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Forum

Es gibt 6 Beiträge von mandagora

Chanson d´ Amour

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Sehenswert

26.01.2007

Ein handwerklich sauber gemachter Film. Nicht das, was man "großes Kino" nennt, aber wer sich in der Welt des konformen Zwangs-Entertainments sein autonomes Innenleben und seine ureigenen Phantasien bewahrt hat, findet hier genügend Anregungen zum Nachdenken, Erinnern und Träumen. Die Story selbst ist einfach, aber entlang der Story fädeln sich die Lebensgeschichten der Beteiligten wie Perlen an einer Schnur auf. Und in jeder Perle spiegelt sich ein Stück der menschlichen Komödie. Das Ganze niemals langweilig, niemals larmoyant, oft berührend und mit gutem französischem Esprit. Zusammen mit den eher zurückhaltend agierenden Schauspielern macht das einen sehenswerter Film, der anregt und eine Tiefe besitzt, die niemals schwer wird.

Wer früher stirbt ist länger tot

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Genial

09.12.2006

Dostojewski ist tot, lang lebe Shakespeare! Schuld und Sühne verwandeln sich in ein Mitsommernachts-Märchen. Zwischen Traum und Trauma entfaltet sich die Kraft der Wünschens. Mal derb, mal hintersinnig, mal umwerfend komisch. Dämonen sind Laienschauspieler, und die Götter kehren zurück in Gestalt von Kindern. Auf daß die Menschen den ihnen zugedachten Weg finden. Aber auch Götter können irren ... und tun am Ende doch immer das Richtige.

Für mich eines der lebendigsten Kinoerlebnisse dieses Jahres. Unbedingt sehenwert!

Snow Cake

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Wunderbarer Film

04.11.2006

Kann mich Perfectamento nur anschließen. Ein wunderbarer Film, psychologisch stimmig bis ins Detail, mit einem Plot, der immer transparent, aber niemals stereotyp ist, und durchweg exzellenten Schauspielern auch in den Nebenrollen. Ein Film, der berührt und auch am nächsten Tag noch nachschwingt. Hier paßt also einfach alles zusammen. Aber sicher nichts für Jedermann und schon gar nicht für Menschen, denen im Kino Ablenkung wichtiger ist als Berührtwerden und Auseinandersetzen.

My Summer of Love

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Vielschichtig

07.07.2005

Dieser Film geht ganz sanft unter die Haut. Vordergründig erzählt er uns eine Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Frauen, die irgendwie noch Teenager sind und doch auch wieder nicht; der Film fokussiert eine Zeit von vielleicht zwei oder drei Wochen im Sommer, in denen sich die beiden kennen lernen und allmählich näher kommen. Was aber lange wie eine zarte Romanze des Typs "Zwei Outsider (gut) finden zusammen und bekämpfen von nun an gemeinsam das Böse" aussieht, bekommt eine neue, tiefere Bedeutung, wenn wir das subtile Geflecht aus Benutzen und Benutzt-Werden, aus Hoffnungen und Erwartungen, aus Spiegelungen und Projektionen erahnen, in dem sich die beiden Protagonistinnen langsam verlieren. Ist es aber nicht genau das, was wir normalerweise Freundschaft nennen? Und ist es nicht so, dass wir die Unterscheidung von Gut und Böse irgendwie brauchen, um uns in dieser Welt zu orientieren? Am Ende dieser Geschichte jedenfalls verwirren sich exemplarisch die Werte, und weil Lüge und Verrat nach moralischen Maßstäben nicht annehmbar sind, gibt es fast ein bitteres Ende. Jenseits des moralischen Ebene aber, jenseits des kindlich-magischen Denkens öffnet sich durch diese Erfahrung ein neues Tor zur Realität. Und zumindest Mona kann ein Stück mehr akzeptieren, dass die Welt so ist, wie sie ist, und nicht, wie wir sie uns wünschen.

Pawlikowski hat einen leisen, eindringlichen Film gedreht, der trotz dramatischer Momente gänzlich undramatisch bleibt, weil er niemals den Boden der Alltagserfahrung verlässt. Und, ganz nebenbei, ist dies auch noch eine köstliche Satire auf all die öden Fundamentalisten, die derzeit wie Pilze aus dem Boden sprießen ? besondere Grüße nach Washington und nach Rom.

Wenn Träume fliegen lernen

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Das Kind in uns ...

13.02.2005

Kein großer Film, aber ein wunderschöner ... was immer der Trailer auch vermuten lässt. Und ein Film, der berührt ? wenn man bereit ist, sich berühren zu lassen. Der Plot ist stimmig, die Figuren gut angezeichnet und Marc Forster versteht sein Regie-Handwerk. Der Fokus liegt auf dem Erzählen der Geschichte; was die Protagonisten in ihrem Inneren bewegt, ist erahnbar, wird aber nicht ausgespielt. Das ist kein Manko; wer genau hinsieht und zuhört, kann beispielsweise die Schattenseiten des J.M.Barrie im Verhältnis zu seiner Frau sehr deutlich wahrnehmen. Dies gilt auch für die anderen Figuren. Der Verzicht auf stereotype Charaktere und emotionale Flachheiten verleiht dem Film Glaubwürdigkeit und Präsenz. Und wann immer die Gefahr besteht, ins Kitschige abzugleiten, findet sich eine ungeahnte Wendung. Die Schauspieler agieren auf hohem Niveau; allen voran ein großartiger Johnny Depp und eine ebenbürtige Kate Winslet. Nicht zu vergessen die kindlichen Nebendarsteller und ein zurückhaltender Dustin Hoffman. Alles in allem ein rundes Kinovergnügen. Wer sich also manchmal von all der Vernünftigkeit und dem Materialismus des normalen Lebens erdrückt fühlt, der darf sich hier daran erinnern, dass in uns, egal wie alt wir sind, auch noch ein Kind mit all seiner unermesslichen Kreativität und Fantasie steckt ...

Schöne Frauen

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Verquast

01.02.2005

Fatih Akin hätte aus diesem Stoff ein schönes kleines Roadmovie gemacht. Sathyan Ramesh will uns aber leider Gottes zeigen, dass er ein Frauenversteher ist (und outet dabei nur, dass er keine Ahnung vom Filmemachen hat). Das Ganze endet mitleid erregend schlecht irgendwo im künstlerischen Niemandsland zwischen Tabak-Werbespot, Baccardi-Reklame und Music-Clip. Es wird gequalmt und gesoffen bis zum kotzen (was Männer können, können Frauen schon lange), und das ununterbrochene Gerede der Protagonistinnen soll hier wohl so etwas wie eine existenzialistische Qualität rüberbringen, wirkt aber irgendwann nur noch nervig, weil sich alles nur an der Oberfläche abspielt (da fällt mir Goethe zu ein: "Getret'ner Quark wird breit, nicht stark"). In Ramesh's Logik scheint aber genau darin die Erlösung zu liegen, denn nach einem Jahr trifft frau sich wieder, und wie durch ein Wunder haben sich alle Probleme in Nichts aufgelöst ... Hurra! Haben wir da etwas Entscheidendes verpasst? Am Ende können weder die durchaus sehenswerten Leistungen der Schauspielerinnen noch die stimmliche Präsenz von Ina Müller (?Queenbee?) den Film retten. Bleibt uns als Trostpflaster, dass Sathyan Ramesh vielleicht ja noch von der Werbefilm-Industrie entdeckt wird und uns auf diese Weise zukünftig im Hauptfilm erspart bleibt ...

Hier erscheint die Aufforderung!