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4 Legs Good Remix – Claire Cunningham
© Meyer

Mehr Beweglichkeit in Körpern und Köpfen beim Festival Claiming Common Spaces (10.-13.9.)

FFT und tanzhaus nrw eröffnen gemeinsam die neue Spielzeit

Bald ist es so weit: Mehr als 100 Künstler*innen kommen Anfang Sep­tem­ber für einen außergewöhnlichen, gemeinsamen Spielzeitauftakt der beiden internationalen Produktionshäuser in Düsseldorf zusammen. Das tanzhaus nrw und das FFT Düsseldorf richten von Donnerstag, 10. September, bis Sonntag, 13. September, das Festival Claiming Common Spaces aus. Die vier Festivaltage stehen unter dem Motto Shift the Vibe: Ein Aufruf zu mehr Beweglichkeit in den Körpern und in den Köpfen.

Mit dem transnationalen Gemeinschaftsprojekt „Sieg über die Sonne“ wird das Festival eröffnet (10.9. + 12.9.). Die Uraufführung der futuristischen Oper im Jahr 1913 sollte ein neues Zeitalter in Kunst und Gesellschaft einläuten, führte jedoch zum Skandal. Überliefert sind nur Fragmente, die Showcase Beat Le Mot, Von Krahl Theater Tallinn, Solistenensemble Ka­lei­doskop und Maya Dunietz in ein schillerndes Spiel aus Klang, Körper und Lichtquanten verwandeln. Die Frage nach der Zukunft stellt auch die griechische Choreografin Chara Kotsali: In ihrem intensiven Tanzstück stellt sie die Vorstellung des chronologischen Fortschritts auf die Probe. In „It’s The End Of The Amusement Phase“ (12.9. + 13.9.) wirbeln drei unermüdliche Tänzerinnen durch einen Zeitstrudel – angetrieben von Gitarren­riffs und Percussion. Sie machen ihren enttäuschten Hoffnungen Luft, be­gehren auf gegen eingefahrene Struk­turen und stellen die Frage: Was kommt nach dem Ende des Zeitalters der Unterhaltung?

Viele weitere Festival-Beiträge bieten Inspi­ra­tion gegen die Tendenzen zur Verhärtung und Polarisierung: Magda Szpecht untersucht die Auswirkungen hybrider Kriege auf unsere Em­pa­thiefähigkeit. kiana rezvani öffnet einen tänzerischen Raum für Erinnerung, Trauer und Zärtlichkeit. ZOE und HAUS MAWU transformieren in einem performativen Ritual diasporische Erfahrungen zu Freude und Hingabe. Eisa Jocson & Venuri Perera feiern mit ihren „Sweeping Sisters“ weibliche Solidarität. Karol Filos und Mike Dele Dittrich Frydetzkis Solo-Performances reflektieren Gewalt und queere Selbstinszenierung. Nicht zuletzt teilt die renommierte Choreografin Claire Cunningham, wie Krücken zu einem Werkzeug der Selbstermächtigung werden können.

Neben den Bühnenstücken richtet das Festival den Blick auf die „Kunst der Gemeinschaft“. Beeindruckende Initiativen aus lokalen Netzwerken und Communities laden zur Begegnung ein. Dabei sind unter anderem die Hools of Fashion aus Hamburg und die Frauen des Arabischen Themen­tischs aus Berlin.

Das eindrucksvolle Programm schöpft aus den Synergien der sieben deutschen Bühnen, die im Bündnis internationaler Produktionshäuser zusammenarbeiten. Claiming Common Spaces findet jedes Jahr in einer der Städte statt, in denen sich die internationalen Produktionshäuser befinden.

Das gesamte Festivalprogramm und Tickets gibt es auf fft-duesseldorf.de und tanzhaus-nrw.de. Während der Festivaltage gibt es verschiedene Access-Angebote, die auf den Webseiten zu finden sind.

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