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Der wunderbare Garten der Bella Brown

Der wunderbare Garten der Bella Brown
Großbritannien, USA 2016, Laufzeit: 92 Min., FSK ohne Altersbeschränkung
Regie: Simon Aboud
Darsteller: Jessica Brown Findlay, Andrew Scott, Jeremy Irvine
>> www.bellabrown-derfilm.de

Der wunderbare Garten der Bella Brown ist ein herrlicher Wohlfühlfilm, der mit liebenswerten und skurrilen Charakteren aufwartet und den Zuschauer mit einer phantasievollen und rührenden Geschichte in seinen Bann zieht.

Im Mittelpunkt dieses modernen Märchens steht die schüchterne Bibliothekarin Bella Brown (Jessica Brown Findlay), die als kleines Kind von ihren Eltern ausgesetzt wurde und in einem Waisenhaus aufgewachsen ist, wo sie ihre Kindheit größtenteils isoliert und eskapistisch in Büchern vergraben und in ihre blühende Phantasie geflüchtet, verlebt hat. Ihr großer Lebenstraum ist es, einmal erfolgreiche Kinderbücher zu schreiben. Der Alltag der zurückgezogen lebenden Außenseiterin ist allerdings geprägt von Ordnungsfanatismus und Kontrollwahn. Durch ihre Sorgen und Ängste gehemmt, steht sie sich oftmals selbst bei der Realisierung ihrer Wünsche im Weg. In ihrer Welt hat alles seinen rechtmäßigen Platz und alles was nicht in ihrem Kontrollbereich liegt, ist ihr ein Graus. So ist ihr die Natur ein Dorn im Auge, steht sie doch für ungezügelte Willkür, Verwahrlosung und Chaos. Ihr wohlgeordnetes Weltbild gerät aus den Fugen, als sie zum einen ihren Job gefährdet sieht, zum anderen von ihrem Vermieter vor die Wahl gestellt wird, entweder dafür Sorge zu tragen, dass sich ihr wildwuchernder Garten in ein gepflegtes Pflanzenreich verwandelt oder ihr ansonsten die Kündigung droht. Darüber hinaus platzen auf einen Schlag drei Männer in das Leben der scheuen Einzelgängerin. Da wäre ihr grantiger, sein Umfeld herumkommandierender Nachbar Alfie Stephenson, der mit der Zeit seinen weichen Kern unter der rauen Schale offenbart sowie eine Leidenschaft für Gartenarbeit. Zum anderen sein ehemaliger Koch, der aufgrund schlechter Behandlung die Fronten wechselt und kurzer Hand quasi bei Bella einzieht. Komplettiert wird das Männer Trio durch den Architektur interessierten, tollpatschigen, hoffnungslos chaotischen und in seiner Gesamtheit an Daniel Düsentrieb erinnernden Erfinder namens Billy, der mit seinen Bibliotheksbesuchen für Lichtblicke in Bellas Berufsalltag, in dem sie nur allzu gern von ihrer mürrischen Chefin schikaniert wird, sorgt. Zwischen den beiden grundlegend unterschiedlichen Sonderlingen besteht eine zaghafte, gegenseitige Anziehung und die sich anbahnende Beziehung hilft ihr sogar dabei ihre Kindergeschichte zu entwickeln, bis es zwischen den beiden zu einem unliebsamen Missverständnis kommt, das Bella in tiefen, lethargischen Liebeskummer fallen lässt.

Der Kontrast des Innenlebens der Protagonistin spiegelt sich in der Farbenmetaphorik wieder. Wird uns ihre Kindheit noch in kalten Blau- und Grautönen vor Augen gehalten, dominieren je mehr Licht sie in ihr Lebens lässt, auch immer mehr hellere und wärmere Farbtöne.

Mehr als einmal wird man im Verlauf des Films an Jean-Pierre Jeunets märchenhaftes Meisterwerk „Die fabelhafte Welt der Amelie“ erinnert. So erzeugt schon Bellas äußeres Erscheinungsbild Assoziationen an die sympathisch-naive Amelie.

So zeigt uns „Der wunderbare Garten der Bella Brown“ eindrucksvoll und facettenreich wie sehr unser aller Leben positiv bereichert werden und man „aufblühen“ kann, wenn man aufgeschlossen ist, andere Menschen in sein Leben einlässt, über seinen eigenen Schatten springt, sich seinen Ängsten stellt und sie so letztendlich überwinden kann.

(Arne Schulz)

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