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Forum

Es gibt 368 Beiträge von Raspa

The Father

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Großartig

13.06.2022

Matt513 hat den Film schon überaus treffend beschrieben, so dass ich eigentlich nicht mehr viel hinzufügen muss. Auch ich habe schon einige Filme zum Thema "Demenz" gesehen, darunter ausgezeichnete wie z.B. "Iris" über die letzten Jahre von Iris Murdoch, und leider auch einen so missratenenen wie "Honig im Kopf". "The Father" unterscheidet sich aber von allen anderen durch die Perspektive - Matt513 hat dies ja erklärt - , die einem als Zuschauer regelrecht den Boden unter den Füßen wegzieht. Ein Aspekt, der mich noch sehr berührt hat, weil ich einen ähnlichen Fall selbst erlebt habe, ist die schreckliche Ungerechtigkeit, mit der der alte Mann die verstorbene Tochter idealisiert und damit die andere, die sich für ihn aufopfert, immer wieder vor den Kopf stößt. Hopkins deutet in einem Interview an, dass sein eigener Vater sich ihm gegenüber ähnlich verhalten habe und dass es ein seltsames Gefühl gewesen sei, im Grunde den Charakter seines Vaters am Ende von dessen Leben nachzuzeichnen. Nun, woraus er auch geschöpft haben mag, seine Darstellungskunst ist grandios und gar nicht hoch genug einzuschätzen. Unbedingt sehenswert also!

Shining

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Immer noch grandios

28.04.2022

Ich habe mir den Film noch einmal angesehen, um mir später Dr. Sleeps Erwachen anzuschauen, der ja als eine Art Fortsetzung gilt. Dabei wollte ich auch überprüfen, ob es gute Gründe für St. Kings Kritik an der Verfilmung seiner Vorlage gibt. Auch wenn ich diese nicht gelesen habe, glaube ich doch, dass man diese zurückweisen kann. King will offenbar nicht akzeptieren, dass ein Film ein Werk sui generis ist und sich nicht auf bloße Reproduktion eines literarischen Textes beschränken sollte. Kubrick hat ein faszinierendes Portrait einer dysfunktionalen Familie gedreht und hatte dabei drei herausragende Darsteller zur Verfügung. Allen voran natürlich Jack Nicholson. By the way: Happy birthday, old boy!

Geschichten vom Franz

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Ansprechend modernisiert

15.04.2022

Wenn man heute Kinderbuchklassiker verfilmt, kann man natürlich nicht so tun, als ob alles noch so wie vor 30, 40 oder mehr Jahren wäre. Also benutzen die Wiener Grundschüler und -schülerinnen hier selbstverständlich auch Smartphones, und Franzens großer Bruder ist ein fanatischer Gamer. Auch die Schule hat sich seit den Zeiten der originalen Nöstlinger - Geschichten stark verändert, was man freilich hier eher ausgespart hat: Der autoritäre Klassenlehrer "Zickzack" wirkt wie ein Relikt aus alten Pauker - Zeiten. Undenkbar, dass ein Lehrer junge Schüler heute noch mit Nachnamen anredet. Ansonsten hat man einige Handlungsstränge aus Nöstlingers Geschichten aber geschickt zusammengefügt und, v.a. auch dank der herzerfrischenden Spielfreude der jungen Akteure, einen Film produziert, der bei der Zielgruppe gut ankommen sollte. Ich sah den Film mit meinem 7jährigen Enkel, dem er, wie mir auch, sehr gut gefallen hat und den auch der österreichische Sprachduktus nicht gestört hat. Fazit: Ein gutes Beispiel für den berühmten "Film für die ganze Familie".

