
Once upon a Time in Gaza
Palästina, Frankreich, Deutschland, Portugal 2025, Laufzeit: 87 Min.
Regie: Tarzan Nasser, Arab Nasser
Darsteller: Nader Abd Alhay, Majd Eid, Ramzi Maqdisi
Wie wäre es mit dem ersten Actionfilm, der in Gaza gedreht wurde? Der Genrehybrid ONCE UPON A TIME IN GAZA der palästinensischen Filmemacher und Zwillingsbrüder Arab und Tarzan Nasser (GAZA MON AMOUR) nimmt diese Idee auf und nutzt sie, um spielerisch über die soziale und politische Realität in Gaza zu erzählen.
Gaza, 2007. In zwei Episoden schildert der Film zunächst das Leben des schüchternen Studenten Yahya, der sich als Falafelverkäufer durchschlägt. Er arbeitet gerne für seinen charismatischen Boss Osama, die beiden werden Freunde und steigen ins Drogengeschäft ein, bis Osama auf brutale Weise ermordet wird. Yahya versteckt sich und wird Zeuge der Tat, ohne den Täter erkennen zu können. Von seiner eigenen Feigheit geplagt, verarbeitet Yahya das Erlebte, während er in einem improvisierten lokalen Actionfilm die Rolle eines Militanten übernimmt – ein Dreh, der den zweiten Teil des Films bestimmt.
Dabei vermischen sich reale und gespielte Elemente zunehmend miteinander, ähnlich einer Matroschka, in der sich mehrere Ebenen ineinander verschieben. Zwischen Freundschaft, Rache und schwarzem Humor stellen die Nasser-Brüder schließlich auch die Frage, wie Märtyrertum inszeniert und gelesen wird. Selbst ein vermeintlich unpolitisch wirkender Film trägt hier eine politische Spannung in sich.