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Al Held, Orange Waves. 1963, Acryl auf Ölpapier, auf Hartfaser aufgezogen, 46 x 61,5 cm
© Nachlass Al Held, courtesy Stiftung Museum Kunstpalast

Vielerlei Farben

Grau und Bunt im Museum Kunstpalast

Es macht im Museum Kunstpalast Sinn, die Ausstellungen „Black & White“ und „Bilder ohne Schatten“ nacheinander zu sehen. Bei Beiden geht es um die Rolle der Farbigkeit für die differenzierte Darstellung. „Black & White“ ist eine eindrucksvolle Demonstration der Abstufungen des Grau (als Mischung aus Weiß und Schwarz) in der Geschichte der Malerei seit dem Mittelalter und mit Bei spielen aus der Fotografie und der Installation. Als „Blockbuster“-Ausstellung ist es der Einstand des neuen Generaldirektors Felix Krämer, auch wenn die Aus stellung selbst, mit einigen Änderungen und etlichen Bezügen zu Düsseldorf, eine Übernahme aus der Londoner National Gallery ist. Sie untersucht, weshalb die Künstler auf die Buntfarben verzichtet haben und destilliert als Gründe – vorgetragen in einzelnen Kapiteln – die Erzeugung religiöser Andacht, Virtuosität im Wettstreit der Künste und Suggestion von Plastizität, eine Bezugnahme zur Fotografie sowie die emotionale Neutralisierung.

Umgekehrt lautet eine Frage bei „Bilder ohne Schatten“, was die Künstler mit ihrer Farbigkeit bei gleichzeitiger Abstraktion zum Ausdruck bringen. Ob sich die Malereien dabei nicht doch von Mal zu Mal auf gesehene Wirklichkeit beziehen, die sie transzendieren und neu in Form setzen, wäre im Einzelnen zu untersuchen. „Knallbunt“, wie es beim Pressegespräch beider Ausstellungen hieß, ist hier jedenfalls kaum eines der Bilder. Dafür sind die beteiligten Künstler zu präzise Koloristen, dafür war das Kuratel von Kay Heymer zu sorgsam. Und die Herkunft der Bilder ist zu hochkarätig: Sie stammen aus der Sammlung von Willy Kemp, die sich seit 2011 als Schenkung im Museum Kunstpalast befindet und hier nach und nach in Auszügen vorgestellt wird. In Düsseldorf tätig als Steuer berater, ist Willi Kemp (geb. 1927) durch ein zweisemestriges Studium an der Kunstakademie, die Co-Autorschaft des Werkverzeichnisses zu Carl Buchheister und die jahrzehntelange Freundschaft mit vielen Künstlern bestens mit dem Metier vertraut. Über Jahrzehnte hat er eine Sammlung mit Schwerpunkt auf der farbbezogenen abstrakten Malerei einzelner Künstlerpersönlichkeiten aufgebaut. Der aktuelle Szenenwechsel im Museum Kunstpalast gibt dazu einen guten Einblick. Zu den vertretenen Künstlern gehören Valerio Adami, Ulrich Erben, Winfred Gaul und Al Held. Und Karl Otto Götz und die ZERO-Künstler Mack und Piene, die außerdem, ein Stockwerk drüber, bei „Black & White“ dabei sind – Farbe und Nicht-Farbe liegen eben gar nicht so weit auseinander.

BILDER OHNE SCHATTEN und: BLACK & WHITE
beide Ausstellungen bis 15. Juli
im Museum Kunstpalast im Ehrenhof, Tel. 566 42 100
www.smkp.de

TH

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