Parallele Mütter

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Por un lado - por otro lado

30.03.2022

Was auf deutsch soviel wie einerseits - andererseits heißt und sagen will, dass man diesen Film, je nach Sichtweise, loben und / oder kritisieren kann. Was ist zu loben? Dass Almodóvar wieder einmal großartige Rollen für Frauen geschaffen hat, die v.a. von P. Cruz und auch von der jungen M. Smit wunderbar ausgestaltet werden. Die Person des Geliebten bleibt dagegen eher oberflächlich skizziert, Männer interessieren Almodóvar wohl einfach nicht so stark wie Frauen; das war ja schon immer so bei ihm. Weiterhin gefiel uns, wie liebevoll hier spanisches Alltagsleben wiedergegeben wird, etwas, das besonders denen gefallen wird, die Spanien wirklich gut kennen. Wo liegen nun aber die Kritikpunkte? Nun, die Geschichte um die beiden so ungleichen Mütter und die vertauschten Babys ist ja ein echtes Melodram, ganz in der Tradition z.B. eines Douglas Sirk. Zugleich geht es dem Autor und Regisseur aber um ein für Spanien immer noch sehr brisantes Thema, nämlich die im spanischen Bürgerkrieg von den Falangisten schmählich ermordeten und verscharrten politischen Gegner. Und dieses zweite Thema ist recht gewaltsam mit dem Melodram verknüpft, bleibt daher eher nur die Umrandung der Haupthandlung und hätte eigentlich einen eigenen Film verdient, der sich ganz dieser Problematik widmet. Daher bleibt als Fazit: Ein sehenswerter Film, der aber dennoch nicht restlos überzeugen kann.

West Side Story

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Gelungenes Remake

06.01.2022

Sähe man diesen Film und wüsste vorher nicht, wer ihn gedreht hat, käme man dann auf den Namen Spielberg? Wohl kaum, denke ich, was aber nur belegt, dass dieser Regisseur wirklich in allen Sätteln gerecht ist. Warum lohnt es sich, dieses klassische Musical noch einmal zu verfilmen? Spielberg überträgt es ja nicht in die heutige Zeit, die Kulissen, die Autos, die Mode, alles bleibt im Stil der Entstehungsepoche. Was modern ist, das ist der Mut, die Puertoricaner viel Spanisch sprechen zu lassen ( unsynchronisiert und ohne Untertitel! ), und auch, wenn sie auf Englisch singen, bleibt ihr Akzent immer unüberhörbar. Und gesungen und getanzt wird ganz ausgezeichnet! Zudem werden die Identitätsprobleme - wann ist man ein "echter" Amerikaner und wann nicht? - stärker betont als in der früheren Filmfassung, soweit ich mich an diese erinnern kann.
Die Lieder werden untertitelt. Die Übersetzung stellte mich nur teilweise zufrieden. Die wunderbaren Lyrics des kürzlich verstorbenen St. Sondheim werden oft zu frei und unnötig schwülstig übersetzt, versuchen auf unangemessene Weise allzu poetisch zu sein.
Die beiden Protagonisten sind hinreißend in ihrer wunderbaren Jugendlichkeit, was auch insgesamt für die Besetzung gilt. Gute Arbeit des Casting-Teams!
Fazit: Ein sehenswerter Film auch für Nicht-Musical-Fans wie mich.

Respect

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Respekt!

02.12.2021

Es gibt vielleicht ein wenig zu viele Musiker - Biopics in den letzten Jahren. Dieses hier ist aber etwas anders, und zwar, weil es sehr viel mehr als die Bisherigen auf die Kraft der Musik vertraut. Oft werden die berühmten Songs ja sonst nur angetippt, und schon geht es im Sauseschritt weiter durch das Leben der Protagonisten, meist mit vielen Rückblenden garniert. Hier wird fast ausschließlich chronologisch erzählt, endend mit der Aufnahme des berühmten Gospel - Albums in einer Kirche, das überraschend ihr erfolgreichstes werden sollte. Jennifer Hudson ist von ihren darstellerischen Fähigkeiten her vielleicht nicht die größte Künstlerin, dafür jedoch hat sie eine umwerfende Stimme, die der von Aretha beachtlich nahe kommt. Und beim Singen erreicht sie auch die mimische Überzeugungskraft, die ihr sonst ein wenig abgeht. Sehr gut agiert Forest Whitaker als zugleich liebevoller wie autoritärer und bisweilen cholerischer Vater, ein Freund und Gefährte von M. L. King, dessen Anliegen Aretha auch vehement unterstützt. Sie wird im Übrigen nicht glorifiziert, denn auch einige weniger schmeichelhafte Seiten ihrer Persönlichkeit werden nicht ausgespart.
Insgesamt ein Film, der vor allem Freunden der Soul-Musik mit Sicherheit gefallen wird.

