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Foto: Jochen Quast

"Nicht die Kreativität verlieren..."

Das Düsseldorfer Marionettentheater steht vor großen Herausforderungen

Unser Spielbetrieb, der seit Mitte März 2020 eingestellt werden musste, kann auch weiterhin nicht wieder aufgenommen werden. Selbst wenn der Lockdown wieder gelockert wird, können wir vorerst nicht wieder öffnen. Wer unser Haus kennt, weiß, dass unsere räumlichen Verhältnisse vor und hinter der Bühne sehr eng sind. Und so wurde bei einem Spitzengespräch im September mit Kulturamt und Bezirksregierung schnell klar, dass wir in unserem Theater zuerst eine hochwertige (und damit nachhaltige) Lüftungs- und Klimaanlage einbauen müssen, bevor wir wieder regulär spielen können. Denn die Gesundheit unserer Besucher und Mitarbeiter steht für uns an oberster Stelle und wir wollen für die Zukunft gut aufgestellt sein. Der Einbau einer solchen Anlage mit Zu- und Abluft, Kühl- und Heizaggregat, Filtersystem und Schallschutz wird nicht einfach sein und viel Geld kosten. Dazu kommen Kosten für Fachplanung, Architekt, Brandschutzkonzept, Statik, Bauantrag, neue Stufenpodesterie und zum Schluss eine neue Saalbestuhlung. So hoffen wir, dass wir die Finanzierung zusammenbekommen und dass wir möglichst bald mit dem Bauprojekt beginnen können, damit wir vielleicht bis Herbst 2021 fertig werden und spätestens dann wieder spielen können.

Vorher sind wir hoffentlich mit „Meister Pedros Puppenspiel“ auf der Opernbühne zu Gast: Wegen der Hygienevorschriften und der Beschränkungen war auch die Deutsche Oper am Rhein gezwungen, ihren gesamten Spielplan mit den großen Inszenierungen zu streichen. Man suchte nach kleineren, selten gespielten Werken, die entsprechend kurz sind und mit wenigen Darstellern auskommen. Solch eine Kleinod ist Manuel de Fallas Kammeroper „Meister Pedros Puppenspiel“, bei deren Uraufführung 1923 in Paris u.a. auch Strawinsky und Picasso im Publikum saßen. Da in diesem Stück Puppenspiel das zentrale Thema ist, bat die Oper das Marionetten-Theater um eine Koproduktion, für die wir Marionetten, Bühnenbildentwürfe und Kulissen lieferten.
Außer dem Marionettenspiel in dem Wandermarionettentheater übernehmen wir zusätzlich Pantomime-Rollen als Puppenspieler im Vorspiel – für uns eine ganz neue Erfahrung. Da „Meister Pedros Puppenspiel“ für einen Opernabend zu kurz ist, wurde zur Musik von Strawinsky ein Vorspiel choreographiert, bei dem der Aufbau des Theaters sowie ein Ritt Don Quichottes mit seinem Kampf gegen die Windmühlen in Szene gesetzt wird. Die Arbeit an der Produktion wurde mit der Generalprobe abgeschlossen. Die ursprüngliche Premiere vom 07.11.2020 wurde auf 2021 verschoben, aktualisierte Vorstellungszeiten in den Opernhäusern Düsseldorf und Duisburg sind der Homepage der Deutschen Oper am Rhein und des Marionetten-Theaters zu entnehmen.

Nebenbei arbeiten wir an unserer neuen Produktion „Ronja Räubertochter“ nach Astrid Lindgren. Am Anfang stand die Erarbeitung der Textfassung, die genau auf unser Medium und unsere Möglichkeiten abgestimmt sein sollte. Mit der Bühnenmusik wurde Wilfried Hiller beauftragt, der mit unserem Haus seit nahezu 40 Jahren befreundet ist und die Musik zu rund 10 Stücken geschrieben hat. Sowohl die Sprachaufnahmen zu „Ronja“ wie auch die Musikaufnahmen konnten noch vor dem ersten Lockdown aufgenommen und auch weitestgehend fertig gemischt werden. Seitdem arbeiten wir an dem Bühnenbildkonzept, das die besondere Aufgabe bekommt, das Publikum in die Natur und in den schwedischen Wald zu entführen – deswegen wird bei dieser Inszenierung die Grenze zwi­­schen Bühne und Zuschauerraum aufgehoben.
Die Bilder des schwedischen Märchenillustrators John Bauer inspirieren uns bei der Gestaltung des phantastischen Waldes – die bekannten Illustrationen von Ilon Wikland der Romanvorlage werden wiederum das Aussehen der Marionetten beeinflussen…
Die Herausforderung an unser Theater in den kommenden Monaten wird sein, trotz des aufwendigen Theaterumbaus weiterhin an der Produktion zu arbeiten und die Kreativität nicht zu verlieren.

www.marionettentheater-duesseldorf.de

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