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Ferdinand Kriwet, Ausstellungsansicht Heinrich-Heine-Institut, © Nachlass Künstler; Landeshauptstadt Düsseldorf, Michael Gstettenbauer

Text und Bild

Ferdinand Kriwet im Heinrich-Heine-Institut

Ferdinand Kriwet (1942-2018) war ein Schriftsteller aus Düsseldorf, und wie alles begann, zeigt das Heinrich-Heine-Institut in einer konzentrierten Aus­stel­lung. Im wesentlichen lassen sich seine Texte der Visuellen Poesie zu­rechnen; als leuchtend farbiges Großformat, mit dem sie an Signets an öffentlichen Orten erinnern, sowie im dichten seriellen Nacheinander von Worten und Zeilen an der Wand und auf dem Boden sind sie zunächst als Bild wahrzunehmen. „Ich bin kein Maler, sondern ein Schriftsteller, der die Sprache nicht nur beim Wort, sondern auch beim Bild nimmt“, hat Kriwet dazu gesagt. Es verwirklicht in seinen Texten Sinn und Bedeutung, gehaltliche und atmosphä­rische Ver­dichtung, Evokation und assoziativen Reichtum, der durch Worte, Sätze und Sprache ausgelöst wird und sich mit der Form deckt, dies betrifft ebenso seine Arbeiten mit den neuen Medien, mit der Diaprojektion, dem Fernsehen und dem Radio mit ihren Möglichkeiten der Verbreitung und der Direktheit der Erfahrung: als Sehtext und als Hörtext. Weiterhin gehören – natürlich – Bücher, Schall­platten und Siebdrucke zu seinen Ausdrucksmedien.
In Erinnerung ist in Düsseldorf vor allem seine Ausstellung 2011 in der Kunst­halle mit ihrer überbordenden Fülle und synästhetischen Wirkung, die in ihrer Farbwirkung und der Omnipräsenz der Buchstaben vom Sound und der Sprache der neuen Medien unterstützt wurde. Die Inszenierung war deshalb möglich, weil Kriwet, der seine Aktivitäten um 1980 beendet hatte, diese in den frühen 2000er Jahren, mittlerweile in Dresden ansässig, wieder aufnahm.
Das Heinrich-Heine-Institut nun zeigt frühe Archivalien, etwa Original­manu­skripte des 16-Jährigen, und fotografische Dokumente und beinhaltet Male­reien ebenso wie Hörstationen. Spannend ist die Korrespondenz des jugendlichen Dichters mit Verlegern und Schriftstellern, von denen er sich nicht ab­­wimmeln ließ. An den Namen seiner Adressaten lässt sich erkennen, dass er schon früh an experimentellen Ausdrucksformen interessiert war. Auf Ver­mitt­lung des Galeristen Jean-Pierre Wilhelm lernte er den Dumont-Verleger Ernst Brücher kennen, der für die Publikation seiner Arbeiten sorgt. 1961 erscheint sein Buch „Rotor“, in dem man an jeder Stelle mit dem Lesen einsetzen und den Text ebenso von hinten nach vorne lesen kann. Mit seinen „Rundscheiben“ erhält er internationale Aufmerksamkeit. Er arbeitet mit Licht und Op Art-Effekten und stellt mit Günther Uecker in der Kneipen-Diskothek Creemcheese in der Altstadt aus, entwirft eine Hörarbeit zur Atmosphäre bei Fortuna Düssel­dorf und wird zu einer Lesung bei der Gruppe '47 eingeladen. Das ist die Leistung der Ausstellung im Heinrich-Heine-Institut: Bei und mit allem wird die literarische Grundlage von Kriwets Werk herausgearbeitet.

Kriwet – ein Dichter aus Düsseldorf
bis 9. Jan. im Heinrich-Heine-Institut
Bilker Straße 12-14, 0211 899 55 71
www.duesseldorf.de/heineinstitut

TH

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