Yorgos Lanthimos (*1973) ist nicht nur einer der ersten Filmemacher der sogenannten „Greek Weird Wave“ (dt.: griechische seltsame Welle), sondern auch der bekannteste. Spätestens seit POOR THINGS (2023) ist er zudem im Mainstream angekommen.
Das Kino der „Greek Weird Wave“ oder auch „Greek New Wave“ entstand als Reaktion auf den Höhepunkt der Finanzkrise und die damit verbundenen gesellschaftlichen Unruhen um 2008. Das Seltsame zieht sich seitdem durch Lanthimos’ einzigartiges Werk. Im Mittelpunkt stehen fast immer Menschen, die ihrer Gefühle und damit auch ihrer Menschlichkeit beraubt zu sein scheinen. Die innere Leere spiegelt sich dabei oft in der Architektur und in den Orten wider, an denen sie sich aufhalten. Vor allem zeigt sie sich aber in der Mimik, Gestik und Sprache der Figuren, die von Lanthimos oft so weit dekonstruiert werden, dass sie aufgrund ihrer Sperrigkeit fremdartig erscheinen. Das daraus resultierende Moment der Absurdität kann dabei sowohl für komödiantische Unterhaltung als auch – mit einem eindringlichen Blick in die menschlichen Abgründe – für Unbehagen sorgen, das nur schwer zu begreifen ist. Die Form von Lanthimos’ Kino greift diese Stimmung auf, indem vor allem auf nicht-lineare Erzählstrukturen zurückgegriffen wird, die oft überraschend und zuweilen rätselhaft erscheinen. Ebenso erzeugen Kameraoptik und -führung einzigartige Atmosphären und neue Blickwinkel. Unsere Realität, die oft unüberschaubar aus unausgesprochenen Regeln und sozialen Normen besteht, nimmt Yorgos Lanthimos in seinen Filmen immer wieder auseinander, um sie neu zusammenzusetzen. Mit diesen neu konstruierten Realitäten erschafft er Zwischenräume, die das Bestehende hinterfragen und somit das für selbstverständlich Gehaltene ins Wanken bringen.
Die Reihe „Yorgos Lanthimos: Kino des Unbehagens“ präsentiert nicht nur Lanthimos’ Gesamtwerk an Langspielfilmen in Einzelregie, sondern wird auch von einer Auswahl von Filmen begleitet, die – oft nach Lanthimos’ eigener Aussage – entweder im Allgemeinen oder ganz konkret Einfluss auf sein Schaffen genommen haben oder immer noch nehmen. Interessant ist dabei die Bandbreite seiner Vorbilder, die über das zentraleuropäische Kino hinausreichen, sowie der Vergleich ihrer Erzählstrukturen, die zumeist, wie bei Lanthimos, von klassischen Erwartungshaltungen abweichen.
In Kooperation mit Filmforum – Freundeskreis des Filmmuseums.
Die Filme im Überblick:
MI 2.9. 20:00 | SA 12.9. 21:15
BUGONIA · USA·KOR·IR 2025
SA 5.9. 20:00
KINDS OF KINDNESS · GB·USA 2024
SO 6.9. 13:00 | SO 13.9. 16:00
LE FANTÔME DE LA LIBERTÉ · F 1974
FR 11.9. 18:30 | MI 16.9. 20:00
POOR THINGS · GB 2023
FR 11.9. 21:15
THE FAVOURITE · GB·IR·USA 2018
SA 12.9. 19:00
JIGU-REUL JIKYEORA! · Jang Joon-hwan, KOR 2003
FR 18.9. 19:00 | SO 20.9. 16:30
KOROSHI NA RAKUIN · Seijun Suzuki, J 1967
FR 18.9. 21:00 | SO 20.9. 14:00
THE KILLING OF A SACRED DEER · IR·GB 2017
