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Irina Matthes: Ressort 1/2/3, 2018-19, C-Print auf Aluminium, je 60 x 40 cm
© Künstlerin, courtesy fiftyfifty

Zeichen der Solidarität

Für die Obdachlosenhilfe im NRW-Forum

Hoffen wir, dass diese Ausstellung irgendwann stattfindet! fiftyfifty kann nicht genug im Bewusstsein sein. fiftyfifty unterstützt Obdachlose. Vielleicht macht die Coronakrise deutlich, wie schnell man den Boden unter den Füßen verlieren kann. Diese Zeit aber macht das Leben in Armut und gar auf der Straße noch schwieriger. fiftyfifty mit seiner Geschäftsstelle in Eller dient dazu, Ob­­dach­lose wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Eine zentrale Rolle spielt Housing First, das Wohnen in Häusern, die dafür von fiftyfifty erworben wurden und so eine langfristige Perspektive bieten und die Eigenverantwortung fördern. fiftyfifty heißt auch die monatlich erscheinende, vor 25 Jahren ge­­grün­dete Zeitung. Verkäufer sind die Obdachlosen: Die Hälfte des Ver­kaufs­preises geht an sie; die Hälftigkeit symbolisiert auch, dass der Reich­tum unserer Gesellschaft geteilt werden sollte.

Von Anfang an haben sich die Düsseldorfer Künstler mit den Konzepten von fiftyfifty solidarisiert. Sie haben Kunstwerke zum Verkauf überlassen, Editionen geschaffen oder Foto- und Plakataktionen gestartet. Abgesehen vom eigenen Ausstellungsraum in Eller, organisiert fiftyfifty mit seinem Geschäftsführer Hubert Ostendorff Ausstellungen an wechselnden Orten. Zu den Künstler*innen, die fiftyfifty von Anfang an unterstützen, gehören u.a. Ulrich Erben, Candida Höfer, Stephan Kaluza, Katharina Mayer, Gerhard Richter, Thomas Ruff und Thomas Struth. Werke von ihnen tragen jetzt zur Jubiläumsausstellung im NRW-Forum bei.

Beteiligt sind auch jüngere Künstler*innen wie Irina Matthes. Studiert an den Kunstakademien in Braunschweig und Düsseldorf, ist ihr Ansatz multimedial mit einem ausgeprägten Gespür für den plastischen Raum. Ihre fotografische Serie „Ressorts“ vermittelt, streng komponiert, eine heitere Urlaubsstimmung mit blauem Himmel und einer ernsten Gelassenheit. Die zivilisationskritischen Aspekte treten erst allmählich ins Bewusstsein, zu sehen ist ein Davor und ein Dahinter. Das Raster erweist sich als Gitter, durchlässig zwar, aber eben doch Ausgrenzung. Das Exklusive bedeutet hier zugleich Isolation. Der Mensch ist abwesend … Überhaupt beschäftigen sich etliche der Werke mit Fragen des sozialen Miteinanders. Driss Ouadahi kritisiert in seinem Gemälde die Speku­la­tion beim Wohnungsbau. Thomas Rentmeisters Metallskulptur zeigt eine karge Matratze. Und Thomas Hirschhorn demonstriert mit seiner frühen Bild­tafel eine äußerst lapidare Genügsamkeit, die dann doch einen Reichtum der Gesten und visuellen Verweise anbietet.

Die Kunst zu helfen – fiftyfifty Verkaufsausstellung
Ursprünglich vorgesehen bis 10. Januar im NRW-Forum im Ehrenhof.
Zu Öffnungszeit und Besuch bitte auf die Informationen im Internet achten.

TH

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