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Jörg Immendorff, Hört auf zu malen, (Ausschnitt) 1966, Kunstharz auf Leinwand, 132 x 132 cm, Van Abbemuseum, Eindhoven
© The Estate of Jörg Immendorff, courtesy Galerie Michael Werner Märkisch Wilmersdorf, Köln & New York

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Mataré, Beuys, Immendorff dialogisch in der Akademie-Galerie

Die Ausstellungen anlässlich des 100. Geburtstags von Joseph Beuys fallen sehr unterschiedlich aus. Neben der aufgehitzten, gedanklich kaum zu bewältigenden Ausstellung in der Kunstsammlung NRW ist die Schau in der Akademie-Galerie eine Wohltat. Sie zeigt Werke von Ewald Mataré (1987-1965), Joseph Beuys (1921-1986) und Jörg Immendorff (1945-2007), die Professoren an der Kunst­­­akademie Düsseldorf waren. Im Mittelpunkt: Beuys. Beuys war 1951 Meisterschüler von Mataré und ab 1964 Professor von Immendorff: Eines führt zum anderen, zeigt die Beeinflussung des Schülers durch den Lehrer und arbeitet so die gemeinsamen und die eigenen Ansätze heraus. Das alles gelingt gelassen und großzügig. Mataré, der vor dem Zweiten Weltkrieg an die Aka­demie berufen, aber von der NS-Diktatur als „entarteter Künstler“ entlassen wurde, wird mit angewandten Werken im sakralen Bereich, seinen Holzschnitten und Tierplastiken bekannt. Seine Kunst ist stilisiert und oft auf Geometrien verknappt, dabei durchdringt sie Spiritualität und Innigkeit – Aspekte, die sich bei Beuys in den verschiedenen Medien und unter unterschiedlichen Fragestellungen wiederfinden. Beeindruckend sind die feinnervig intensiven Zeichnungen von Beuys, auch wird er in der Akademie-Galerie exemplarisch mit seinen Objekten, auch seinen Schultafeln und Aktionen vorgestellt und erhält dafür den meisten Platz in der Ausstellung. Sein Sendungsbewusstsein als Künstler und akademischer Lehrer wird anschaulich, die Verbindung von Kunst und Leben: All das kenn­­­zeichnet dann ähnlich Jörg Immendorff. Ausgestellt ist nicht dessen be­­rühmte Bilderserie „Café Deutschland“, in der auch Beuys am Tisch sitzt; nicht die Bronzeplastik mit Beuys, der Immendorff in Form eines Affen an der Hand führt, dafür aber ein anderes spätes Gemälde mit Beuys als Motiv. Auch Immendorff schreibt, zeichnet mit Kreide auf Tafeln, im frühen Entwurf seiner LIDL-Stadt und der LIDL-Akademie, die er ab 1968 mit Chris Reinecke konstituiert hat. Und wie bereits Beuys mit anderem Impetus, so mischt er sich von Anfang an bei den Künstler*innen ein: „Hört auf zu malen“ (1966), was er selbst ja nicht befolgt hat. - Zu erwähnen ist der von Vanessa Sondermann herausgegebene und von John Morgan, dem Professor für Typografie an der Kunstakademie, gestaltete Katalog, der Dokumente und Interviews mit neuen Texten zusammenführt und in seiner konzentrierten Verspieltheit wunderschön ist. Wenn auch die Ausstellung Corona-bedingt geschlossen sein sollte, so bleibt doch die Publikation.

Mataré + Beuys + Immendorff, Begegnung der Werke von Lehrer und Schüler, bis 20. Juni, Akademie-Galerie am Burgplatz, Mi-So 12-18 Uhr,
www.kunstakademie-duesseldorf.de/galerie

TH

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