
Eline Vere
Niederlande 1991, Laufzeit: 132 Min.
Regie: Louis Couperus
Darsteller: Johan Leysen, Marianne Basler, Monique van de Ven, Paul Anrieu, Thom Hoffman
Kurzinfo: Es erscheint beinahe surreal, dass ein radikal eigensinniger Film wie ELINE VERE als niederländischer Beitrag zur 64. Oscar-Verleihung eingereicht wurde – keinesfalls überraschend ist dagegen, dass der von der visionären Cannon Group (leider: erfolglos) zur internationalen Distribution gebrachte Film keinerlei Chancen hatte, nominiert zu werden. Überhaupt ist dieser Film ein kleines Wunder, was angesichts des enormen Talents von Regisseur Harry Kümel wiederum für Kenner keine Überraschung darstellt. Wie schon in seinem berühmtesten Film BLUT AN DEN LIPPEN, geht es Kümel um die visuelle und erzählerische Chiffrierung weiblicher Neurosen. Sowohl Marianne Basler als auch Verhoeven-Muse Monique van de Ven werden mit verblüffender Experimentierfreudigkeit diametral entgegen ihren typischen Rollenverteilungen besetzt, was dem zwischen diffuser Oneironautik und kristallklarem Naturalismus changierenden Familiendrama eine irritierende Qualität verleiht. (FM)