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Theresa Weber, Transformation Gate, 2021, Mixed Media, Installation Sammlung Philara, © Künstlerin, courtesy Sammlung Philara, Düsseldorf
Foto: Kai Werner Schmidt

Viele Identitäten

Aktuelle Positionen aus Düsseldorf in der Sammlung Philara

Wenn es um die Ausstellungshäuser in Düsseldorf geht, die auf dem Funda­ment einer Stiftung eine Ausstellungstätigkeit mit Themenausstellungen zu zeitgenössischen Fragestellungen verwirklichen, dann hat sich die Sammlung Philara neben der Arthena Foundation/KAI10 an vorderster Front etabliert. Im umgebauten Industriegebäude in Flingern ist zudem die vertiefende Anbindung an das Kunstgeschehen in Düsseldorf Teil der Programmatik. Die letzte Wech­selausstellung widmete sich Künstlerinnen, die an der Kunstakademie gelehrt haben oder noch lehren. Die aktuelle Ausstellung stellt nun sechs Künstlerinnen der jüngsten Absolvent*innen-Generation vor. Vor dem Hintergrund unserer multikulturellen Gesellschaft vereint diese Künstlerinnen das insistierende Inte­res­se an der Identität, der Diversität von Geschlecht und Herkunft und an Fragen des Feminismus: als Sensibilität, aus der Selbstbewusstsein und vielschichtige, sinnlich vitale Kunst erwächst. Die zentralen künstlerischen Maß­nahmen dahin sind die Collage und die Montage sowie das Zitat, besonders in Form biographischer und kollektiver Geschichten. Die Medien sind der Film, die Rauminstallation, die Bildmontage und die Fotocollage und die Assemblage, welche – von Theresa Weber – als bildreicher transparenter „Vorhang“ in der Halle hängt. Zwar sind die Werke für sich getrennt präsentiert, aber die Kooperation liegt sozusagen in der Luft. So gibt es auch einen gemeinsamen Film von Jana Buch und Arisa Purkpong, der in einem Saal mit der performativen, von Sound begleiteten Installation von Nara Bak aufgeführt wird, und dann schließen die Werkgruppen in einzelnen Räumen konsequent aneinander an. Zumeist geht es um Geschlechterrollen und Rollenverhalten als Bei­spiele der Vergangenheit aus der Perspektive des Jetzt. So verweisen Jana Buch und Arisa Purkpong in ihren filmischen, von Text begleiteten Aufnahmen auf Medusa in der griechischen Mythologie und Arabimba in der Khmer-Sage. Theresa Weber bezieht sich im ornamentalen Kontinuum ihrer Wandtapete auf die mesopotamische Gottheit Ishtar, während Donja Nasseri ihren fotografischen Collagen und Montagen Abbildungen von Echnaton und Hatschepsut zugrunde legt. Anys Reimann wiederum schafft mit ihren Kombinationen von Malerei, Fotografie und Skulptur hybride Bilder einer „Schwarzen Emanzipa­tion“ gegenüber Diskriminierung und Rassismus – wie viel an Theorie und Wissen diesen und den anderen Werken zugrunde liegt, deutet dann vielleicht der intensivste Beitrag dieser Ausstellung an: ihr Garten, der im White Cube und unter Neonlicht in den wunderbarsten Grüntönen blüht.

Attempts to Be Many, bis 23. Januar in der Sammlung Philara,
Birkenstraße 47a in Düsseldorf-Flingern, www.philara.de

TH

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