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Pia Fries, beringer, 2002, Ölfarbe auf Siebdruck auf Holz, 170 x 220 cm, Kunstpalast, Düsseldorf, © VG Bild-Kunst, Bonn
Foto: Hans Brändli

Kunst im Kontext

Internationale Malerei im Kunstpalast

Der Hinweis in der Ausstellungsankündigung, dass Pia Fries in Düsseldorf ansässig ist, trägt eigentlich nichts zum Verständnis ihrer Malerei bei. Schon bei der Pressekonferenz zum „Jungen Rheinland“ hatte der neue Intendant des Kunstpalast Felix Krämer explizit betont, dass sich das Museum lokal versteht. Aber für die abstrakte Malerei von Pia Fries, die 1955 in der Schweiz geboren wurde und als Professorin an der Kunstakademie München lehrt, spielt das keine Rolle; übrigens hatte Jean-Hubert Martin, der erste Intendant des damaligen Museum Kunstpalast, dieses global – und auf die Globalität neugierig – konzipiert. Als Fußnote wird aber zu Recht erwähnt, dass Pia Fries an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Gerhard Richter studiert hat. Zuvor hat sie an der Hochschule in Luzern Bildhauerei studiert. Und das ist vielleicht erwähnenswert für das Verständnis ihrer Malerei: Farbe ist bei Pia Fries dezidiert plastische Materie, die mit Volumen, Umraum und Negativform handelt. Die farbbetonte Malerei von Pia Fries kennzeichnet eine präzise, austarierte Organisation bei gleichzeitiger Expressivität, eine Balance von Ruhe und Dramatik: mit der weißen Grundfläche als Maß.
Die sehr sehenswerte Ausstellung analysiert dies durch die Abfolge von sieben Werkgruppen in aneinander anschließenden Kuben, die eben viel weiße Wandfläche beitragen. Es beginnt 1999 mit der Werkgruppe „parsen und module“, die im Titel bereits das Programm bis heute anspricht. Der Bildträger bleibt als Kasten erhaben. Die Farbe ist in aneinander anschließende Partien gefasst, kann aber auch fließen und zur versiegenden Spur werden. Eines ist mit dem anderen verknüpft. Ab Anfang der 2000er Jahre hat Pia Fries erst Blätter mit Faksimile (von Maria Sybilla Merian) und dann direkt Siebdrucke nach Kupferstichen (von Hendrick Goltzius) auf den Bildgrund aufgebracht. Abstrahiert als Ausschnitte sind sie Anlass und Ort für die eigentliche Malerei und bleiben unter der Farbe teils erkennbar. Der Kontext dieser Malerei aber ist international, denken wir nur an Luis Gordillo, Helmut Dorner oder Jonathan Lasker.
Wenn im Herbst im Kunstpalast Norbert Tadeusz ausstellt, so ist auch er ein Künstler, der nicht dort ausstellt, weil er in Düsseldorf sein Atelier hatte, sondern weil er – in seinem Bereich der expressiv figurativen Malerei – Großartiges geleistet hat. Zweifelsohne aber ist Düsseldorf in der Kunst ein exzellentes Pflaster als Studien- und Wohnort, das demonstriert (im Wechsel mit Künstlern aus der Ferne) etwa die Sammlung Philara, wo derzeit Andreas Schmitten ausstellt.

Pia Fries – Fabelfakt
bis 16. Juni im Kunstpalast, Ehrenhof Düsseldorf
www.kunstpalast.de

TH

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