Ab 40 Jahre Theater der Klänge. 40 Jahre, in denen im Theater der Klänge Probenstudio in Düsseldorf-Pempelfort eine Welt entstand, die sich nicht nur für die Bühne, sondern immer zunächst im Proberaum entwickelte. Zum Jubiläumsjahr 2026/27 verwandelt sich dieser Ort des Ursprungs in einen „Resonanzraum“, der die Grenzen zwischen Archiv, Installation und lebendiger Performance auflöst.
„Wir wollten kein Archiv. Ein Archiv verwahrt. Unser Resonanzraum soll klingen – und wo etwas klingt, ist es nicht vorbei, sondern gegenwärtig.“ Diese Worte des künstlerischen Leiters Jörg U. Lensing definieren das Herzstück des Projekts. Statt kuratierter Einzelbilder füllen über 500 Artefakte – von Texten über Ton- und Videodateien bis hin zu Originalbildern, Noten, Entwurfsskizzen, Probeprotokollen, Briefe und vielem mehr – eine Stunde lang den gesamten Raum. Durch Videomapping-Technologie werden Wände, Boden und Decke zu einer einzigen, pulsierenden Projektions- und Ausstellungsfläche. Eine Surround-Lautsprecheranlage erschafft einen dreidimensionalen Klangraum, in dem historische Aufnahmen aus vier Jahrzehnten mit neuen Kompositionen zu einem immersiven Sounddesign verschmelzen.
Das Ergebnis ist „Nachklang“, eine einstündige, immersive audio-visuelle Raumbespielung, die nicht chronologisch erzählt, sondern als Konstellation aus Bild, Klang und Bewegung erfahrbar ist. Das Publikum ist frei: auf einer eigens installierten Tribüne, liegend auf dem Tanzteppich oder sich zwischen den Projektionen bewegend. Es ist kein passiver Zuschauer, sondern Teil einer sich stetig weiterentwickelnden Symbiose aus Vergangenheit und Gegenwart.
Wer immersive Ausstellungserlebnisse kennt, wird hier fündig – aber anders: Was hier an Wänden und Boden in großformatigen Projektionen lebendig wird, sind keine großflächigen Reproduktionen fremder Kunstwerke, sondern das eigene, lebendige Archiv eines freien Musik- und Tanztheaters. Über 500 Artefakte aus vier Jahrzehnten verdichten sich zu einer raumgreifenden Komposition aus Licht und Klang, eigens komponiert von Jörg U. Lensing und Varun Krishnan für diesen Ort.
Und das Konzept geht weiter, als es klassische immersive Ausstellungen könnten: Denn einmal im Monat kehrt die Bühne selbst in den Ausstellungsraum zurück. Mitglieder des Ensembles spielen Aufführungen historischer Produktionen – live, im direkten Dialog mit dem projizierten Archiv. Wo andere immersive Shows bei Bildern bleiben, klingt und tanzt hier die Geschichte weiter: An neun Wochenenden zwischen Oktober 2026 und Juni 2027 kehren sechs Suiten und drei Komplettaufführungen aus dem historischen Repertoire – von „Das mechanische Ballett“ über „Der Silberprinz“ bis zu „LUDUS DANIELIS“ oder die „West-Land-Tänze“ – an den Ort ihrer Entstehung zurück. Jede Aufführung fügt eine neue Schicht zum Klangmaterial hinzu, ein Dialog zwischen Live-Performance und projizierter Erinnerung. Immersive Kunstinstallation und Live-Musiktheater unter einem Dach – das gibt es in dieser Form selten.
Ein Projekt, das Tradition und Innovation, Analoges und Digitales, Performer und Publikum in echter Symbiose vereint. Ein Modell für eine mögliche Zukunft des Theaters, das über das Jubiläumsjahr hinaus als lebendiges Archiv der Musiktheater-Geschichte bestehen wird.
Resonanzraum 40 – Ein Ort, der die eigene Vergangenheit als Klang und Bild neu zugänglich macht. Begehbar, hörbar, mitverfolgbar.
Öffnungszeiten & Termine:
1. Nachklang (Immersion): Dienstags um 18 Uhr und freitags 19:30 Uhr. Eintritt 10,-.
2. Live-Wochenenden: An ausgewählten Wochenenden (Oktober 2026 – Juni 2027) mit Suiten und Komplettaufführungen (Eintritt 15 – 35,-).
3. Premiere: Samstag, 17. Oktober 2026.
4. Erstes Livewochende von Freitag, 23. bis Sonntag, 25. Oktober 2026 mit „Das mechanische Ballett“ (Suite)
Theater der Klänge, Winkelsfelder Straße 21, 40477 Düsseldorf-Pempelfort.
Tickets: rausgegangen.de | info@theater-der-klaenge.de | 02 11 - 46 27 46

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