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Forum

Es gibt 591 Beiträge von woelffchen

Ein verborgenes Leben

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Ein falsch interpretiertes Christentum

18.02.2020

In einem fast dreistündigen Epos wird die – weitgehend auf historischen Fakten beruhende – tragische Geschichte des Bergbauern Frank Jägerstätter erzählt, der sich im Frühjahr 1943 nach seiner Einberufung zur Wehrmacht weigert, den Treueid auf A. Hitler zu leisten, sofort verhaftet wird und im August 1943 auf dem Schafott hingerichtet wird. Er beruft sich bis zum Ende seines lebens in allem auf sein Gewissen, das ihm verbiete, den Treueid zu leisten und in einem Krieg mit der Waffe zu kämpfen. Die Möglichkeit, als Sanitäter ohne Waffe zu arbeiten, lehnt er ab. Durch die Verweigerung des Treueeides, was als Wehrkraftzersetzung gewertet wird, bringt es seine Familie: seine Frau, seine drei kleinen Kinder, seine Schwägerin und seine alte Mutter in unaussprechliche Schwierigkeiten. Selbst nach Gesprächen mit seinem kath. Priester, seinem Bischof, seinem Anwalt und seinem Richter, die ihm alle raten, den Treueeid zu leisten, womit dann die Anklage zurückgenommen würde, weigert er sich, diesen Schritt zu gehen. Alles in allem wird ein Mann dargestellt, der in seiner Verblendung meint, den Willen Gottes zu tun, wenn er das „Vater-unser“ und Teile des 23. Psalms betet. Weder der Hinweis des Bischofs auf die Bibel (Römer 13:1 ff. „Jedermann unterwerfe sich den übergeordneten staatlichen Mächten, denn es gibt keine Obrigkeit außer von Gott, und die bestehenden sind von Gott verordnet...“) noch die gut gemeinten Ratschläge der offiziellen Personen, die zu Wort kommen, können ihn von seiner starrköpfigen Idee, im Sinne Gottes zu handeln, abbringen. Er hat nicht verstanden, dass aus Gottes Sicht in der Gegenüberstellung zwischen Handeln und Reden, das Handeln wichtiger ist als das Aussprechen eines Satzes, den er im Grunde gar nicht so meint. Der einfach gesprochene Eid, zu dem ihm alle raten, ist in Gottes Augen insofern unwesentlich, zumindest zweitrangig, als dass Gott ihm sein Leben geschenkt hat und er es erhalten will, damit er weiterhin für seine Familie sorgt, auch über das Kriegsende hinaus. Das erlittene persönliche Martyrium ist – verglichen mit dem Schaden in Bezug auf seine Familie - demnach per Saldo die Durchsetzung des eigenen, unbelehrbaren Willens in Verkennung des Willens Gottes – also ein falsch interpretiertes Christentum. Fazit: Sehenswert

Intrige

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Der Schandfleck

09.02.2020

Dieser außerordentlich sehenswerte Film über ein Geschichtsereignis, das heute noch als beispielgebend für gesellschaftlich-rassistisch-politische Intrigen in der jüngeren europäischen Geschichte in den Geschichtsbüchern steht, ist ein Musterbeispiel für einen lehrreichen und spannenden Spielfilm aus der Hand eines Könners, der alle Register zieht, um den Betrachter für 2 Stunden und 12 Minuten in seinen Bann zu ziehen. Fazit: Sehr, sehr sehenswert.

Sorry We Missed You

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Selbständigkeit oder Hölle?

05.02.2020

Ein weiterer sozial-kritischer Film von Ken Loach, der den internationalen aktuellen Paketdienst unter die Lupe nimmt, aber nicht aus der Sicht der Paketempfänger sondern der Mitarbeiter. Chronologisch aufgearbeitet bietet er ein Drama, das unter die Haut geht und einen Blick auf die Schattenseiten und die knallharte Realität der kapitalistisch orientierten (Welt-)Wirtschaft wirft, die gleichwohl unter all den Wirtschaftsideen die Beste ist. Fazit: Sehr sehenswert.

