Wer hat eine Stimme? Wer darf sprechen? Und wer wird gehört? Diese Fragen standen schon im Zentrum von Mozarts „Figaros Hochzeit“. Nun bringt die Komische Oper am Rhein den berühmten Opernstoff dorthin, wo Macht, gesellschaftlicher Wandel und demokratische Mitbestimmung unmittelbar erfahrbar werden: ins Haus der Geschichte in Bonn, ins Düsseldorfer Schloss Jägerhof und in den Ratssaal der Stadt Essen.
Als Mozart und sein Librettist Lorenzo Da Ponte die Oper 1786 auf die Bühne bringen wollten, war die zugrunde liegende Komödie verboten. Zu brisant erschien die Geschichte eines Dieners, der sich gegen die Privilegien seines Herrn auflehnt und die alte Ordnung ins Wanken bringt. Mozart und Da Ponte versprachen dem Kaiser, es gehe nur um Liebe, nicht um Macht. Eine List, die funktionierte. 240 Jahre später ist das Stück längst nicht mehr verboten, seine Fragen aber sind erstaunlich aktuell geblieben.
Die Komische Oper am Rhein verwandelt Mozarts Meisterwerk in ein außergewöhnliches Musikerlebnis ohne klassische Bühne und ohne Orchestergraben. Sängerinnen, Sänger und Publikum bewegen sich gemeinsam durch Räume, die selbst Teil der Inszenierung werden. Ein internationales Ensemble, ein Klavier, zwei Bürgerchöre aus Jung und Alt: Das sind Figaros Stimmen.
Mit „Figaros Stimmen“ krönt die Komische Oper am Rhein ihre Mozart-Da-Ponte-Trilogie: Nach „Così fan tutte“ zwischen den Aquarien des Aquazoos und „Don Giovanni“ im Ratinger Hof zieht Mozart nun ins Schloss.
Düsseldorf: Wo einst Fürsten wandelten, erhält das Volk eine Stimme
Das Schloss Jägerhof wurde für den Hof eines Kurfürsten errichtet, von französischen Revolutionstruppen geplündert und diente zeitweise Napoleon als Unterkunft. Heute beherbergt es das Goethe-Museum und steht allen offen. Genau hier entfaltet die Geschichte vom klugen Diener Figaro eine besondere Wirkung: Das ehemalige Fürstenschloss wird zum Spielraum einer Oper, die gesellschaftliche Privilegien infrage stellt. Vergangenheit und Gegenwart begegnen sich in den Räumen des Schlosses, wenn Sängerinnen, Sänger und Publikum gemeinsam auf Figaros Spuren wandeln. Die Düsseldorfer Produktion gastiert auch im Haus der Geschichte in Bonn und im Ratssaal der Stadt Essen.
Bonn: Eine Wandeloper durch die deutsche Demokratiegeschichte
Im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland folgt das Publikum dem Ensemble durch die Dauerausstellung. Zwischen historischen Exponaten, politischen Zeitzeugnissen, dem Gestühl des ersten Deutschen Bundestages und den Grundlagen des demokratischen Zusammenlebens tritt Mozarts Oper in einen spannenden Dialog mit der deutschen Geschichte seit 1945. So wird „Figaros Stimmen“ zu einer Wandeloper, bei der Geschichte nicht nur betrachtet, sondern musikalisch erlebt wird.
Essen: Der Ratssaal wird zur Opernbühne
Im Essener Ratssaal bewegt sich das Ensemble zwischen den Sitzreihen, auf denen sonst politische Entscheidungen beraten und getroffen werden. Der Ort, an dem gewählte Vertreterinnen und Vertreter ihre Stimme einsetzen, wird zur unmittelbaren Bühne für eine Oper über Mitbestimmung, Gehör und gesellschaftliche Macht. Statt einen Ratssaal auf der Bühne nachzubauen, bringt die Komische Oper am Rhein Figaro direkt dorthin, wo Demokratie im Alltag stattfindet.
