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Jean Seberg – Against all Enemys

Jean Seberg – Against All Enemies
USA 2019, Laufzeit: 102 Min., FSK 12
Regie: Benedict Andrews
Darsteller: Kristen Stewart, Jack O'Connell, Margaret Qualley
>> jeanseberg-derfilm.de/#/

Meine Meinung zu diesem Film

Die Aufgezwungene Stummheit
CemileTS (139), 29.10.2021

Vor über einem halbem Jahr bin ich einem Ermittlungsverfahren das sich gegen mich richtet, bewusst geworden. Bei meiner täglichen Routine den Kleiderschrank zu öffnen, mir das erschreckende Gesicht von Penny Wise, mit lechzend zackigen Zähnen aus der Dunkelheit des Schranks heraus entgegen brach.

Dessen Körper sich bereits zu einer überdimensionalen allesfressende Spinne mit haarige Beinen im Schrank ausgebreitet hat. Mich anlächelt, durch seine glitzernd böswillige Augen vermittelt :
„wir sind bereits überall in deinem Leben eingedrungen“.

Überall in mein bescheidenes Leben, welches durch Erinnerungen und Sehnsüchten geformt, bekleidet in Pastellfarben aller Nuancen

In meinem Leben ist Penny Wise eingebrochen um meine Ordnung und meine Selbstbestimmung zu zerfleischen.
Die Beziehung zu meiner Umgebung, meinen Freunden und Verwandten zu unterbrechen, mich zu isolieren und meine intime Gewohnheiten zu erörtern, um mir die Ohnmacht als einzigen Wegbegleiter zu stellen, der auf Anweisung hin mein Handeln konzentriert in die Selbstdestruktion manövriert.

Panik und nächtens schweißtreibender Schlaf.

Mich, bisher bekleidet in Pastellfarben, nun Nackt an jeder Stelle meines Körpers Tätowiert, verkommen und dienlich zur Schaulust derer gestellt, die sich in meinem Kleiderschrank, in die Freisprechereinrichting meines Handys, in meinem Router eingenistet haben.

Die mich auf der Straße abfangen und observieren.
Mir und meine Nahestehenden schmerzhafte Wunden auf Ewig zufügen, deren Narben sich wie Geschwüre festsetzen werden.

Mit der Selbstverständlichkeit einer ungeahnten Perversion schreiten die „Dancer In The Dark“ in mein Leben ein - Augen und Ohren überall.

„Dancer In The Dark“ die mir sämtliche Kontakte aus meine Devices abgesaugt haben, jede meiner Erinnerungen an Familie, Freunde und Berührungen, die ich als Bilderchroniken in meinem PC abgelegt habe, schändlich auswerten:

Eine Mutter die voller Glücksgefühl ihr Erstgeborenes in den Armen trägt.
Ein Stück Himmel, fotografiert in den frühen Abendstunden.
Eine Liebe, der an einem späten Nachmittag beim lesen eines Romans in sich gekehrt schmunzelt.

Ein Großvater, der mich mit Wohlgefühl anschaut.

Mich, nun verkommen und eingebrochen in eine Dunkelheit aus der heraus ich niemanden mehr erkenne, noch erkannt werden möchte.
Weder meine Mutter noch mein Großvater, nicht meinen Liebsten und schon gar nicht diesen Himmel, der mir täglich die Beständigkeit zusicherte, an dem ich mich seit über 20 Jahre am Fenster meines 30 qm Lebensraums erfreute.

An dieser durchlebten Realität ist nichts romantisches. Wie das erleiden einer aggressiven Krebserkrankung - im Wissen dass bald einem das Leben genommen wird, mit der Ungewissheit ob es morgen sein wird, vielleicht übermorgen, oder doch bereits schon heute.

Es ist der 7. Höllenkreis. Darin eingetaucht wird Stummheit zur auferlegten Sprache.

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