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Präludium der Kälte
Foto: Klaus Handner Hires

„Unsere Tänzer sind Wesen aus Stahl und Seide“

Choreografin, Tänzerin und Mitbegründerin des gleichnamigen Tanzkollektivs, Maura Morales spricht über ihre neue Tanzperformance, Körperdisziplin und Humor in ernsten Zeiten.

Die neuste Produktion der Cooperativa Maura Morales „Präludium der Kälte“ setzt sich mit der „Erkaltung“ des weiblichen Körpers auseinander. Was ist unter dieser „Erkaltung“ zu verstehen?
MM: Die spontane, lebendige Geste verschwindet aus unserem Alltag. Normierung, Disziplin, Effektivität macht sich überall breit in unserer Wirklichkeit, kriecht in unsere Körper. Besonders der weibliche Körper ist solchen normierenden, optimierenden Zugriffen ausliefert: Du sollst schön, schlank und effektiv sein. Diese Erkaltung geht bis in die Selbstwahrnehmung hinein. Wir selbst sind inzwischen unsere strengsten Beobachter. Das Verschwinden der Lebendigkeit beschreiben wir als Erkaltung.

Du bist eine Choreografin, die ihren Tänzer*innen gerne einiges an Körperbeherrschung abverlangt. Was ist dir daran so wichtig?
MM: Unsere Tänzer sind Wesen aus Stahl und Seide, und ich liebe es, gemeinsam mit ihnen, die Grenzen ihrer Körper und ihres Geistes auszuloten, um sie dann zu überschreiten. Ich suche nach der Virtuosität, mein eigenes Bewegungsvokabular auf andere zu übertragen, ohne die Einzigartigkeit deren Körper zu verlieren. Ich liebe es zu sehen, wie viele Geschichten Körper erzählen können und welche Verwandlung die Tänzer während des Prozesses machen. Das passiert auch nicht zuletzt dank der Musik von Michio Woirgardt, welche uns an ungeahnte Orte tief in unserem Innern führt.

Die Cooperativa Maura Morales ist dafür bekannt, eine Gratwanderung zwischen Humor und Ernsthaftigkeit hervorragend zu meistern. Könnt ihr Humor als Mittel überhaupt noch nutzen – oder nimmt die Ernsthaftigkeit in diesen Zeiten auch bei euch zu?
MM: Die Pandemie, das Klima, die Diktatur, die sich in meiner Heimat (Cuba) entwickelt und die von der restlichen Welt ignoriert wird. Flüchtlinge. Werte, die verloren gehen. Der Tod eines geliebten Wesens. Dies alles nimmt mich mit, lähmt mich, aber es nimmt mir nicht meinen Optimismus. Ich hätte gerne Humor während der Kreation gefunden, aber ja, es sind sehr ernste Zeiten und die Realität ist einfach zu präsent. Unser Körper ist momentan ein Schlachtfeld, doch ich bin sicher, irgendwo wartet der Humor geduldig auf mich.

Die Tanzperformance „Präludium der Kälte“ der Cooperativa Maura Morales
feiert am 3.12. um 20 Uhr am FFT Düsseldorf Premiere.

Weitere Termine:
Sa 4.12., 20 Uhr
So 5.12., 18 Uhr

FFT Düsseldorf
www.forum-freies-theater.de

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