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Christos Papadopoulos Larsen C
Foto: Pinelopi Gerasimou

Fließende Körper

Von der kleinsten gemeinsamen Einheit bis zum Schwarm – Programmhighlights im November am tanzhaus nrw

Der November im tanzhaus nrw wird feucht, flüssig und fließend: Gleich zwei große, auf sehr unterschiedliche Weise spektakuläre und eindringliche Choreografien sind inspiriert vom Element Wasser. Katharina Senzenberger forscht in ihren Choreografien nach dem transformativen Potenzial von Raum, Körper und Körperlichkeit und lenkt die Auf­merk­samkeit immer wieder auf die Porosität unserer wässrigen Körper. Ihr Stück Solid Liquid eröffnete eben erst das diesjährige FAVORITEN Festi­val in Dortmund, das die span­nendsten und stärksten Theater-, Tanz- und Perfor­mance­arbeiten der Freien Szene Nordrhein-Westfalens zeigt. Nun feiert die neue Choreografie Wetland am tanzhaus nrw ihre Urauf­führung. In einem mit Wasser angereicherten Bühnenraum treten die Performer*innen in glitschige Aus­ein­andersetzung mit ihren durchlässigen Körpern. Senzen­berger verbindet virtuose Slidingtechniken mit einer queeren Perspektive und popkulturellen Einflüssen zu einem Lust zele­brierenden und mitreißenden Strom, der vermeintlich feste An­nah­men, Denkweisen und Kategorien verflüssigt.

Auch den Choreografen Christos Papadopoulos aus Athen faszinieren die fließenden Grenzen unserer menschlichen Körper und unser Ökosysteme. Zu seinen Inspirationsquellen zählen Bewegungen in der Natur wie das Strömen von Wasser, die Erosion des Bodens, Vogel- und Fischschwärme oder das Verblassen des Lichts bei Sonnenun­tergang. In Larsen C greift er die Dynamik schmelzender Gletscher auf: Der Titel bezieht sich auf einen riesigen, 10.000 Jahre alten Eiskörper in der Antarktis. Der Schelf ist doppelt so groß wie Wales und wirkt massiv, befindet sich jedoch ständig in einer subtilen, kaum wahrnehmbaren Bewegung. Der Impuls seiner Bewegung scheint von Raum und Zeit absorbiert. Die Tänzer*innen schwingen in einer traumähnlichen Sequenz im gleichen ewigen Rhythmus, in der sie nach und nach erscheinen wie die Polarlandschaft selbst. Larsen C macht deutlich, dass die Stille und Monumentalität der Eisland­schaft nicht zuletzt durch den Klimawandel im Grunde sehr fragil und zerbrechlich ist.

Das Temporary Collective um Tereza Ondrová und Petra Tejnorová aus Prag erarbeitet mit Menschen aus Düsseldorf und Umgebung eine lokale Version ihrer Arbeit Duets. Gemeinsam mit den Teilnehmenden entwickeln die Künst­ler*innen performative Duette, in denen ein*e Performer*in einer unbekannten Person begegnet. Jedes Duett untersucht unsere Vorstellungen und Vorurteile sowie unsere Fähigkeit, Nähe und Sympathie für- und miteinander zu empfinden. Dabei entsteht ein Porträt von Menschen und ihren Be­zie­hungen, die sich vor dem Publikum entfalten. Wie kann man einen Raum schaffen, in dem es möglich ist, für eine Weile zu entschleunigen? Wie kann man die Komplexität mensch­licher Beziehungen erfassen, die sich auf der Ebene der Vielfalt, unserer Körperlichkeit und unserer Emotionen ab­spielt? Und wie sollen solche Begegnungen wahrgenommen werden?

Die drei Choreografien thematisieren die Dynamik und Inter­ak­tion von Gruppen und Gemeinschaften auf der Bühne – von zwei Körpern, der Begegnung zweier Personen als Mini­mum für eine Gemeinschaft, bis zu einem Schwarm Tän­zer*in­nen, die sich in der Bewegung konstant abstimmen und finden. Lassen Sie sich die intensiven Erlebnisse dieser Tanzabende nicht entgehen!
    
Weitere Infos und Tickets unter www.tanzhaus-nrw.de

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