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L.A. Crash

L.A. Crash
USA 2004, Laufzeit: 113 Min., FSK 12
Regie: Paul Haggis
Darsteller: Sandra Bullock, Don Cheadle, Matt Dillon, Jennifer Esposito, William Fichtner, Brendan Fraser, Terrence Dashon Howard, Chris "Ludacris" Bridges, Thandie Newton, Ryan Phillippe, Larenz Tate, Nona Gaye, Michael Pena, Loretta Devine, Shaun Toub, Beverly Todd, Keith David

Leider können Filme nicht die Welt verändern. Kein Anti-Kriegsfilm hat den Weltfrieden hervorgerufen und trotz Michael Moores "Fahrenheit 9/11" wurde George W. Bush wiedergewählt. Doch manchmal schafft es ein Film, uns Zuschauer auf magische Weise zu berühren und so wenigstens das Denken einiger Individuen zu verändern. "L.A. Crash" ist ein solcher Film und er zeigt uns, dass wir am Ende gar nicht so verschieden sind, wie es oftmals den Anschein hat. Geschichten und Schicksale von Menschen, wie sie verschiedener nicht sein könnten, bilden die Ausgangspunkte zu "L.A. Crash": Zwei Autodiebe, die während ihrer Tätigkeit über Rassenkonflikte und die Gesellschaft im Allgemeinen philosophieren, ein schwarzer Polizeiinspektor, der sich nicht nur um seine abhängige Mutter, sondern auch um seinen kriminellen Bruder sorgen muss, ein junger Regisseur, dessen Frau von einem rassistischen Polizisten belästigt wird, der sich wiederum zuhause rührend um seinen kranken Vater kümmert, ein iranischer Immigrant, der sich illegal eine Pistole besorgt, um seinen Laden vor Überfällen zu schützen und ein spanischer Schlosser, dessen kleine Tochter Angst vor Kugeln hat, sind nur ein paar der Protagonisten, die im Verlaufe des Filmes aufeinander treffen werden. Regisseur Paul Haggis war bereits für das Drehbuch von Clint Eastwoods "Million Dollar Baby" zuständig und stellt mit L.A. Crash erneut unter Beweis, dass er ein virtuoser Geschichtenerzähler ist. Während die Perfektion, mit der er die zahllosen offenen Handlungsstränge letztendlich zusammenführt, an Robert Altmans "Short Cuts" erinnern, lassen die Dialoge der Autodiebe den verschrobenen Witz von Jim Jarmuschs "Night On Earth" erkennen. Dennoch ist Haggis ein völlig eigenständiger Film gelungen, bei dem alles der Konstruktion und nichts dem Zufall überlassen wurde. Das Hauptthema scheint der herrschende Rassismus zu sein, doch dieser offenbart sich lediglich als Symbol für die Ängste und Hoffnungen der präzise gezeichneten Charaktere. Und eben diese Ängste und Hoffnungen sind es, die allen Agierenden gemein sind, die sie verbinden und ihnen letztendlich ihre Abhängigkeit voneinander vor Augen führt. Auch "L.A. Crash" wird die Welt nicht verändern, aber er wird vielleicht unseren Blick auf Menschen schärfen, von denen wir glauben, dass sie anders seien als wir.

(Oliver Forst, playtime by biograph)

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