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Führung durch die Paul-Klee-Ausstellung, Museo Calouste Gulbenkian, Lissabon, 7.11.1972, Foto: Carlos Coelho da Silva
© Arquivos Gulbenkian, © Kunstsammlung NRW

Paul Klee und Düsseldorf

Die Welttournee der Klee-Sammlung 1966 bis 1985

Paul Klee war nicht lange in Düsseldorf. Ab April 1931 unterrichtete er, von Walter Kaesbach als Professor berufen, an der Kunstakademie. Aber schon zum Ende des Sommersemesters 1933 wurde er von der durch die Nationalsozialisten umgekrempelten Akademie entlassen. Er emigrierte Ende des Jahres nach Bern, in dessen Nähe er 1879 als deutscher Staatsbürger geboren worden war. 1940 starb er an einer Herzlähmung in Muralto-Locarno. Mit Paul Klee hatte das NS-Regime einen Künstler vertrieben und 1937 in seiner Ausstellung zur „Entar­teten Kunst“ weiter diffamiert, der weltweit angesehen war und sich selbst zur Welt hin geöffnet hatte. 1914 hatte er die Tunisreise mit Macke und Moilliet unter­­nommen und dort das Licht für seine Malerei entdeckt; 1928/29 folgte eine Reise nach Ägypten. Seine abstrakte, durch Primärzeichen strukturierte Kunst kennzeichnet eine universale Lesbarkeit, die über jeden Nationalstil erhaben ist.

Dass Klee bis heute mit Düsseldorf verbunden wird, liegt an dem großen Kon­volut seiner Bilder, welches das Land Nordrhein-Westfalen 1960 aus amerikanischem Privatbesitz erwerben konnte. Neben Klees kunsthistorischer Bedeutung spielte die moralische Verantwortung für die im Dritten Reich unterdrückten Künstler beim Ankauf eine Rolle. Zunächst wurde die Klee-Sammlung im Schloss Jägerhof ausgestellt, musste aber nach ein paar Jahren der beginnenden Samm­­lung von Malerei des 20. Jahrhunderts weichen: dem Grundstock für die spätere Kunstsammlung NRW. Werner Schmalenbach als Leiter der Sammlung und die Kulturpolitik machten aus der Not eine Tugend. Mit Unterstützung der diplomatischen Kanäle wurden Paul Klees Bilder auf Reisen geschickt: Zwischen 1966 und 1985 waren sie das Sujet von 38 Ausstellungen auf vier Kontinenten.

Die fast 20-jährige Ausstellungsreise wird nun als Prolog der Ausstellung „museum global“ in der Kunstsammlung NRW beleuchtet. Natürlich war eine Intention, Deutschland als Kulturnation zu stärken, das desaströse Image nach dem Zweiten Weltkrieg zu verbessern und sich diplomatisch den Gastländern zu nähern. Und die Gastgeber waren interessiert, sich international im Kultur­aus­tausch zu bewähren. Zugleich zeigte sich bei einzelnen Stationen, wie groß die Gefahr der kulturellen Dominanz war: Die Veranstalter in Manila oder Singapur verstanden den Weltkünstler Paul Klee als Impulsgeber für die eigene Kunst. - Dass Klees Werke aber bis heute nichts von ihrem einzigartigen Reiz und ihrem Fabulieren verloren haben, belegt nun die Ausstellung in der Klee Halle ebenfalls: Sie zeigt auch die Bilder selbst.

museum global. Paul Klee: Eine Sammlung auf Reisen
bis 10.3. im K20, Kunstsammlung NRW am Grabbeplatz, Tel. 838 12 04

TH

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