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Harkeerat Mangat in seiner Installation „Fürstenplatz“ im KIT, © Künstler
Foto: Ivo Faber

Das weite Spektrum der jungen Kunst

Das Stipendium Vordemberge-Gildewart im KIT

„Kunst im Tunnel“, der schlauchartige, unterirdische und noch leicht abfallende Ausstellungsraum am Rhein hat sich als herausfordernde Präsentationsfläche für die jüngste Künstler*innengeneration etabliert. Organisatorisch der Kunst­halle zugeordnet und unter der souveränen kuratorischen Leitung von Gertrud Peters, hat sich der Radius der ausstellenden Künstler*innen allmählich er­wei­tert und kehrt doch immer wieder zur hiesigen Kunstakademie zurück.

Das gilt auch für die aktuelle Schau zur Endauswahl für das Vordemberge-Gildewart-Stipendium. Fast alle Künstler*innen haben an der Düsseldorfer Akademie studiert. Das nach dem Maler Friedrich Vordemberge-Gildewart (1899-1962) benannte und von dessen Stiftung dotierte Stipendium wird an eine*n Künstler*in unter 35 Jahren verliehen, die Auswahl stammt von mehreren Juroren. Spannend ist, dass hier zentrale Fragen und Aspekte unserer Gesellschaft wiederkehren, insbesondere Gender; Körperbewusstsein sowie Präsentation, Repräsentation und Referenz des Körpers; Kommunikation verschiedener Identitäten und gegenseitiges Verständnis; biographische Erzäh­lung und kollektive Erfahrung, die Bildung und Formulierung von Erinnerung; Überlieferung und Neuinterpretation; kulturelle Aneignung und der Umgang mit Tradition: übersetzt und exemplarisch vertieft in einem weiten Spektrum künstlerischer Praktiken, das von der Malerei über die Skulptur und Installation hin zur Performance und Netzkunst reicht. Einige der Künstler*innen sind bereits etabliert, Paul Czerlitzki etwa, den die Galerie Fischer vertritt, Nicholas Grafia & Mikolaj Sobczak, die als Performanceduo und Installationskünstler etwa auf dem Steirischen Herbst und im Berliner Haus der Kulturen der Welt aufgetreten sind, Eliza Ballesteros, deren Werk gerade mit dem Katalog­stipen­dium Young Artist Published prämiert wurde, und Donja Nasseri, die derzeit beim Kunstpreis junger westen in der Kunsthalle Recklinghausen und bei der Sammlung Philara ausstellt.
Ausgezeichnet aber wurde im KIT Harkeerat Mangat, der, mit indischen Wurzeln, 1990 in Kanada geboren wurde und an der Kunstakademie bei Christopher Williams studiert hat. Zu sehen ist sein filmisches Projekt zum Fürstenplatz, den er mit einem Fest mit ortsansässigen Akteur*innen vitalisiert hat, welches auf die multikulturelle Atmosphäre und die Gentrifizierung hinweist, dazu gehören auch Vorführungen, etwa mit einem Kasperletheater: Zu sehen ist das im KIT in einer Installation, deren Utensilien die Situation des Festes rekonstruieren: mehr Lokalkolorit und Repräsentation geht kaum.

Stipendium Vordemberge-Gildewart 2021 bis 13. Februar im KIT,
Mannesmannufer 1b, bis 13.2., Di-So 11-18 Uhr, www.kunst-im-tunnel.de

TH

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