Über die Komische Oper am Rhein
Mit der Komischen Oper am Rhein (KOR), dem freien Kollektiv, das sie 2017 gründete und bis heute künstlerisch leitet, hat Elsa García Tárraga einen neuen Blick auf die Oper nach Düsseldorf und in die Region gebracht. Seitdem zeigt die Sängerin, Dramaturgin und Produzentin Opern an unerwarteten Orten und erfüllt sich damit den Traum, sie ganz nah an die Menschen zu bringen. Ihre Promotion in Denkmalpflege schärft ihr Gespür für den Raum. So entstand Bizets „Carmen“ als Koproduktion mit der Theaterkantine. „Così fan tutte“ spielte die KOR 2024 im Aquazoo mit einem Bürgerchor aus Senioren, „Don Giovanni“ 2025 in der Zentralbibliothek und im Ratinger Hof mit Jugendlichen. In „Figaros Stimmen“ singen erstmals beide Generationen gemeinsam: Sie bringen neue Perspektiven ein, und für viele von ihnen eröffnet sich eine völlig neue Welt.
Termine
Goethe-Museum / Schloss Jägerhof, Jacobistraße 2, Düsseldorf
Samstag, 10. Oktober 2026, 18.30 Uhr
Samstag, 7. November 2026, 18.30 Uhr
Samstag, 14. November 2026, 18.30 Uhr
Alle weiteren Termine in Bonn und Essen, Karten und Informationen:
Tel. 0211 4963 0920
www.komischeoperamrhein.de
Eine Kooperation der Komischen Oper am Rhein mit dem Goethe-Museum Düsseldorf / Schloss Jägerhof, der Stadt Essen und dem Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn.
Gefördert vom Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf, von kubia, Kompetenzzentrum für Kulturelle Bildung im Alter und inklusive Kultur, und von Musik für alle!
In Zusammenarbeit mit Kultur am Rhein und Im Blick. Mit freundlicher Unterstützung der Stadtsparkasse Düsseldorf.

The Match – Johanna Borchert & Miles Perkin
3.10. im Maxhaus
Jürgen von der Lippe - Lesung „Sextextsextett“
4.10. in der Stadthalle Ratingen
Im Blick, in der Schwebe
Zwei Uraufführungen am tanzhaus nrw
„Ente, Tod und Tulpe“
Ein Familienkonzert am 10. Oktober über Freundschaft, Abschied und das Leben
VIRTUOSE BEGEGNUNGEN - Werke von Lennox Berkeley, Grazyna Bacewicz, Alfred Schnittke und W. A. Mozart
Am 10.10. im Zeughaus Neuss
Internationales Düsseldorfer Orgelfestival
Noch bis 1. November 2026
Martin Frank – Grüße aus Allegro Süd
15.10. im Savoy-Theater
DIE MÖWE
Premiere am 16.10. im D‘haus
RESONANZRAUM 40
Das Archiv wird zum Erleben
Vorhang auf für einen aufregenden Opernherbst
Die Deutsche Oper am Rhein lockt mit Wagner, zeitgenössischem Ballett und Entdeckungen für die ganze Familie.
„Was ist Deutschland heute?“
Premiere für Die Meistersinger von Nürnberg im Opernhaus Düsseldorf
Anna Galtschenko – Selah Quintett (in der Reihe „New Faces“)
Am 17.10. in der Jazz-Schmiede
Tino Bomelino: Alles wird super gut*
Am 21.10. im zakk
Ein Übertritt
Premiere am 22.10. im D‘haus
Mit Mut, Freundschaft und Neuanfängen auf die Bühne
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Katie Freudenschuss – One-Woman-Show
Am 30.10. im Kom(m)ödchen
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Mit dem Festival Claiming Common Spaces starten FFT Düsseldorf und tanzhaus nrw gemeinsam in die neue Spielzeit
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Düsseldorf Festival! 2026
16. September bis 4. Oktober
22. Niederrhein Musikfestival
Klangräume Rheinland am 18. und 25. September
NRW-Slam 2026
im Neanderland im Kreis Mettmann (18. bis 20. Sept. 2026)
PRINZ FRIEDRICH VON HOMBURG von Heinrich von Kleist
Eröffnungspremiere am 18.9. im D'Haus
Spielzeitstart im D‘haus
Ab dem 18. September im Großen Haus