
Mandela - Der lange Weg zur Freiheit
USA 2013, Laufzeit: 152 Min., FSK 12
Regie: Justin Chadwick
Darsteller: Idris Elba, Naomie Harris, Tony Kgoroge
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Nelson Mandela weilt inzwischen nicht mehr unter uns, doch er wird nie vergessen werden, weil er aus dieser Welt einen besseren Ort gemacht hat. Basierend auf seiner Autobiografie „Der lange Weg zur Freiheit“ erzählt nun dieser Film seine faszinierende Lebensgeschichte. Ein packendes und bildgewaltiges Epos, das neben der politischen Dimension die menschlich emotionale Seite in den Vordergrund rückt.
Ein großer Film über einen großen Mann. "Mandela - Der lange Weg zur Freiheit" beschreibt die Entstehung einer modernen Ikone, die die Aufhebung der Rassentrennung und damit eine langersehnte politische Wende in Südafrika herbeigeführt hat. Gleichzeitig ist es eine Liebeserklärung an einen Menschen, der durch seinen unermüdlichen Kampf für Freiheit, Gleichheit und Unabhängigkeit die ganze Welt verändert hat. Doch es ist auch die Geschichte eines Mannes, der einen hohen Preis dafür gezahlt hat ohne letztendlich zu verbittern. Seine erste Ehe ist schon früh gescheitert, während die große Liebe zu seiner zweiten Frau Winnie erst nach der 27 Jahre andauernden Haft zerbricht, weil sie den Unterdrückern nicht verzeihen kann und ihr Hass wiederum zu schrecklicher Gewalt geführt hat. Am Ende steht der späte Triumph eines inzwischen alten Mannes, dem so viele Jahre seines Lebens aber keineswegs die Ideale geraubt wurden. Er erhält den Friedensnobelpreis und wird zum ersten schwarzen Präsidenten von Südafrika gewählt.
Böse Zungen könnten behaupten, dass der Kinostart irgendetwas mit dem kürzlichen Ableben Mandelas zu tun hat, aber das Gegenteil ist der Fall. Knapp 16 Jahre dauerte die Entstehung des Films und das Drehbuch wurde immer wieder überarbeitet, um Mandelas vielschichtiger Persönlichkeit gerecht zu werden. Erst bei der Londoner Premiere in Anwesenheit von Familienmitgliedern und des britischen Königshauses verbreitete sich die Nachricht von Mandelas Tod im stolzen Alter von 95 Jahren.
Für den südafrikanischen Produzenten Anan Sangh war das Projekt von Anfang an eine echte Herzensangelegenheit und entwickelte sich zur größten Produktion, die das Land je hervor gebracht hat. Sorgfältig wurde recherchiert, es gab viele Gespräche mit Zeitzeugen und es wurde an Originalschauplätzen oder sorgfältig nachgebauten Sets gedreht, um möglichst authentisch zu bleiben. Trotzdem sollte es ein Film für die ganze Welt werden, was den hohen britischen Anteil vor und hinter der Kamera erklärt. Der zweifach Oscar-nominierte Drehbuchautor William Nicholson („Gladiator“) brachte es insgesamt auf 34 Drehbuchfassungen, bevor Regisseur Justin Chadwick („Die Schwester der Königin“) endlich loslegen konnte.
In der Hauptrolle brillieren Idris Elba („The Wire“) als Mandela und Naomie Harris („Skyfall“) als seine Frau Winnie, die die schwierige Aufgabe meistern, Persönlichkeiten des politischen Zeitgeschehens eine menschliche Dimension zu verleihen. Zusammen mit Chadwicks prägnanter Inszenierung, die sich an so unterschiedlichen Vorbildern wie David Leans epischen Meisterwerken und der extremen Dynamik eines „City of God“ orientieren, umschifft der Film sicher die Klippen pathetischen Hollywood-Kinos und setzt damit Nelson Mandela ein Denkmal im wahrsten Sinne des Wortes.
(Eric Horst - biograph)