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Departed: Unter Feinden
USA 2006, Laufzeit: 151 Min., FSK 16
Regie: Martin Scorsese
Darsteller: Leonardo DiCaprio, Matt Damon, Jack Nicholson, Mark Wahlberg, Martin Sheen, Ray Winstone, Vera Farmiga, Anthony Anderson, Alec Baldwin, Kevin Corrigan, Badgett Dale, David O'Hara, Mark Rolston, Robert Wahlberg, Kristen Hocking

Martin Scorseses schnörkelloser Gangsterfilm erzählt von zwei Cops, die jenseits der Legalität agieren. Der eine eingesetzt als Undercoveragent bei der Mafia und der andere als Mitglied der Mafia in den Reihen der Polizei. Mit der Neuverfilmung des Hong Kong Erfolgsthrillers "Infernal Affairs" aus dem Jahre 2002, wird die Geschichte mit Hollywoodstaraufgebot neu erzählt und braucht sich hinter dem Original keineswegs zu verstecken. South Boston, hier brodelt es gewaltig und der irischstämmige Unterweltboss Frank Costello (Jack Nicolson) zieht die Fäden nach Belieben, wie es scheint. Trotz der auf ihn angesetzten State-Trooper-Spezialeinheit, mag es nicht gelingen ihn bei seinen Machenschaften zu überführen. Wie sollte es auch, sitzt doch ein Spitzel namens Colin Sullivan, gespielt von Matt Damon, mitten in den Reihen der Gerechtigkeit, der alle Pläne und strategischen Information sofort weiter leitet. Doch umgekehrt sieht es nicht viel besser aus. Der junge Undercover-Cop Billy Costigan (Leonardo DiCaprio) hält seinerseits Einzug in die Welt des Verbrechens um so den großen Coup zu landen, nämlich Costello endgültig das Handwerk zu legen. Zunächst wissen die beiden Spitzel, im Film oft auch als "Ratten" bezeichnet, nicht von ihrer gegenseitigen Existenz, doch dies soll sich schnell ändern. So entwickelt sich ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel, dass dem Zuschauer über zwei Stunden spannende und buchstäblich atemberaubende Kinounterhaltung bietet. Dass gerade Gangsterfilmspezialist Scorsese die Herausforderung des Remakes auf sich nahm, lässt schon erahnen, dass von einem verwaschenen Abklatsch des Originals keine Rede sein kann. Er, der er sich auch in früheren Filmen immer wieder in die Abgründe der Brutalität gewagt hat, macht auch bei "Departed - Unter Feinden" kein Hehl daraus, dass diese zwei Welten die da aufeinander prallen nicht nur dramaturgische Spannung verheißen, sondern eben auch jene Härte aufweisen, wie man sie schon in "Good Fellas" gesehen hat. Eine deutliche Abgrenzung zum Original ist wohl auch der oftmals ironische Unterton, der aus dem dramatischen Stoff eine tour de force macht, die den Kinozuschauer gebannt in die Sitze presst. Neben der bestechenden Drehbuchadaption, die sich nicht scheut, gelungene Passagen eins zu eins zu übernehmen, ist vor allem die hochkarätig besetzte Schauspielerriege hervorzuheben. Sei es Leonardo DiCaprio, der in seinem dritten Scorsese Film in Folge noch eine Schippe seiner Fähigkeiten drauf legt, oder aber Matt Damon, der den Counterpart in so abgebrühter Manier spielt, dass Erinnerungen an Mr. Ripley wach werden. Allen voran aber, ist es wieder einmal Jack Nicholson, der eine preisverdächtige Vorstellung abliefert. Der Film lebt jedoch nicht nur von der fulminanten Starbesetzung, sondern auch die Kameraarbeit trägt maßgeblich an der spannungsgeladenen Atmosphäre bei. In der mittlerweile sechsten Zusammenarbeit steht der deutsche, mehrfach Oscarnominierte Michael Ballhaus hinter der Kamera und schafft es, ein Flair des Film noir zu erzeugen. Durch gezielten Einsatz von Licht und Schatten, teils auch ungesättigten Farbkontrasten wird die Dramaturgie in packende Bilder umgesetzt, die das Gut und Böse Thema kongenial unterstreicht. Mit "Departed - Unter Feinden" begibt sich Scorsese wieder einmal auf das Terrain des Gangsterfilmes und das Ergebnis ist beachtlich. Wenn ihm bislang die Ehre eines Oscars verwehrt blieb, so kann man seinen neuen Film gewiss als erneuten Versuch ansehen.

(Mathias Bornemann, playtime by biograph)

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