Der griechische Gott Apollon ist der Gott der Künste und seit der Antike ein männliches Schönheitsideal. Welche Spuren hat er in unserem heutigen Männlichkeitsbild hinterlassen? Die Künstlerinnengruppe waltraud900 erforscht diese Frage gemeinsam mit einem Ensemble aus Jungs und jungen Männern zwischen 15 und 20 Jahren. Sie befragen ihr eigenes Verständnis von „männlichem Erbe“ und suchen nach neuen Rollenbildern. Zu sehen ist „Apollon – Stop Tryna be God“ am Freitag, 6.3. und Sonntag, 8.3. im FFT Düsseldorf. Wir haben vorab mit den Künstlerinnen gesprochen:
Für „Apollon“ arbeitet ihr mit Jungs und jungen Männern zusammen. Was hat euch an der Zusammenarbeit am meisten interessiert?
Oft werden Jungs und junge Männer gerade als Problemträger beschrieben, auf der anderen Seite eröffnen sich ihnen heute vielfältige Möglichkeiten, moderne Rollenbilder aktiv mitzugestalten und gesellschaftliche Verantwortung neu zu definieren. Dieses Spannungsfeld erzeugt Anspannung, Unsicherheit und Druck, und wie junge Männer mit diesem Druck umgehen, war für uns eine spannende Ausgangsfrage.
Warum habt ihr als Ausgangspunkt für eure Arbeit den griechischen Gott Apollon gewählt?
Als deutsch-griechisches Kollektiv greifen wir in unseren Arbeiten gerne auf die griechische Mythologie als Ausgangspunkt zurück. Der Gott Apollon verkörpert dabei ein extremes Ideal: Er ist strahlend schön, der Gott der Künste, Hüter von Vernunft und Ordnung, Liebhaber von Frauen und Männern. Uns beschäftigt die Frage, wie heutige Männlichkeitsbilder unter dem Druck eines solch vermeintlich perfekten Vorbilds bestehen können. Wo finden sich moderne Apollons in der heutigen Popkultur, und wie gehen wir mit ihnen um?
Die Erfahrungen und Geschichten der Performer habt ihr gemeinsam zu einer Performance geformt. Was kann das Publikum von euren Vorstellungen erwarten?
Wir verweben die antiken Mythen über den Gott Apollon mit den Biografien und Geschichten der Performer und suchen nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Wir laden zu den elf Jungs und jungen Männern den Rapper Ugur Kepenek aka Busy Beast auf die Bühne ein, arbeiten viel mit Live-Musik und Tanz und versuchen vor allem, einem ernsten Thema mit viel Humor und Zuneigung zu begegnen.
Freitag, 6.3. 19.00 Uhr und Sonntag, 8.3. 18.00 Uhr
Apollon – Stop Tryna be God
FFT Düsseldorf, (Konrad-Adenauer-Platz 1)
Termine und Tickets: fft-duesseldorf.de

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