Nomadland

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She's the one

25.11.2021

Es ist eine großartige Sache, dass der - neben Meryl Streep - größte weibliche Star des amerikanischen Kinos eine so völlig unglamouröse und unprätentiöse Person wie Frances McDormand ist. Sie ist in jeder ihrer Rollen einfach grandios ( ganz besonders fabelhaft war sie übrigens in der Miniserie "Olive Kitteridge" nach dem Roman von E. Strout, besorgen Sie sich diese DVD! ), und so auch hier als entwurzelte Fern, die per Van durch die amerikanischen Lande zieht. Allerdings muss ich ganz ehrlich gestehen, dass ich den Film, allen Auszeichnungen zum Trotz, doch ein wenig langatmig fand. Gewiss, auf äußerliche Spannung wurde hier bewusst verzichtet, und doch, etwas mehr Tempo hätte vielleicht nicht geschadet. Schon seiner großartigen Hauptdarstellerin wegen lohnt das Ansehen jedoch auf jeden Fall.

Contra

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Milde Milieukomödie

12.11.2021

Als "Wohlfühlfilm" wurde der Film in der "ZEIT" deklariert, und das war keineswegs positiv zu verstehen. Und ja, an dieser Kritik ist etwas dran. Den Konflikt zwischen einem sarkastischen Snob und einer bildungshungrigen Migrantin hätte man durchaus mit mehr Biss inszenieren können. Die Nebenfiguren aus Familie und Umgebung der jungen Frau bleiben sehr flach, so dass die Last der Zuschauerwirkung fast vollständig von den beiden Protagonisten getragen werden muss. Die beiden spielen allerdings sehr gut, wobei es mir bei Ch. M. Herbst so geht, dass ich immer noch ein wenig den "Stromberg" wiedererkenne, selbst wenn es eigentlich eine völlig andere Figur ist, die er jeweils spielt. Das mag ungerecht sein, ist jedoch eine Folge, wenn man einen Schauspieler sehr lange in einer Serienrolle verfolgt hat. Dass die Lust des Professors am arroganten Sarkasmus auf eine Familientragödie zurückgeführt wird, erschien mir wenig überzeugend, wirkte wie eine etwas angepappte Rechtfertigung für dessen verbale Provokationen. Aber dafür kann Herbst nichts, das ist dem doch etwas glatt gebügelten Drehbuch zuzurechnen.
Insgesamt: Ein netter Film, der zwei Stunden lang gut unterhält, der Probleme wie Integration und Alltagsrassismus jedoch etwas oberflächlich abhandelt.

Ich bin dein Mensch

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Anregend

04.11.2021

Der klugen Rezension, die man auf dieser Seite unter "Filmkritik" lesen kann, ist nicht viel hinzuzufügen. Die beliebte Klischeeformel, der Film "rege zum Nachenken an", hier trifft sie durchaus zu. Vor allem tragen die beiden Hauptdarsteller die Handlung mit großer Spielfreude. Mir hat auch gefallen, dass Maria Schrader nicht versucht hat, diese Handlung in eine fernere Zukunft zu versetzen, in der dann alle möglichen Requisiten irgendwie "futuristisch" erscheinen müssten, sondern sie einfach im Heute, allenfalls vielleicht in der ganz nahen Zukunft spielen zu lassen, so dass die Ausstattung nicht von der eigentlichen Thematik ablenken kann.
Sehenswert und unterhaltsam.

Die Outsider

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Gut gealtert

03.11.2021

Schön, dass man diesen frühen Coppola jetzt - zumal in der vom Regisseur verlängerten Fassung - im Kino sehen konnte. Es ergeben sich für den Betrachter verschiedene Zeitebenen. Einerseits ist der Film selbst fast vierzig jahre alt, andererseits wurde der Roman, der als Vorlage diente, im Jahr 1967 geschrieben, und so ist denn auch die Handlung etliche Jahre vor der Entstehungszeit angesiedelt, was sich atmosphärisch auch deutlich widerspiegelt. Diese Handlung erinnert entfernt an "West Side Story", denn auch hier geht es um zwei jugendliche Cliquen, die einander erbittert bekämpfen. Dementsprechend spielt Gewalt eine gewichtige Rolle ( immer wieder werden drohend Messer aufgeklappt, was ja leider wiederum für uns eine traurige Aktualität hat ), andererseits gibt es aber auch sehr enge Jungenfreundschaften und eine gewisse Sentimentalität, die vermutlich der Vorlage der überaus jungen Autorin des Romans geschuldet ist. Der Film nimmt sich auf heutzutage unübliche Weise viel Zeit für die Entwicklung der Beziehungen und der Figuren und enthält viele ausgesprochen schöne Großaufnahmen.
Insgesamt eine lohnende Wiedentdeckung!

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