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Marty Supreme

Marty Supreme
USA 2025, Laufzeit: 149 Min.
Regie: Josh Safdie
Darsteller: Timothée Chalamet, Gwyneth Paltrow, Odessa A’zion

Ein Film über Tischtennis in den 1950er Jahren. Kann man damit ein Publikum generieren? Timothée Chalamet kann es anscheinend, jedenfalls hat MARTY SUPREME in Amerika schon 100 Mio Dollar eingespielt und zählt damit zu den Blockbustern. Für den umtriebigen Schauspieler, der seinen Fans immer etwas Neues bieten will, ist dies jedenfalls mal wieder eine ganz andere Rolle.

Er spielt den Schuhverkäufer Marty, arbeitet in einem Hinterhof-Laden in Manhattan und für seinen Onkel, dem der Laden gehört, ist er längst ein Star. Einen besseren Verkäufer hatte er noch nie, doch Marty hat ganz andere Pläne. Er denkt den ganzen Tag nur an Tischtennis, träumt davon, Weltmeister zu werden und will unbedingt auf das nächste Turnier in London. Doch Talent alleine reicht nicht, auch nicht, dass er jede freie Minute trainiert, er braucht Geld und für einen Sport, der in New York verächtlich Ping Pong genannt wird, Geldgeber zu finden, ist nicht leicht. Aber geht nicht, gibt es für Marty nicht. Er zündet geradezu ein Feuerwerk an Ideen, um seinem Traum näherzukommen.

Er "leiht" sich Geld aus dem Safe seines Onkels, belügt seine Mutter ebenso wie seine Freundin, schmeißt sich schamlos an eine Hollywood-Diva (Gwyneth Paltrow) ran, deren Ehemann (Kevin O'Leary) er gleichzeitig als Sponsor gewinnen will. Und tatsächlich schafft er es zum Turnier nach London, wo er sich allerdings dem japanischen Champion geschlagen geben muss. Der ist mit einem neuen Schläger mit Gummipolsterung angetreten, dessen Bälle schwer einzuschätzen sind. Marty verliert die Nerven und unterliegt knapp in einem dramatischen Endspiel.

Doch Verlieren ist nicht gerade Martys Stärke. Sein überschäumendes Temperament wird bei den Sportfunktionären gerne als Unsportlichkeit gewertet. Fortan hat er Probleme, fürs nächste Turnier zugelassen zu werden. Doch 'Probleme' ist Martys zweiter Vorname und auch als sein Sponsor abspringt, weil er mal wieder einen Skandal verursacht hat, ist das für ihn kein Grund aufzugeben.
Wieder zurück in New York wartet bereits die Polizei auf ihn, sein Onkel hat ihn wegen Diebstahls angezeigt und seine Freundin ist inzwischen hochschwanger. Zusammen mit einem Freund gelingt Marty die Flucht, sie steigen in einer wahren Bruchbude ab, wo Marty auf eine Weise mit dem Mafia-Boss Ezra in Kontakt kommt, wie wir es im Kino noch nicht gesehen haben. Marty erkennt trotz des ruppigen Erstkontaktes schnell die weiche Stelle des sonst so harten Gangsters. Die Odyssee geht also weiter, führt uns von der Lower East Side über London, Paris, Tokio bis Kairo und wieder zurück nach New York. Dabei entwickelt der Film ein Tempo, das dem der geschmetterten Tischtennisbälle gleichkommt und für permanente Atemlosigkeit sorgt.

Regisseur Josh Safdie entwickelte bereits als Kind eine Leidenschaft für Tischtennis, doch im New York der 1950er Jahre war man damit bestenfalls ein exzentrischer Außenseiter. Erst als seine Frau in einem Bookshop die Biografie des legendären Tischtennisspielers und Lebemanns Marty Reisman fand, flammte seine Leidenschaft wieder auf und inspirierte ihn zu einem überbordenden Drehbuch, das eine Figur entstehen ließ, die über jede reale Vorlage hinauswuchs: Marty ist ehrgeizig und phantasievoll, egozentrisch und doch liebenswert, hartnäckig und begabt, ein Gauner und Romantiker zugleich. „Martys Glaube an seinen Traum beruht auf Selbstvertrauen – aber am Ende ist es der Glaube anderer an ihn, der wirklich zählt", sagt Safdie, der bei seinem Protagonisten gleich an Timothée Chalamet denken musste. Den hatte er bei den Dreharbeiten zu YOU CAN CALL ME BY YOUR NAME kennengelernt. Seitdem sind die beiden befreundet: "Timothées Leidenschaft für seine Schauspielkarriere erinnerte mich an Martys Leidenschaft für Tischtennis".

(Kalle Somnitz)

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