Bach, Belton, Birchall und Poulenc: Die Begegnung von Tanz und Orgelkomposition bildet die künstlerische Klammer für das Triple Bill aus einem Klassiker der jüngeren Tanzgeschichte und zwei Neukreationen. Unter dem Titel „OrgelPassion“ feiert das dreiteilige Ballettprogramm die Vielfalt von Tanz – interpretiert von dem einzigartigen Ensemble des Ballett am Rhein unter Leitung von Bridget Breiner und Raphaël Coumes-Marquet sowie intoniert von den Düsseldorfer Symphonikern und dem Organisten Markus Hinz.
Ausgangspunkt für das jüngste Triple Bill des Ballett am Rhein ist die Choreographie „Voluntaries“ von Glen Tetley und sein dafür gewähltes „Concerto für Orgel, Streicher und Pauke“ von Francis Poulenc. Glen Tetley gilt als bahnbrechend, was den Brückenschlag zwischen Ballett und Modern Dance angeht, sein Werk als wegweisend für nachfolgende Generationen von Choreograph*innen. „Die Orgel erschien mir immer wie eine Stimme Gottes“, so der US-Amerikaner, der am 3. Februar 2026 100 Jahre alt geworden wäre. Mit Referenz auf das musikalische „Voluntary“ als freie Instrumentalkomposition zumeist für eine Orgel und das aus dem Lateinischen stammende „volare“ (fliegen), erscheint Tetleys „Voluntaries“ von 1973 wie improvisiert und frei jeder Eingrenzung. Episoden schwebender Körperkonstallationen, angetrieben von Poulencs gewundenen Orgelmelodien und den treibenden Rhythmen der Pauken, entfalten schlicht Sogwirkung.
Stina Quagebeur ist für die Düsseldorfer*innen eine Neuentdeckung. Die Choreographin ist aktuell am English National Ballet in London assoziiert und war langjährig als herausragende Tänzerin unter anderem in Arbeiten von Akram Khan zu erleben. Für „Omelas“ ließ sie sich von der gleichnamigen dystopisch-fiktionalen Kurzgeschichte der Autorin Ursula K. Le Guin inspirieren. Als Handlungsballett angelegt und in Auseinandersetzung mit der neu geschaffenen Musikkomposition des Briten Jeremy Birchall, nimmt Quagebeur ihr Publikum mit auf eine Reise in die Utopie des bedingungslosen Glücks.
Er wirkte als Ballettchef hoch erfolgreich am Staatstheater Nürnberg, begeistert aktuell als neuer künstlerischer Leiter des Staatsballett Hannover, ist international gefragt und vielbepreist: Goyo Montero. In seiner für das Ballett am Rhein neu erdachten Choreographie „Aurea“ bezieht sich der ausgewiesene Bach-Experte auf das Harmonieprinzip des Goldenen Schnitts. Auf seiner Suche nach der perfekten Form und Bewegung – der Schönheit an sich – greift Montero mit der „Passacaglia“ auf das musikalisch und mathematisch perfektionierte Werk von J. S. Bach zurück und verbindet es mit einer eigens beauftragten Komposition des Kanadiers Owen Belton.
„OrgelPassion“ mit den Choreographien „Omelas“ (Uraufführung)
von Stina Quagebeur, „Voluntaries“ von Glen Tetley und „Aurea“
(Uraufführung) von Goyo Montero. Ab dem 14. März 2026 in Düsseldorf.
Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?
Als unabhängiges und kostenloses Medium ohne paywall brauchen wir die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser. Wenn Sie unseren verantwortlichen Journalismus finanziell (einmalig oder monatlich) unterstützen möchten, klicken Sie bitte hier.

Das Buch der Unruhe von Fernando Pessoa
Premiere im großen Haus am 28.3.
Rocko Schamoni – The King is Here to Stay
Am 7.4. im zakk…
Next Generation BigBand – JJO NRW & Challenger Camp
Am 11.4. in der Jazz-Schmiede
Ein Weg aus der Gewaltspirale?
Stephan Kimmig inszeniert Elektra im Opernhaus Düsseldorf. Vitali Alekseenok dirigiert.
Pump up THE JAMMM Vol. 2!
Vom 10. bis 12. April 2026 am tanzhaus nrw
Der Theatermacher von Thomas Berhard
Premiere im Kleinen Haus am 16.4.
Die Oper hat ein Architekturproblem.
Don Giovanni — Wiederaufnahme
René Marik – ZeHage!
17. und 18.4. im Savoy Theater Düsseldorf
Zaubershow: Peter Valance
18.4. in der Ratingen, Stadthalle
Café Kult: Reinhard Wilkens - Wolkig bis Heiter
23.4. im Bürgerhaus Reishol
Lars Reichow – Boomerland
23.4. im Kom(m)ödchen
Zwischen unendlicher Zeit und endloser Arbeit
Alexandra Waierstall und Elsa Artmann / SANFTE ARBEIT am tanzhaus nrw
Smartphones raus, Vorhang auf
Festival ON/LIVE am FFT denkt Theater und Digitalität zusammen
Anne Folger - Spielversprechend!
24.4. im Kulturhaus Süd
Kultur, Musik und Begegnung
Frühjahr im Maxhaus
„Hör auf zu versuchen, Gott zu sein“
Performance über Männlichkeit von waltraud900 im FFT Düsseldorf (6.3. & 8.3.)
Das NEINhorn von Marc-Uwe Kling und Astrid Henn
Premiere im Central 1 am 8.3. - Junges Schauspiel
Springmaus - Mice Girls
8.3. in der Stadthalle Ratingen
HOLY SHIT
Sinnliche Erfahrung und kollektive Explosion am tanzhaus nrw
Katie Freudenschuss - Nichts bleibt wie es wird
13.3. im Kulturhaus Süd
Verbrennungen — von Wajdi Mouawad
Premiere im Kleinen Haus am 14.3. - Stadt:Kollektiv
MAHLER 9
15. März um 18 Uhr im Zeughaus Neuss
Café Kult: Swing Kabarett Revue
19.3. im Bürgerhaus Reisholz
Georgette Dee singt – begleitet am Flügel von Terry Truck
20.3. im Savoy-Theater
Filippou & Lucaciu
20.3. in der Jazz-Schmiede