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French Connection

New York Cop Movies (1971-1992)

Filmreihe 1. – 30.6. im Filmmuseum Düsseldorf

Nachdem der Westernfilm in den 1970er-Jahren an Popularität verlor, entwickelte sich ein neues Genre: der Polizeifilm bzw. Stadtwestern. Obgleich es Vorläufer gab, etablierte sich der Polizei- film erst in den 1970er-Jahren als ein eigenständiges Genre mit festen Regeln und Kontinuitäten. Erste Vertreter wie DIRTY HARRY oder FRENCH CONNECTION (beide 1971) gaben bereits die Richtung vor, die das Genre langfristig definieren und von herkömmlichen Kriminalfilmen abgrenzen sollte. Nicht die Aufklärung eines Verbrechens war das zentrale Thema des Films, sondern das Aufeinandertreffen von Protagonist und Antagonist, der Zusam­menprall zweier Parteien mit gegensätzlichen Interessen, bei dem die Identität des Täters oftmals schon zu Beginn kein Geheimnis mehr ist. Im Mittelpunkt steht einerseits der Kampf – im Auto anstatt zu Pferd – und andererseits der (innerstädtische) Krieg gegen Psychopathen, Drogensyndikate und Terroristen – anstelle von sog. Indianern und Postkutschenräubern.

Betrachtet man den Polizeifilm als urbanen Neowestern, bedeutet dies die Abkehr von mystischen Erzählungen, die nicht nur in einer vergangenen Welt angesiedelt sind, sondern auch ihren eigenen und nicht den Regeln der Realität folgen. Neben einem hohen Maß an Spannung und gnadenloser Action bietet der Polizeifilm somit auch Geschichten, die die Lebenswelt der Zuschauer*innen widerspiegeln und stärker in der Wirklichkeit verhaftet sind. Die Authentizität der Drehorte ist in diesem Zusammenhang ebenso bedeutsam wie die Bezugnahme auf reale Ereignisse. Die Filme zeigen warnend auf, wie es in den Städten zugeht, welche Folgen die Errungenschaften der modernen Zivilisation haben und welche Kreaturen sich hinter der Fassade einer Polizeiunform verbergen könnten. So sind Polizist*innen nur bedingt konstruierte Figuren innerhalb ihres Genres. Sie werden als Menschen dargestellt, die nicht nur das Verbrechen bekämpfen, sondern immer auch mit sich selbst kämpfen. Zudem hat ein Großteil der Polizeifiguren einen anarchischen Charakter, der auch ihr individuelles Handeln bestimmt. Sie folgen keinen Anweisungen oder Vorschriften, sondern kämpfen aufgrund ihrer individuellen Grundsätze gegen das Böse in einer verkommenen Welt. Dem An­trieb liegt entweder ein Gerechtigkeitsempfinden zugrunde oder er ist die Folge eines persönlichen Dilemmas. Im verbissenen Kampf gegen eine degenerierte und korrupte Umgebung – das eigene Polizeirevier eingeschlossen –, bleibt zum Erreichen des Ziels der eigene moralische Kompass auf der Strecke: Zugunsten der Gerechtigkeit werden Gesetze gebrochen und der Schuss aus dem Hinterhalt zum probaten Mittel der Problemlösung, ganz nach dem Motto: besser so als nie.

Das Filmmuseum zeigt sieben Polizeifilme aus den Jahren 1971 bis 1992, denen die Stadt New York als Schauplatz dient. Im Gegensatz zum aktuellen, gentrifizierten Hochglanz-New-York, ist in den damaligen Filmen noch eine räudige Stadt zu sehen, die von Gegensätzen geprägt ist. Auf der einen Seite eine hohe Kriminalitätsrate, zahlreiche Crack-Süchtige und ein wütendes AIDS-Virus, auf der anderen Seite Dekadenz und Opulenz in Folge des Wirtschaftsbooms.

SA 1.6. 19 Uhr | SA 8.6. 20:45 Uhr
THE FRENCH CONNECTION · BRENNPUNKT BROOKLYN
USA 1971 · 104 min · DF · 35mm · FSK 16 · R: William Friedkin

SA 1.6. 21 Uhr | FR 14.6. 19 Uhr
THE TAKING OF PELHAM ONE TWO THREE · STOPPT DIE TODESFAHRT DER U-BAHN 123
USA 1974 · 100 min · OmU · digital1080p · FSK 16 · R: Joseph Sargent

SO 9.6. 17 Uhr | FR 14.6. 21 Uhr
BAD LIEUTENANT
USA 1992 · 96 min · OmU · 35mm · FSK 16 · R: Abel Ferrara

SA 15.6. 20 Uhr | FR 21.6. 20 Uhr
PRINCE OF THE CITY
USA 1981 · 167 min · DF · 35mm · FSK 12 • R: Sidney Lumet

SO 16.6. 15 Uhr | SA 22.6. 20:45 Uhr
BLUE STEEL
USA 1990 · 102 min · DF · 35mm · FSK 12 • R: Kathryn Bigelow

SO 16.6. 17 Uhr | MI 26.6. 20 Uhr
KING OF NEW YORK – KÖNIG ZWISCHEN TAG UND NACHT
USA 1990 · 106 min · OmU · digital1080p · FSK 16 · R: Abel Ferrara

DI 25.6. 20 Uhr | SO 30.6. 15 Uhr
SERPICO
USA 1973 · 130 min · OmU · digitalDCP · FSK 16 · R: Sidney Lumet

BLACK BOX – Kino im Filmmuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf
Schulstraße 4
40213 Düsseldorf
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Telefon 0211 8 99 22 32
filmmuseum@duesseldorf.de
www.duesseldorf.de/filmmuseum

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