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Was Ihr wollt
Foto: Bjoern Hickmann - Stage Picture

Shakespeare Festival im Globe

bis zum 13. 7.

Am 14. Juni beginnt das diesjährige Shakespeare Festival Neuss. Zum 29. Male ist der einzigartige Magier zu Gast im Globe, um mit der Gewalt seiner Worte innere und äußere Kriegsschauplätze, bizarre Seelenlandschaft und einfach – die ganze Welt auf die Bühne zu bannen.

Was hätten wir von dieser Welt in diesem Jahr zu erwarten? Nun, zunächst einfach: Was ihr wollt, das trickreiche Doppelspiel von dem Geschwisterpaar, das – durch Schiffbruch voneinander getrennt – mannigfache Wirrungen überstehen muss, bis sich am Ende aufklärt, warum sich die Gräfin Olivia in einen Knaben verliebt, der ein Mädchen war, das seinerseits für einen Herzog entflammt, der denselben Knaben zum Boten seiner Liebe zur Gräfin erkiest, indessen ein biederer Matrose nicht weiß, warum ihn derselbe Knabe, der aber in Wirklichkeit sein eigener Bruder ist, plötzlich nicht erkennt, und weshalb der eitle Haushofmeister gelbe, kreuzweis gebundene Strümpfe … Das ist solch ein ergötzliches Durcheinander, dass es zum besseren Verständnis gleich zweimal gegeben wird: zum einen in der sehr vergnüglichen Auffassung des Rheinischen Landestheaters aus Neuss, zum andern in einer nicht weniger prickelnden Inszenierung der Londoner Bridge House Productions, die zu ihren prächtigen Einfällen auch noch die originale Sprache des Dichters mitbringt.
Verwirrend auf ganz andere Weise, düster, böse und verderblich bis zum letzten Moment hingegen präsentiert sich einmal mehr der Thronräuber, der beschloss, ein Monster zu sein: Richard III. Das Budapester Maladype Theater geht dem kunstvollen Geflecht aus Machtgier, Winkelzügen, Lügenhaftigkeit und geradezu hypnotischen Beschwörungen (»Mein war ein Eduard, doch ein Richard schlug ihn«) in einer sehr konzentrierten Inszenierung auf den Grund, wozu ein einziges Requisit benötigt wird – ein schimmerndes Gerüst, das Spinnennetz sein kann, Kerker für den Schurken oder das Symbol des intriganten Beziehungsnetzes. Faszinierend!
Auch Dan Jemmett fehlt nicht beim diesjährigen Festival. Sein französisches Lustspiel »Je suis invisible!« (»Ich bin unsichtbar!«) ist eine freie Adaption des Sommernachtstraumes, wobei ihm die genaue Kenntnis der Westernkomödie My Little Chickadee von und mit Mae West und W.C. Fields zu außerordentlichen Diensten war. Der Streifen kam im Februar 1940 in die amerikanischen Kinos, Dan Jemmetts neueste Meisterleistung erlebte kürzlich in der Schweiz ihre Premiere und riss das Publikum zu Beifallsstürmen hin.

Ähnlich ging es im vorigen Jahr im Globe zu, als uns das Teatr Papahema mit einer köstlichen Zähmung der Widerspenstigen begeisterte. Bei ihrem zweiten Gastspiel bringen die jungen Leute aus dem polnischen Bialystok jetzt einen Macbett mit, der auf den ersten Blick wie ein Druckfehler aussieht, sich dann aber schnell als ein absurdes Stück des rumänischen Franzosen Eugène Ionesco (»Die Stühle«) zu erkennen gibt: Der hat die tragischen Fäden mit lockerer Hand auseinandergezupft und derart verrückt miteinander verknotet, daß das Spiel um Ehrgeiz, Korruption und Feigheit in einer schier unentwirrbaren »line of kings« endet. Die Bühnensprache ist polnisch, eine deutsche Übertitelung gibt’s dazu

Globetheater Neuss
Shakespeare Festival
Termine: 14. 6. bis zum 13. 7.
Info und Karten-Hotline:
02131 - 52 69 99 99 oder www.shakespeare-festival.de

Globe Neuss an der Rennbahn - Stresemannallee

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