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„Wir wissen zu wenig voneinander.“

Marlin de Haan entwickelt einen performativen Parcours über Erinnerungen und Austausch

Über Loslassen, Ankommen und eine diverse Gesellschaft haben sich die Performer*innen von „Teller im Topf“ in den vergangenen Wochen Gedanken gemacht. Jetzt laden sie das Publikum ein, daran teilzuhaben – in Form eines Parcours zwischen Roadmovie und Performance, der vom FFT Düsseldorf zur Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus führt. Von Donnerstag, 29.1. bis Samstag, 7.2. können Besucher*innen an vier Terminen daran teilnehmen. Ins Leben gerufen wurde die installative Performance von der Düsseldorfer Künstlerin Marlin de Haan:

Für „Teller im Topf“ hast du Menschen gesucht, deren Lebensmittelpunkte sich drastisch verändert haben und sie in einen Austausch gebracht. Wie kam das zustande? 
Diese persönlichen Geschichten habe ich nicht gesucht, sondern bin darauf gestoßen worden. Erst habe ich zufällig das Gerhart-Hauptmann-Haus entdeckt und wollte mehr über den Ort wissen. Zu meiner Arbeitspraxis gehört, mit den Menschen vor Ort in Kontakt zu treten. Diese Begegnungen, meine eigenen Beobachtungen und die Auseinandersetzung mit meinem Team, fließen in die Arbeit ein. Am Gerhart-Hauptmann-Haus gibt es bereits das Austausch-Format „Gruppe“, in dem unterschiedliche Generationen ihre persönlichen Perspektiven auf Flucht, Vertreibung und Migration teilen. Für das Stück haben wir eine eigene „Gruppe“ etabliert und waren schnell von vielen Begegnungen und Gesprächen umgeben.

Was ist das Besondere an der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus?
Als ich zum ersten Mal dort war, hatte ich das ungute Gefühl, dass dort ein Teil der deutschen Geschichte präsent ist, über welchen ich persönlich zu wenig weiß. 2023 habe ich mich für ein Projekt erstmalig mit meiner eigenen Familiengeschichte auseinandergesetzt. Im Austausch mit meinem persönlichen Umfeld bekam ich den Eindruck, dass die künstlerische Auseinandersetzung mit der Geschichte der Stiftung etwas über Gemeinsamkeiten erzählen könnte. Und sei es nur, dass wir viel zu wenig voneinander wissen und es sich lohnen könnte, das zu ändern.

Die Erinnerungen und Geschichten der „Gruppe“-Mitglieder habt ihr – das künstlerische Team – weiterverarbeitet. In welcher Form werden sie dem Publikum präsentiert?
Wir arbeiten mit mehreren Erzählebenen, indem wir das Publikum durch unterschiedliche Räume führen (FFT-Foyer, Stadtraum, Stiftung), mit Projektionen und Klang interagieren und eine Performance in das Haus der Stiftung setzen. In jede dieser Ebenen sind die Begegnungen, Gespräche und Rechercheergebnisse der letzten Monate eingeflossen. Für das Publikum bieten sich Anknüpfungspunkte, Assoziationsmöglichkeiten und vielleicht neue Perspektiven.

Marlin de Haan – Teller im Top
Donnerstag, 29.1. – Samstag, 7.2. (wechselnde Uhrzeiten)
FFT Düsseldorf, (Konrad-Adenauer-Platz 1)

Termine und Tickets: fft-duesseldorf.de

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