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Ansgar Skiba, Magnolien, 2015, Öl auf Leinwand, 100 x 140 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn / Künstler
Foto: Olaf Bergmann

Gemalte erlebte Natur

Ansgar Skiba im Museum für Gartenkunst

Selten war der Ort für eine Ausstellung so naheliegend. Ansgar Skiba malt – neben einigen weiteren Sujets – Blumen und Gärten, und rund 30 dieser Gemälde sowie mehrere Aquarelle und Silberstiftzeichnungen sind nun im Museum für Gartenkunst in Benrath zu sehen. Jeder Raum zeigt Bilder einer einzigen Blumenart und betont so ihren Reichtum, ihre Komplexität und die Spezifik ihrer Farben und Strukturen. Die Blumen, Pflanzen breiten sich über die gesamte Bildfläche aus. In ihrer pastosen Präsenz, ihrem expressiven Duktus und der Intensität der Farben wird diese Malerei zu einem sinnlichen Ereignis. Farbe hebt und senkt sich, ist in ihren Spitzen aufgeworfen. Sie ballt sich zusammen und vollzieht fließende Bewegungen. Evident wird die Inter­aktion der Blätter, das Fluten des Sonnenlichts, das einzelne Zonen mit einer gleißenden Helligkeit überzieht.

Ansgar Skiba wurde 1959 in Dresden geboren. Er hat dort und an der Düssel­dorfer Kunstakademie studiert, seitdem lebt er hier. Das Motiv des Gartens ist tief in seiner Biographie verwurzelt. Heute pflegt er zwei Gärten in Düsseldorf und malt noch in weiteren Blumenfeldern der Umgebung. Im Park von Schloss Benrath hat er im Frühjahr die Magnolien für die Ausstellung aquarelliert. Demgegenüber arbeitet er an den Gemälden im Atelier, und hier, mit den Bedingungen der Ölfarbe, greift Skiba direkt auf die Farbsubstanz zu. Er trägt sie nicht nur mit dem Pinsel, sondern etwa auch mit Arztbesteck auf und formt sie mit den Fingern, so dass sich die Bilder an der Schwelle von anschaulicher Dinglichkeit und reinem Farbenspiel verhalten. So ist es auch im Museum für Gartenkunst: Je näher man an diese Gemälde herantritt, desto abstrakter werden sie. An Ismen ist diese Malerei nicht interessiert. Aber sie rebelliert mit den Gesten des freien Wucherns gegen die artifizielle Glätte der digitalen Welt und erinnert an den Locus amoenus als Rückzugsort vor der Enge und Hektik einer Zivilisation, der das Gespür für die natürliche Umgebung abhanden gekommen ist. Sie sensibilisiert für die Schönheit und Wandlungsfähigkeit der Natur, aber auch für ihre Notwendigkeit für unsere Existenz, schon als Sauerstoffreservoir. Implizit weist Skiba auf ihre Gefähr­dung hin, den Klimawandel und die industrialisierte Landwirtschaft und die Versuche dagegen im urbanen Gartenbau. - Gerade weil die Ausstellung so wichtig ist, ist das Fehlen von Hinweisen und Wegbeschreibungen vorm und im Museum ärgerlich. Und Samstag und Sonntag als Öffnungszeiten ist definitiv zu wenig – vielleicht lässt sich das ja noch erweitern.

Ansgar Skiba – Flowers, bis 24. Oktober im Museum für Gartenkunst, Schloss Benrath, Benrather Schlossallee, 40597 Düsseldorf

TH

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