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Ausstellungsansicht mit Werken von Heinz Mack, Goethe-Museum Düsseldorf
Foto: © Heinz Mack/VG Bild-Kunst, Bonn, Foto: Barbara Steingießer

Farbe aus Licht

Goethe und Mack im Goethe-Museum

Die gemeinsame Ausstellung zur Farbenlehre von Johann Wolfgang von Goethe und zum Licht- und Farbkonzept von Heinz Mack war überfällig. Und zwar genau an diesem Ort, in Nachbarschaft zum einstigen Pempelforter Landsitz des Philosophen Friedrich Heinrich Jacobi, bei dem sich Goethe 1774 aufgehalten hat. Das Goethe-Museum, das 1956 eingeweiht wurde und seit 1987 im Schloss Jägerhof beheimatet ist, beherbergt 50.000 Objekte und Dokumente von Goethe und zu seiner Rezeption. Der Bestand geht zurück auf den Verleger Anton Kippen­­berg, dessen Sammlung die Stadt Düsseldorf in den Nachkriegsjahren erwerben konnte. Damit nun konnte das Museum in der dialogischen Ausstellung mit Heinz Mack weitgehend auf den eigenen Fundus zurückgreifen. Goethes umfassende Farbenlehre, die ihn sein Leben lang beschäftigt hat, bildet den Aus­­­gangspunkt der kongenialen Präsentation und wird durch optische Instru­mente oder von Goethe entworfene Spielkarten weiter veranschaulicht. Goethe war eben auch Forschender, und er hat auch gezeichnet und so seine Theorie verdeutlicht. Heinz Mack, der 1931 geborene Allroundkünstler, der mit Otto Piene im Düsseldorf der späten 1950er Jahren die Gruppe ZERO begründet hat, versteht die Produktion von Kunst sowieso als wissenschaftlich fundiertes Experi­mentieren. Seit ZERO beschäftigt sich Mack mit dem Licht – insbesondere dem Licht der Sonne – und dessen Reflexion, vermittelt durch metallische Raster und Rotoren. Und in der Malerei setzt Mack teils sich überlagernde abstrakte, lichtdurchflutete Farbflächen auf die Leinwand und das Papier. Der ideale Ort des Lichts aber ist die Sahara. Der Orient wird zu einer Referenz für Mack – auch das ist eine Seelenverwandtschaft zu Goethe.

In der Ausstellung nun werden derartige, teils zufällige, teils auf Macks Respekt gegenüber Goethe beruhende Korrespondenzen in Gegenüberstellungen vertieft. Ein Thema ist der Zusammenhang von Morphologie und Struktur. Im Zentrum aber steht die Erkenntnis von der Bedeutung des Lichts für die Farbe. In einem eigenen Saal werden Macks Abstufungen des Schwarz mittels Licht gezeigt, sie erzeugen dort eine kühle Gestimmtheit, noch im Kontrast zur Hellig­keit. Überhaupt ist hier eine sehr gute Ausstellung schon zu Heinz Mack gelungen, die sechs Jahrzehnte umfasst. Dass bei der Gelegenheit ganz frühe, noch vor der Studienzeit datierende Zeichnungen von Mack und Goethes berühmte eigenhändige Niederschrift des Gedichtes „Ginko biloba“ aus dem „West-östlichen Divan“ gezeigt werden: um so besser.

Taten des Lichts – Mack und Goethe
bis 27. Mai
Goethe-Museum Düsseldorf / Anton-und-Katharina-Kippenberg-Stiftung
Schloss Jägerhof, Jacobistraße 2, 40211 Düsseldorf, Tel. 899 23 93

TH

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