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Sigrid Kopfermann, Häuser abends, 2005, Öl auf Leinwand, 80 x 100 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn
Foto: Linda Inconi-Jansen

Erlebte Farben

Sigrid Kopfermann in ihrer Stiftung in Oberkassel

„Ich bin in Paris in einem kleinen Atelier an der Seine bei Notre Dame“, schrieb Sigrid Kopfermann im August 2005 aus der dortigen Ateliersiedlung, der Cité Inter­nationale des Arts. „Für mich eine wunderbare Sache mit dem Malen hier, in der absoluten Einsamkeit. Ich genieße das sehr. Leider geht es bald wieder nach Düsseldorf.“ Sigrid Kopfermann schätzte das Malen fern der heimischen Ablen­kungen und Verpflichtungen. Dazu suchte sie sich ihre Orte, an denen sie sich wiederholt aufhielt. Das waren die Alpes Maritimes, Beaucaire in der Provence oder eben Paris. Beim ersten Mal, 1957/58, blieb sie gleich für ein Jahr dort, in der Nähe von Fontainebleau. Stets widmete sie sich den Sensationen der Natur, die sie in farbintensiver abstrakter Malerei transzendiert. Eine besondere Rolle spielt das Licht, das sich über die Landschaft legt, dazu kommen Wasser­spiegelungen oder das Rauschen der Blätter. Sigrid Kopfermanns Einfühlungen in die Landschaft wechseln zwischen blockhaften, ineinander verschränkten Farbflächen und der Repetition langgezogener Striche und den Abläufen faseriger Bahnen in fließender Bewegung. Zwischendurch konkretisiert sich die Natur, die auch im Klang der Farben wiederkehrt.
Die Kopfermann-Fuhrmann-Stiftung zeigt nun Paris-Bilder aus verschiedenen Aufenthalten. Indem die Gemälde – als „Reisebilder“ in den Formaten moderat – jeweils für sich hängen, werden die stilistischen Phasen ebenso repräsentiert wie deutlich wird, dass allem eine Konzeption zugrunde liegt.
Sigrid Kopfermann (1923-2011), die aus Berlin stammte und dort an der Hochschule für Kunsterziehung studiert hatte, gehörte mit ihrer Abstraktion zunächst zur Avant­­­­­garde. Ab 1949 in Hannover lebend, hatte sie schon 1959 eine Einzelausstellung im dortigen Kunstverein; 1963 erhielt sie den renommierten Kunstpreis der „Bött­cherstraße“ in Bremen. 1965 heiratete sie den Düsseldorfer Juristen und Minis­­te­­rialrat Otto Fuhrmann und zog in sein Haus in der San-Remo-Straße 6 in Oberkas­sel. Otto Fuhrmann (1911-1994), der kulturell und stadtgeschichtlich engagiert und Sammler älterer Kunst war, hatte es ab 1954 zum „Barockschlösschen“ (Fritz Aurin) umbauen lassen. Dort hat Sigrid Kopfermann ihr Atelier eingerichtet, erst 2001 verlegte sie es in einen Raum in der Kölner Straße. 2004 hat sie die nach ihr und ihrem Mann benannte Stiftung gegründet, die mit Ausstellungen in der San-Remo-Straße u.a. der Förderung zeitgen. Kunst zugute kommt. Und der Erinnerung an ihr Werk. Die aktuelle Ausstellung ist bestimmt ganz in ihrem Sinne.

Sigrid Kopfermann
Paris, bis 9. September in der Kopfermann-Fuhrmann-Stiftung, San-Remo-Str. 6, 40545 Düsseldorf, Sonntag 14-18 Uhr
und nach Vereinbarung: info@kopfermann-fuhrmann.de

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