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Foto: Günter Haese mit seiner Arbeit „Mentor“ von 1991, 66,5 x 51,5 x 14 cm. Messing, Phosphorbronze. Foto ©: Eri Krippner

Günter Haese zum 100. Geburtstag

Am 18. Februar 1924 wurde das Nordlicht Günter Haese in Kiel geboren. Von 1950 an stu­dierte er an der Düsseldorfer Kunstaka­de­mie bei Bruno Goller und Ewald Mataré, dessen Meisterschüler und Mitarbei­ter er wur­de. Bald schon zählte er, der Solitär, zur Düsseldorfer Kunst­szene. 1964 wurde er auf der documenta III ausgestellt. Im gleichen Jahr zeigte das Museum of Modern Art in New York ihn als ersten Deut­schen seit 1945 in einer Einzelaus­stellung. 1966 war er im deutschen Pavillon auf der Biennale Venedig XXXIII zu sehen. Kraftmeierei war nicht seine Sache. Der spontane Gestus auch nicht. Er kreierte seine Raumgeschöpfe mit feinem Mes­sing­­draht und der Akribie eines Uhr­­machers.

Er war einer der ganz Leisen und doch ein shooting star!
Ist seine Kunst derart zeitgebunden, dass ihn heute nur noch wenige kennen? Im Gegen­­teil! Schaut man seine Geschöpfe an, mag man sich an fein vernetzte Men­schenmengen und ihre Verletzlichkeit erinnert fühlen. Oft behauptet sich eine Arbeit, beängstigend zart und hoch auf dünnen Füßen, in stupender Souveränität. Ein einziger Hauch versetzt das Gefüge in Schwingung, doch gleich sucht das gesamte System nach seiner Balance und Ru­­he. Betrachten gerät so zur Meditation. Federnde Leich­­­tig­­keit und Wachsamkeit dem Nächsten gegenüber klingen an als Über­le­bens­­prinzip. Der Blick richtet sich auf Integ­ration in ein weit umfassendes System. Leise und klug!

Günter Haese starb am 30. November 2016.

Anna Schlüter

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