SA 19.9. 21:15 | MI 30.9. 20:00
THE LOBSTER · GR·GB·FR·IR·NL 2015
MI 23.9. 20:00 | SA 3.10. 19:00
OI VOSKOI · Nikos Papatakis, GR 1967
FR 9.10. 19:00 | SO 11.10. 12:00
CSILLAGOSOK, KATONÁK · Miklós Jancsó, H·UdSSR 1967
FR 9.10. 20:45 | SO 18.10. 14:30
ALPIS · GR 2011
SO 18.10. 16:30 | FR 23.10. 20:30
KYNODONTAS · GR 2009
FR 23.10. 19:00 | SA 24.10. 21:00
PICKPOCKET · Robert Bresson, F 1959
SA 24.10. 19:00
KINETA · GR 2005
BLACK BOX – Kino im Filmmuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf
Schulstraße 4
40213 Düsseldorf
google maps
Telefon 0211 8 99 22 32
filmmuseum@duesseldorf.de
www.duesseldorf.de/filmmuseum

Stummfilm + Musik (September 26)
Am 26.9. im Filmmuseum Düsseldorf
Filmnächte unter Sternen
Das alltours Open Air im August 30. Juli bis 6. September
CELEBRATING MARILYN! ZUM 100. GEBURTSTAG EINER IKONE
Fortsetzung der Filmreihe bis 20.6. im Filmmuseum Düsseldorf
In memoriam: Lutz Mommartz (1934-2025)
Am 19.6. im Filmmuseum Düsseldorf
Stummfilm + Musik (Juni)
Am 27.6. im Filmmuseum Düsseldorf
ART:WALK FESTIVAL
SA 13.6. 16:00 – 00:00 | SO 14.6. 13:00 – 16:00 im Filmmuseum Düsseldorf
Celebrating Marilyn! – Zum 100. Geburtstag einer Ikone
Filmreihe 2.5. – 20.6. im Filmmuseum Düsseldorf
ANDRZEJ WAJDA: EXHIBITION
Filmreihe zur Sonderausstellung 20.2. – 24.6. im Filmmuseum Düsseldorf
NEUERWERBUNGEN AUS DEM FILMARCHIV: Staatliche Gewalt in den USA
Sonderprogramm 6. – 23.5. im Filmmuseum Düsseldorf
KUBANISCHER FILMABEND
Am 27.5. um 20:00 Uhr im Filmmuseum Düsseldorf
Stummfilm + Musik
Am 30.5. im Filmmuseum Düsseldorf
Tag der Befreiung
Am 8.5. im Filmmuseum Düsseldorf
The Distance Between Us: Retrospektive Wong Kar-Wai (April)
Fortsetzung der Filmreihe 4.3. – 29.4. im Filmmuseum Düsseldorf
18. Paul-Spiegel-Filmfestival: Jüdische Welten
Filmreihe 19. – 26.4. im Filmmuseum Düsseldorf
Stummfilm + Musik: Erdgift
Samstag, 25.4. um 20:00 Uhr im Filmmuseum Düsseldorf
The Distance Between Us: Retrospektive Wong Kar-Wai
Filmreihe 4.3. – 29.4. im Filmmuseum Düsseldorf
ANDRZEJ WAJDA: THE EXHIBITION
Filmreihe zur Sonderausstellung 20.2. – 24.6. im Filmmuseum Düsseldorf
Stummfilm + Musik
Am 28.3. im Filmmuseum Düsseldorf
Eröffnung der Sonderausstellung: ANDRZEJ WAJDA: THE EXHIBITION
Fr 20.2. um 18:00 Uhr im Filmmuseum Düsseldorf
42nd-Street-Düsseldorf-35mm-Weekender: IM BAHNHOFSKINO UM DIE WELT XII
6. – 8.2. im Filmmuseum Düsseldorf
EYES ON JAPAN: 19. JAPANISCHE FILMTAGE DÜSSELDORF
Filmreihe 9. – 25.1. im Filmmuseum Düsseldorf
LIEBE, TOD UND LEBEN – WERNER SCHROETERS PHANTASMAGORIEN
Filmreihe 3.1. – 25.1. im Filmmuseum Düsseldorf
Konrad Wolf: Wege zum Widerstand
Filmreihe 28.1. – 21.2. im Filmmuseum Düsseldorf
Film als Schule des Sehens: Hartmut W. Redottée (Teil II)
Fortsetzung der Filmreihe bis 21.12. im Filmmuseum Düsseldorf
Powell & Pressburger - The Archers (Teil II)
Fortsetzung der Filmreihe bis 28.12. im Filmmuseum Düsseldorf