
Extrawurst
Deutschland 2026, Laufzeit: 98 Min., FSK 12
Regie: Marcus H. Rosenmüller
Darsteller: Hape Kerkeling, Christoph Maria Herbst, Fahri Yardım
>> filme.studiocanal.de/movie/extrawurst/film-info
Mit Einschrämkung gut
Raspa (412), 21.10.2026
Klar, D. Jacobs und M. Netenjakob verstehen ihr Handwerk, was geschliffene Dialoge betrifft. Und Rosenmüller hat Darsteller, die ihre Pointen zu setzen verstehen. Nur ist das Ganze für mich doch eher eine - wenn auch nicht so oberflächlich wie sonst typisch für dieses Genre - Boulevardkomödie, die eher ins Theater gehört als auf die große Leinwand. Insofern bin ich auch zufrieden, dass ich den Film nun zuhause gesehen habe und nicht dafür ins Kino gegangen bin.
Ein wenig unnötig fand ich ein paar Slapstick - Elemente, die der Dialoglastigkeit wohl entgegenwirken sollten, so etwa der wild gewordene Rollstuhl, aus dem Gaby Dohm dann in den Teich purzelt. Selten so gelacht!
Ein kleiner Webfehler ist es auch, dass das Mixed - Doppel angeblich so enorm wichtig für den Verein sein soll. Gemischte Doppel spielen im Tennis eine sehr untergeordnete Rolle, hier wird so getan, als hinge die Existenz des Vereins geradezu davon ab, dass dieses Doppel bestehen bleibt.
Am Ende bleiben unterhaltsame anderthalb Stunden, die aber nicht lange nachhallen.
Wenn's dem Esel zu wohl ist, geht er auf's Eis tanzen!
Olli (107), 26.03.2026
An obigen Spruch meiner Großmutter musste ich im Kino denken. Wir sind Weltmeister im Aufbauschen und Diskutieren unserer Schein-Probleme. Ich kann mir vorstellen, dass Menschen in anderen Gegenden der Welt die deutschen "Problemlöser" nicht ansatzweise verstehen.
Also, die Diskussion von Problemen (meist Schein-Probleme) wurde komödiantisch sehr gut umgesetzt. Ich konnte viel lachen. Ab und zu ist mir das Lachen im Halse stecken geblieben, da ich meine eigenen Argumente oder Lebensumstände auf der Leinwand wieder entdeckt habe. An manchen Stellen war die Komödie für mich zu überspitzt. Aber das ist Geschmackssache.
Extraklasse
Das Auge (360), 07.03.2026
Kleine ins aggressive abstürzende Alltagsszenen führen gelungen ins Thema ein. Es geht um die scheinbare Unmöglichkeit heutzutage eine freundliche, zugewandte und auch dem Gegenüber gute Absichten unterstellende ergebnisorientierte Diskussion zu führen. Ok, der Satz ist mal wieder etwas ausgeufert, aber dies trifft den Kern der Extrawurst: Es wird auf Teufel komm raus gestritten, unterstellt, geneidet, verbogen, verborgen und so weiter. Ein Spass sicherlich, aber leider treffen die Dialoge ins Schwarze (ist das noch korrekt?, man ist ja sehr verunsichert), da ist kein Netztrudler dabei, sondern nur Asse.
Sehr sehenswert.