner 7. Es werden Hörbeispiele charakteristischer Ausschnitte vorgespielt, über man debattiert – Streit und Lobeshymnen nicht ausgeschlossen! Im Anschluss kann das Publikum dann das Werk live im Sternzeichen-Konzert von den Düsseldorfer Symphonikern unter der Leitung von Alpesh Chauhan hören und sich eine eigene Meinung von dieser Interpretation bilden.
Nach der erfolgreichen Premiere des »Quartetts der Kritiker« in der vergangenen Saison waren sich alle Beteiligten schnell einig: Das Veranstaltungsformat ist so gut, dass es eine Institution in der Tonhalle werden sollte – insofern ist die Vorfreude auf die zweite Auflage groß.
Tickets an der Konzertkasse und unter tonhalle.de

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