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Irgendwas mit Menschen
Foto: Christian Rolfes

Irgendwas mit Menschen

Kom(m)ödchen

Das Kom(m)ödchenensemble lädt ein zum Schulbesuch. Erstaunlich kurzweilig geraten sind die Zeiten vor und nach der großen Pause, das kennt man so nicht vom Gymnasium, wenn man einschränkend erklären muss, Koffein, Teein und Alkohol sind die einzigen Drogen, die man hier in er­werben kann. Aber daran liegt’s. Es ist dem großartigen Kom(m)ödchenensemble mit Maike Kühl, Daniel Graf, Martin Maier-Bode und Heiko Seidel zu danken, dass die große Pause zur Nebensache verkommt. Dafür dass alles schön unterhaltsam bleibt, sorgen aber auch die Texte von Dietmar Jacobs, Christian Ehring und Martin Maier-Bode sowie die Regie von Hans Holzbecher.

Was dürfen wir erleben? Einen Abiturientenulk? Da hat das Alter der Akteure einen Riegel vor geschoben. Da bleibt nur ein Elternulk. (Eltern sind im Allgemeinen immer sehr ulkig, aber das ist Insiderwissen der Kin­der.) Vier Eltern wollen eine Rede für die Abiturfeier ihrer Kinder schrei­ben. Was soll daran schwierig sein? Schließlich, die Würfel sind gefallen, die Noten stehen fest und die Zukunft ist offen?
Dumm ist nur, dass es die Zukunft gleich in vier Ausführungen gibt und die Entwürfe sind alles andere als kongruent. Noch dümmer ist, dass es sich mit der Realität nicht anders verhält, auch die gibt es in vier antagonistischen Varianten. Am allerdümmsten ist, dass auch noch das Unbe­re­chen­­bare Einzug hält, und die Kinder ihre eigenen Wege gehen.

Verzweifelt versucht die Helikoptermutter (Maike Kühl) ihre Richtlinien­kompetenz fortzuschreiben, ihr Mann (Daniel Graf) hingegen frönt lieber seinen skurrilen Verschwörungstheorien. Beide leben mit einer Abitu­rien­tin und einem VW Touran Diesel zusammen, an dessen Zukunft sie zweifeln. Der Autohausbesitzer (Heiko Seidel) ist überzeugt, dass eben dieses Fahrzeug und sein Sohn eine gemeinsame haben werden, das ist der Ernst des Lebens. Der linke Lehrer (Martin Maier-Bode) sieht den Nach­wuchs in eine Welt voller Krieg, Konflikte und Chaos entlassen. Und der schließlich nutzt soziale Medien und Kommunikationselektronik, um die Altvorderen angemessen vorzuführen.

Die Zuschauer sollten den Abend gut vorbereiten. Vor allem, Taschen­tücher nicht vergessen, auch Lachtränen wollen sorgfältig weggewischt werden! Und achtgeben, dass diese nützlichen Requisiten nicht zu Boden fallen, wenn Sie vor Freude in die Hände klatschen. Langeweile gibt’s - wenn überhaupt - nur in der großen Pause. Versprochen!

Irgendwas mit Menschen

Kom(m)ödchen
Kay-und-Lore-Lorentz-Platz
40213 Düsseldorf
google maps
www.kommoedchen.de

Tickets: +49 211 329443
www.kommoedchen.de/kommticket

WK

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