Was war das für ein Jubel, als Hans Hoffs formidable Soulband Blue Again vor zwei Jahren die rappelvoll ausverkaufte Jazz Schmiede zum Kochen gebracht hat. Auf Wolken sind die Musiker von der Bühne geschwebt und konnten sich eine schönere Zeit nicht vorstellen. Aber wie das im Leben nun mal so ist, folgen auf euphorische Gipfelerfahrungen regelmäßig die Mühen der Ebene. Kurz danach musste nämlich ein neuer Keyboarder gesucht werden. Dann klopfte auch noch kein Geringerer als Herbert Knebel an und suchte für sein Affentheater einen neuen Drummer und hatte den ausgerechnet bei Blue Again entdeckt. Nun ist aus dem wackeren Blue-Again-Schlagwerker Stefan Lammert Bumm-Bumm-Roy aus Remscheid geworden. „Wir gönnen ihm das von Herzen“, sagt Hans Hoff: „Bei uns gibt es nur Ruhm und Ehre, bei Herbert Knebel auch ein bisschen Geld.“ Aber wie es das Schicksal so will, öffnet sich für jede Türe, die ins Schloss fällt, eine neue. Und so fügte es sich, dass beim jüngsten Jazz-Schmiede-Konzert an der Seite ein begeisterter Drummer namens Karl Fedke stand, der auf die Frage, ob er eventuell Lust hätte, die Schießbude zu bedienen, ein schnelles Ja in den Raum warf und nun zusammen mit Hans Lammert an den Keyboards frischen Drive in die Combo bringt.
Somit hat sich Blue Again zur echten NRW-Multikultiband entwickelt. Karl Fedke kommt nämlich aus Wolperath im Rhein-Sieg-Kreis, wo einst der legendäre Conny Plank sein Studio hatte. Hans Lammert, übrigens der Bruder des abtrünnigen Drummers, wohnt in Moers, Gitarrist Martin Langwald in Rheinberg, Bassist Yul Czernik in Krefeld, und der Saxophonist Achim Rietzler residiert in Norf. Sänger Hans Hoff ist immer noch im Eifel-Städtchen Nideggen verhaftet, kann aber nicht leben ohne mindestens einen Bilk-Besuch pro Woche. Hier ist er schließlich aufgewachsen, in Sichtweite der Jazz Schmiede, und somit ist ein Konzert dort für ihn immer auch ein Heimatbesuch.
„Wir versoulen die Jazz Schmiede mal so richtig“, sagt Hans Hoff, einst geschätzter Biograph-Autor, und verspricht eine Setlist, die neben den üblichen Klassikern aus der Memphis-Soul-Schmiede auch viel Artverwandtes im Angebot hat. „Gerade erarbeiten wir uns eine knackige Version von ,Spinning Wheel‘“, berichtet Hans Hoff von den Vorbereitungen und rät, sich zeitig Tickets zu besorgen. „Beim letzten Mal waren wir drei Wochen vorher ausverkauft und mussten am Abend viele Fans enttäuscht nach Hause schicken.“
Blue Again feat. Hans Hoff – Auch ohne Herbert Knebels Drummer ein Pfund
26.2.
Jazz-Schmiede
Himmelgeister Straße 107g
www.jazz-schmiede.de

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