Am Sonntag, den 15. März 2026 setzt Christoph Koncz im Zeughaus Neuss seinen Mahler-Zyklus fort. Nach dem schönen Erfolg, den die Deutsche Kammerakademie Neuss unter ihrem Chefdirigenten zu Beginn der letzten Saison mit der »reduzierten« fünften Symphonie erringen konnte, steht jetzt die neunte Symphonie auf dem Programm – und auch dieses monumentale Werke ist in einer Fassung für Kammerorchester zu hören.
Gustav Mahler sollte nicht mehr erleben, wie die letzte Symphonie, die er hatte vollenden können, vom Publikum und der Fachwelt aufgenommen wurde. Die Uraufführung am 26. Juni 1912 in Wien unter der Leitung von Bruno Walter, gut dreizehn Monate nach dem Tode des Komponisten, überraschte viele durch ihre Diktion, die freilich nur unverständlich sein konnte, so lange man die »inoffizielle« Neunte nicht kannte: Das Lied von der Erde, das bereits im November 1911 in München seine (erfolgreiche) Premiere erlebt hatte – diese Symphonie für Tenor und Alt enthält unzählige Hinweise auf den großen Abschied, den das nachfolgende Orchesterwerk zu zelebrieren scheint, und das markante, zweitönige Ewigkeitsmotiv lässt sich bis in die vierte Symphonie zurückverfolgen. Überdies sei nicht vergessen, dass Mahler auch mit seiner Zehnten bereits weit gekommen war, als er am 18. Mai 1911 an den Folgen seiner langjährigen Herzerkrankung starb – acht Monate, nachdem er mit seiner »Symphonie der Tausend« die bayerische Hauptstadt erobert hatte.
Nach Alban Bergs Auffassung war der erste Satz »das Allerherrlichste, was Mahler geschrieben hat. Es ist der Ausdruck einer unerhörten Liebe zu dieser Erde, die Sehnsucht, in Frieden auf ihr zu leben, sie, die Natur, noch auszugenießen bis in ihre tiefsten Tiefen – bevor der Tod kommt.« Der kommt indes nicht. Ein »etwas täppischer« Ländler und das burleske Rondo, das von seiner gewohnten Schlussposition an die dritte Stelle verschoben ist, kehren unmissverständlich in die Welt zurück, und auch das Adagio-Finale mit seinem nach zwei Takten einsetzenden Choralzitat (»Herr, bleib bei mir«) muss sich nicht zwangsläufig als das Ende aller Dinge deuten lassen; es ist vielmehr durchaus denkbar, dass sich diesem verklärten »Ab-Schluss« etwas Neues »an-schließen« sollte – ganz ähnlich, wie es Peter Tschaikowskij für seine Pathétique in Gestalt des dritten Klavierkonzertes (»Das Leben«) vorgehabt hatte. Hier wie dort schlug das Schicksal zu. Das aber besteht, wie Ralph Waldo Emerson so denkwürdig formulierte, in nichts als »nicht-entdeckten Ursachen«.
Die dkn spielt das Werk in der Kammerorchester-Bearbeitung des deutschen Pianisten und Arrangeurs Klaus Simon, die 2012 erstmals in der Berliner Philharmonie vorgestellt wurde.
MAHLER 9
Symphonie Nr. 9 von Gustav Mahler (Bearbeitung für Kammerorchester von Klaus Simon)
Leitung | Christoph Koncz
So, 15. März 2026
Zeughaus Neuss, Markt 42-44, 41460 Neuss
Konzerteinführung um 17.15 mit Dr. Matthias Corvin
Weitere Informationen: www.deutsche-kammerakademie.de

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