
Fassaden
Deutschland 2025, Laufzeit: 90 Min., FSK 12
Regie: Alina Cyranek
Tabuthema häusliche Gewalt: Jede vierte Frau wird mindestens einmal in ihrer Beziehung misshandelt und dennoch spricht kaum jemand darüber. Der Film wagt eine aufrichtige und künstlerische Annäherung, mit echten Erfahrungsberichten und Tanz.
Authentische Erfahrungsberichte von vier anonymen Frauen, die Opfer von häuslicher Gewalt wurden, werden aus dem Off gelesen von Schauspielerin Sandra Hüller und verschmelzen in ihrem empathischen Vortrag zur Geschichte einer Frau. Dazu sehen wir ein Tanzpaar auf schwarzem Grund, das ihre Erzählung von Liebe und Abhängigkeit, von Aufbegehren und Unterdrückung körperlich interpretiert, teilweise zusätzlich verfremdet durch grafische Bearbeitung. Zwischendurch sitzen Experten vor der Kamera - Polizisten, Sozialarbeiterinnen, Ärztinnen, die regelmäßig mit solchen Fällen zu tun haben - und geben bereitwillig Auskunft.
Wir lernen eine Menge darüber, wie es überhaupt so weit kommen kann und warum die Betroffenen oft nichts oder erst spät etwas unternehmen. Über die psychischen Hintergründe und sozialen Missstände, die solche Fälle nach wie vor begünstigen und eine Verfolgung so schwer machen. Aber auch ganz konkret darüber, was man tun kann, an wen man sich wenden kann und wie einem dann geholfen wird, ob als Opfer oder Zeuge. Auch wenn es schwierig ist, es ist höchste Zeit das Thema anzupacken und der Film bietet dafür einen guten Einstieg.