Little Women

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Blutleer

28.01.2020

Trotz eines enormen Aufwandes an Schauspielern/innen, großartigen Dekorationen, Kostümen und eleganten Auftritten fehlt diesem Film ein gutes Drehbuch. Es fehlt der sog. „Rote Faden“, der sich durch diesen langen Streifen hindurchziehen sollte. Die gesamte Szenerie ist ja ganz nett, aber es fehlt eine durchgängige Dramatik. Bei der Liebesgeschichte kommt mal etwas Spannung auf – aber das war’s dann auch schon. Insgesamt ein recht blutleeres Produkt, welches sich von Episode zu Episode dahinschleppt und schließlich nur noch langweilig ist.

1917

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Von "real" bis "surreal"

20.01.2020

Ein sehr bemerkenswerter Spielfilm über eine kurze Episode im 1. Weltkrieg. Spannend, hautnah und grausam. Da kann man sehen, welche Auswirkungen die Phantasien machthungriger Monarchen und korrupter Politiker – damals, vor über 100 Jahren - für den einfachen, pflichtbewußten Mann an der Front mit sich brachten. Als „surreal“ empfanden wir die Nachtszenen, die das Grauen des Krieges aber nur noch weiter verstärkten. Fazit: Pflichtfilm für jeden Politiker.

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

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Familienfilm

14.01.2020

Ein Familienfilm – besonders für Kinder und Jugendliche geeignet – über das Schicksal der Juden im 3. Reich. Es wird – ein wenig dramatisiert – dargestellt, wie besonders die Kinder und Jugendlichen unter der Verfolgung zu leiden hatten, weil sie sich nicht so schnell auf die örtlichen und gesellschaftlichen Veränderungen gewöhnen konnte. Fazit: Ganz nett, aber nichts Besonderes.

Miles Davis: Birth of the Cool

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Eine coole Biographie

08.01.2020

Eine recht umfangreiche Biographie, die auch die Schattenseiten seines Lebens nicht unbeachtet läßt. Seine Trennung vom Jazz hin zum Fusion usw. – oder wie immer man diese Art von modischer Musik nennen soll – ist sehr bedauerlich gewesen. Aber es gibt ja noch die hervorragenden Aufnahmen aus seiner guten und sehr guten Zeit.

Le Mans 66 – Gegen jede Chance

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Benzin im Blut

10.12.2019

Vor dem historischen Hintergrund der Rivalität zwischen Ferrari und Ford zu Beginn der 1960er Jahre wird hier mit Hilfe von Matt Damon (als Ken Miles) und Christian Bale (als Carroll Shelby) die Erfolgsstory des Ford GT40 erzählt. Alles in allem ein gut gemachter Rennfahrer-Film, informativ, spannend und voller action, besonders für den Zuschauer, der reichlich Benzin im Blut haben sollte, am besten „Superbenzin“ mit 95 Oktan.

Parasite

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Real - irreal - surreal

10.11.2019

Im Mittelpunkt stehen vier Mitglieder einer Familie, deren Charaktere einzigartig sind. Sie begeben sich ganz bewusst und zielgerichtet auf eine Veränderung ihrer Lebensverhältnisse, die sich im Laufe des Films von der realen Basis lösen und in aberwitzige und chaotische Situationen einmünden. Fazit: Sehr sehenswert.

Joker

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Reif für den Oscar

01.11.2019

Ein Film, der, wenn man einige Rezensionen liest, außerordentlich unterschiedliche Kritiken hervorgerufen hat, von höchstem Lob bis zur tiefsten Verdammnis. Also eine Frage des Geschmacks? Vermutlich ja. Daher: Selbst ansehen, sich aber vorher gut über den Handlungsverlauf informieren. Mein Fazit: Eine sehr interessante und engagierte Arbeit; daher aus meiner Sicht: Sehr sehenswert.

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