In seinem Stück entwirft der Autor, einer der Hauptvertreter des absurden Theaters, die Metamorphose einer ganzen Gesellschaft. Schrittweise tauschen die Bürger:innen einer kleinen Stadt ihre unauffällige menschliche Existenz gegen ein Leben als kraftstrotzende Dickhäuter ein – sie werden zu Nashörnern. Was zunächst noch für Befremden oder Erschrecken in der Bevölkerung sorgt, wird bald attraktiv und erstrebenswert. Allein der Büroangestellte Bérenger verweigert sich der grassierenden Rhinozeritis, während sein gesamtes Umfeld – ganz normale Leute – allmählich nachgibt. Ob Bérenger aus Willensstärke oder Mangel an Mut zur Veränderung standhaft bleibt, ist eine Frage der Perspektive.
Als Student in den 1930er-Jahren erlebte Eugène Ionesco, wie sich immer mehr Menschen für den Faschismus begeisterten. Mit »Die Nashörner« verleiht der Autor seinem eigenen Schrecken Ausdruck und bezieht Stellung gegen jede Form von Kollektivismus. In einer Zeit, in der sich immer mehr Demokratien auf der ganzen Welt in Autokratien verwandeln und Faschismus nicht nur ein historisches Phänomen darstellt, ist »Die Nashörner« das Stück der Stunde.
Die Nashörner von Eugène Ionesco
Neuübersetzung von Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel
PREMIERE IM GROSSEN HAUS AM 12.12.
Mit: Markus Danzeisen, Claudia Hübbecker, Florian Lange, Heiko Raulin, Thiemo Schwarz, Sophie Stockinger, Fnot Taddese, Sebastian Tessenow
Regie: Selen Kara
Bühne: Lydia Merkel
Kostüm: Anna Maria Schories
Musik: Torsten Kindermann
Licht: Konstantin Sonneson
Dramaturgie: David Benjamin Brückel
D‘haus
Gustaf-Gründgens-Platz 1
40211 Düsseldorf
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www.duesseldorfer-schauspielhaus.de

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