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Ente Tod und Tulpe Tina El-Fayoumi
Foto: Jonte Balders

„Ente, Tod und Tulpe“

Ein Familienkonzert am 10. Oktober über Freundschaft, Abschied und das Leben

Was, wenn der Tod plötzlich neben einem sitzt – und gar nicht unheimlich ist? Wenn er zuhört, Fragen stellt, mit einem spielt und schließlich sogar ein wenig traurig wird? In Wolf Erlbruchs Bilderbuchklassiker „Ente, Tod und Tulpe“ begegnen sich zwei sehr ungleiche Wesen: eine lebensfrohe, neugierige Ente und der Tod. Aus der zunächst befremdlichen Begegnung wächst eine zarte Freundschaft. Nun kommt diese ungewöhnliche Geschichte in der Tonhalle auf die Bühne – als Familienkonzert für alle ab sechs Jahren.
Das Thema ist groß. Und eines, über das Erwachsene oft nur ungern sprechen. Tod und Sterben sind in unserer Gesellschaft weitgehend tabuisiert. Kinder haben aber oft ziemlich konkrete Vorstellungen vom Tod, und sie haben Fragen dazu – ganz gleich, ob sie mit dem Sterben eines geliebten Menschen oder mit dem Tod des Haustiers in Kontakt kommen. Kindern formulieren die Fragen nach dem Ende des Lebens oft erstaunlich direkt. Was ist der Tod? Wohin geht man, wenn man nicht mehr lebt? Warum müssen Menschen sterben? Kinder brauchen ehrliche Antworten auf ihre Fragen – und Kunst und Musik können einen Raum schaffen, in dem diese Fragen mit mehr Leichtigkeit betrachtet werden können.

„Ente, Tod und Tulpe“ tut genau das. Ohne zu verniedlichen und ohne das Sterben zum Schrecken zu machen, erzählt die Geschichte vom Abschiednehmen und zugleich vom Leben. Die Ente nutzt ihre Zeit: Ihre Lieblingsbeschäftigung ist das Gründeln, wobei sie allerhand brauchbare und interessante Dinge findet, die von Menschen im Teich zurückgelassen wurden. Sie entdeckt die Welt, tanzt gerne, klettert mit dem Tod auf einen Baum und möchte möglichst viel erleben. Sie fragt, was nach dem Tod kommt. Der Tod weiß es selbst nicht. Gemeinsam denken die beiden darüber nach, während über ihnen die Sterne aufgehen. Als die Ente schließlich stirbt, legt der Tod ihr eine Tulpe auf das Gefieder und lässt sie auf dem Fluss davontreiben. Die Tulpe war die Lieblingsblume der Ente. Der Tod bleibt zurück und trauert.
Es ist eine Geschichte von großer Zartheit, gerade weil sie nichts beschönigt. Der Tod ist hier kein finsterer Gegenspieler, sondern ein eigenwilliger, manchmal sogar leichtfüßiger Begleiter. Und die Ente liebt das Leben bis zu ihrem letzten Atemzug. So entsteht ein Blick auf den Tod, der nicht die Angst in den Mittelpunkt stellt, sondern Nähe, Abschied, Erinnerung und die Frage, was das Leben kostbar macht.
Auf der Bühne verkörpern die Schauspieler Tina El-Fayoumy und Simon Labhart die Ente und den Tod. Begleitet werden sie von den Musikerinnen und Musikern der Düsseldorfer Symphoniker, die rund um den Ententeich Platz nehmen – nicht im klassischer schwarzer Konzertkleidung, sondern in Grün- und Brauntönen, als wären sie das Ufergras. Simon Rummel hat für die kleine Kammerorchesterbesetzung aus Oboe, Klarinette, Fagott, Horn und Streichern die Musik eigens arrangiert und einen klingenden Faden durch die Geschichte gesponnen. Er spielt die Tasteninstrumente. Dabei wird er unterstützt von dem Jazz-Perkussionisten Michael Griener, der auch Marimba spielt. Es gibt aber auch Improvisationen und Klänge zu hören, die man so in einem Konzertsaal nicht unbedingt erwartet: gestimmte Messingzungen, ein mit dem Bogen angestrichenes leeres Weinglas oder Rauschpfeifen.

Die Werke des Familienkonzerts reichen von Tschaikowskys „Chinesischem Tanz“ aus dem „Nussknacker“ und der beschwingten „Pizzicato-Polka“ von Strauss bis zu Anton Webern, Olivier Messiaen und Bela Bartók – Musik, die zum Kichern, aber auch zum Nachdenken bringt, die Trost spendet und Wärme gibt. So wird aus einem Konzert über den Tod vor allem ein Konzert über das Leben: über Neugier und Freundschaft, über das Staunen, das Loslassen und darüber, dass Trauer ihren Platz haben darf. Vielleicht ist das gerade deshalb ein Familienkonzert, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Denn „Ente, Tod und Tulpe“ gibt nicht vor, die großen Fragen beantworten zu können. Es lädt dazu ein, sie gemeinsam auszuhalten – und ihnen mit Musik, Poesie und einem offenen Herzen zu begegnen.

Ente, Tod und Tulpe – Familienkonzert für alle ab 6 Jahren
Samstag, 10. Oktober 2026, 11 Uhr

tonhalle.de

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