Werner Schroeters filmische Anfänge (1967-1972)
Kurzinfo: Werner Schroeter gehörte zu den Studierenden des ersten Jahrgangs der 1967 eröffneten Hochschule für Fernsehen und Film in München. Nach nur drei Wochen erschien er nicht mehr zu den Vorlesungen und begann mit seiner 8mm-Kamera und seinem Tonbandgerät, eigene Filme herzustellen, die er in seinen Freundinnen und Freunden in privaten Vorführungen zeigte: Travestien, übersteigerte Gefühle, Opernarien und Schlagermusik, hohle politische Phrasen, erotische Stilisierungen und pathetische Liebestragödien mit von ihm hochstilisierten Superstars, die er Carla Aulaulu und Magdalena Montezuma nannte. Wim Wenders schrieb als erster über die Filme seines Kommilitonen, die dann auf Underground- und Experimental-filmfestivals zu sehen waren. Stefan Drössler (Filmhistoriker, Direktor Filmmuseum München) beschreibt anhand von Fotos, Dokumenten und Ausschnitten aus den frühen Filmen Schroeters Anfänge, die deutsche Filmszene der späten 1960er-Jahre, die sich „Das andere Kino“ nannte, mit ihren Festivals in Hamburg, Mannheim und Hof, seine Freundschaft mit Rosa von Praunheim bis zu seinem künstlerischen Durchbruch in Deutschland mit EIKA KATAPPA (1969) und im internationalen Raum mit DER TOD DER MARIA MALIBRAN (1972). (FM)